Wil SG

13. April 2015 15:29; Akt: 15.04.2015 12:21 Print

SVP-Blaufahrerin regt sich über Polizei auf

Angetrunken gerät SVP-Politikerin Sarah Bösch in eine Polizeikontrolle und muss zum Bluttest ins Spital. Grund genug, ihrem Ärger via Facebook Luft zu machen.

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Die SVP-Politikerin Sarah Bösch. (Bild: Timo Züst/Wiler Nachrichten)

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«Wegen 0,++ (wahrscheinlich über 0,5) Promille muss ich ins Spital Blut abnehmen. Ich fühle mich munter, frisch, spüre null Promille!», postet die 33-jährige Bösch am Sonntagabend auf Facebook, wie «watson» schreibt. Damit nicht genug: «Werde von SG-Polizisten begleitet wie ein Sträfling. Unglaublich, bin geschockt! Krasse Bürokratie», heisst es im Post weiter.

Die Kommentare darauf liessen nicht lange auf sich warten. «Diesen Beitrag hätte ich mir gespart, Frau Bösch. Kommunikationsberatung», zitiert watson.ch einen Kommentar. Oder etwas zynischer: «Wenn es einen selbst betrifft, ist es ein Scheiss-Gesetz oder Scheiss-Bürokratie. Falls es einen anderen betrifft, dann müssten die Gesetze und Polizisten härter durchgreifen.»

Foto aus dem Untersuchungszimmer

Bösch, die erst seit Februar im Wiler Stadtparlament sitzt, postete sogar noch ein Bild aus dem Untersuchungszimmer auf Facebook mit dem Kommentar: «Seit über 1.5 Stunden mit Polizisten beschäftigt!!!»

Inzwischen hat Bösch die Posts von Facebook entfernt. Sie habe zwar mit Reaktionen gerechnet, sagt sie auf Anfrage von 20 Minuten, aber nicht gerade mit so vielen. «Ich habe auch nie gesagt, dass mich die Polizei unfair behandelt hat», so Bösch. Kritisiert habe sie lediglich den grossen bürokratischen Aufwand – immerhin sei keine Drittperson zu Schaden gekommen. «Ich habe mit meinem Post nichts Verbotenes gemacht. Mein Ziel war, eine politische Diskussion betreffend Bürokratiehochburg Schweiz anzuregen», so Bösch. Die Praxiserfahrung wäre ihr allerdings gerne erspart geblieben.

Nicht der erste Fall

Bösch ist nicht das erste Wiler SVP-Mitglied, das mit einem Facebook-Post für Aufregung sorgt. Der Wiler SVP-Stadtparlamentarier Mario Schmitt verlinkte Anfang September 2014 auf seiner Facebook-Seite eine «Blick»-Meldung über die Enthauptung eines US-Journalisten durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Sein Kommentar dazu: «mir kommt gleich das Kotzen... wann wird diese Religion endlich ausgerottet?!?».

Schmitt stellt sich denn auch hinter seine Parteikollegin Bösch: «Natürlich müssen die Kontrollen sein, aber man muss die Betroffenen ja nicht wie Schwerverbrecher behandeln», meint er gegenüber watson.ch. Auf Facebook doppelt Schmitt nach: «Sarah hat meine volle Rückendeckung, selbst wenn der Bluttest einen Ausweisentzug zur Folge hätte – seien wir doch mal ehrlich, all das macht Sarah doch gerade sympathisch und menschlich!»

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sändy am 13.04.2015 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    ... wer fährt und trink hat nichts anderes zu erwarten wenn er dann in eine Kontrolle gerät. und wer sich dann auch noch über die Polizei aufregt.... die machen auch nur ihren Job.

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  • Confus am 13.04.2015 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sichtweise

    Wie hätte Frau Bösch wohl reagiert, wenn ein Kosovare, ein Nigerianer oder ein Tunesier sich via Twitter darüber beschwert hätte, dass er eine Blutprobe habe abgeben müssen, weil er einwenig Alkohol konsumiert habe und dennoch Auto gefahren sei?

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  • Schneehäsli am 13.04.2015 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo, Polizei....

    schön, dass Politiker nicht anders behandelt werden wie die normale Bevölkerung. So soll es sein.....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rene Hofmann am 14.04.2015 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Vorbild

    Von einer Lehrerin erwarte ich ein anderes Benehmen! Natürlich kann sie in ihrer Freizeit auch mal angeheitert oder betrunken sein, dann aber sicher nicht ein Auto fahren und wenn sie erwischt wird sogar noch über die Polizei schimpfen! Tolles Vorbild für Kinder!

  • manu am 14.04.2015 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz ist Gesetz

    Es giltet für alle das gleiche gesetz,ob politiker oder bürgerlich,

  • Claudio Arpagaus GR am 14.04.2015 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie ist super

    Ich finde sie super Sie hat recht......

  • Markus am 14.04.2015 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnismässigkeit

    Irgendwie fehlt es hier an Sachlichkeit! Logisch, wer zuviel trinkt, muss auch die Konsequenzen tragen. Aber grundsätzlich geht es um die viel zitierte Verhältnismäßigkeit der Polizei. Da bin ich mich echt nicht sicher ob die einen Autofahrer nicht schlimmer behandeln als Verbrecher! Ich höre das nicht zum ersten Mal so! Es wäre doch schön wenn diese Verhältnismässigkeit von der Polizei erklärt wird!

  • Martha Keller am 14.04.2015 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Brauchen wir Heilige in der Politik

    Das ist ein Fall von mehr als 70'000 Personen welche in der Schweiz jährlich wegen Fehlverhaltens im Strassenverkehr ihren Führerausweis abgeben müssen, davon ca. 16'000 wegen Alkohol. Warum so ein Geschrei. Andere hatten sicher auch gegen die Polizei gemotzt, aber wahrscheinlich nicht in der SVP und deshalb keine Schlagzeile wert. Sarah Bösch hat sich sicher fehlverhalten, ist aber nicht weiter Wert es aufzubauschen. Politiker/-innen sind auch nur Menschen und keine Heiligen.