St. Gallen

18. Januar 2020 18:16; Akt: 18.01.2020 18:16 Print

SP verlangt Offenlegung von Schwarzgeld im Inland

Schwarzgeld von Schweizer Steuerpflichtigen soll nicht nur im Ausland, sondern auch im Inland über einen automatischen Informationsaustausch (AIA) offengelegt werden.

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Das fordert die St. Galler SP. Zudem müssten die Steuerämter die aus dem Ausland gelieferten Daten umfassend überprüfen. Das kantonale Steueramt hatte am Donnerstag neue Zahlen zu aufgedecktem Schwarzgeld veröffentlicht. Bei den bisher überprüften Fällen kamen hinterzogene Vermögen von knapp 12 Millionen Franken zum Vorschein. Viele Meldungen seien aber noch nicht verarbeitet, hiess es.

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Für die SP ist klar: Es brauche eine möglichst umfassende Überprüfung der aus dem Ausland erhaltenen Daten, schreibt die Partei in einer Stellungnahme vom Freitag. Die möglichst lückenlose Aufdeckung aller unversteuerten Vermögen dürfe «nicht an mangelnden personellen Ressourcen im Steueramt scheitern».

Gerechtigkeit und Gleichbehandlung

Es gehe um Steuergerechtigkeit, Gleichbehandlung und darum, dass der Staat die Mittel erhalte, die er für die Erfüllung der öffentlichen Aufgaben brauche. Die SP will bei der Beratung des Aufgaben- und Finanzplans im Kantonsrat von der Regierung weitere Informationen zum Vorgehen des Steueramts verlangen.

Die Zahl der straflosen Selbstanzeigen von Schwarzgeld hat sich 2019 gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert – auf gut 400 Fälle. «Bemerkenswert» findet die SP, dass 60 Prozent dieser offengelegten Vermögen auf Konten in der Schweiz liegen, obwohl hier immer noch das Bankgeheimnis gilt.

Viel Schwarzgeld in der Schweiz

Dies lasse nur einen Schluss zu: «Dass auf schweizerischen Konten sehr hohe Beträge an unversteuerten Vermögen liegen.» Der Handlungsbedarf sei klar und dringend. «Es braucht einen automatischen inländischen Informationsaustausch», wird Co-Fraktionspräsidentin Bettina Surber im Communiqué zitiert.

Insgesamt sei in den vergangenen zehn Jahren ein Betrag von 2,6 Milliarden Franken offengelegt worden. Es sei «unverschämt, wie viel Vermögen am Staat vorbeigeschleust wurde, bevor der Druck auf unversteuerte Konten zugenommen hat», schreibt die SP.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani Meier am 18.01.2020 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zum Lachen

    Zitat "damit der Staat die Mittel zur Erfüllung seiner Aufgaben erhält". Ich kenne die Aufgabenerfüllung seit Jahren genau. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass der Staat mit den zur Verfügung gestellten Mitteln auf allen Stufen haushälterisch umgehen würde.....

    einklappen einklappen
  • Sparer am 18.01.2020 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vermögenssteuer abschaffen

    Man könnte auch einfach die Vermögenssteuer abschaffen. Problem gelöst. Es handelt sich sowieso um bereits als Einkommen versteuertes Geld. In Zeiten von 0% Zinsen schmilzt so das Vermögen jedes Jahr ein bisschen dahin.

    einklappen einklappen
  • Oemer Yildirim am 18.01.2020 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausbeute

    Die Steuerbehörde will nur mehr Geld dass man mehr Politiker und andere unnötigen Sachen Finanzieren kann. Die SP Politiker können in der freien Marktwirtschaft nicht überleben. Sie füllen sich die Taschen mit den Geldern der Steuerzahler

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dejan am 18.01.2020 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut zu wissen

    Nur Steuerhinterzieher sind gegrn die Meldung des Jahresendsaldos und den Zinsertrag!

  • Correo am 18.01.2020 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    AIA im Inland: Nein, Danke!

    Wie; die SP "fordert"? Und es sei "unverschämt wie viel Vermögen am Staat vorbeigeschleust werde"? Die Sozis sind jedenfalls nicht die, welche die öffentliche Kasse mit ihren Vermögenssteuern alimentieren. Das ist wieder nur ein Griff der Umverteiler ins Portemonnaie derjenigen, die sonst schon viel Steuern bezahlen. Und die Hosen müssen wir Steuerpflichtigen sowieso schon vor dem Fiskus runterlassen, da brauchts nicht noch den AIA...

  • Holla die Waldfee am 18.01.2020 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Habe auch eine Forderung

    Das Verschleudern von Steuergeldern muss mindestens dreimal so hart bestraft werden wie Steuerbetrug! Unter 20 Jahren Knast für fehlbare Politiker und Beamte darf da nichts gehen!

  • Korrupte Schweine am 18.01.2020 22:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Rechnung

    12 Millionen hinterzogenes Vermögen... Vermögenssteuer liegt im Promillebereich. Damit werden wohl nicht einmal 100'000 Franken fällig. Ein Betrag, den gefitzte Politiker innerhalb eines einzigen Vormittags verjubeln. Sprich: Ihrer Klientel in die fetten Allerwertesten blasen.

  • Fett-Staat auf Diät, sofort! am 18.01.2020 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mittel....

    Für jeden Franken den der Staat zusätzlich einnimmt, gibt er drei Franken mehr aus. Zumeist für völlig unnützen Blödsinnn. Jüngstes Beispiel: Fussgänger-Schilder mit Lesben und Schwangeren. Solcher Unsinn kann nur ausgemerzt werden, wenn jeder dem Staat möglichst viele Mittel entzieht!