Jona SG

22. Juni 2011 23:55; Akt: 22.06.2011 16:06 Print

Schläger, Raser und Stalker

von Attila Szenogrady - Ein junger Schweizer mit tibetischer Abstammung hat mehrere Personen verprügelt, eine Polizeibeamtin als Schlampe beschimpft und ist mit rund 163 km/h über die Autobahn gerast.

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Vor Gericht hinterliess der füllige Angeklagte aus Jona einen sympathischen Eindruck. Doch der Mann, der die Aura eines gutmütigen Pandabären ausstrahlte, hat auch eine andere Seite. Darüber berichtete die umfangreiche Anklageschrift, die am 14. Januar 2009 einsetzte. Damals hielt sich der Schweizer mit tibetischer Abstammung im Zürcher In-Club Kaufleuten auf und brach in den frühen Morgenstunden eine Schlägerei vom Zaun. Dabei versetzte er einem Gegner zwei Faustschläge ins Gesicht. Grund für die Attacke: Jemand soll die Freundin eines zweiten Angeklagten aus Jona begrapscht haben. Beim zweiten Beschuldigten handelte es sich ebenfalls um einen Schweizer Secondo, er mit afrikanischen Wurzeln.

Auch Frauen geschlagen

Beide Männer mussten sich seit dem letzten Freitag wegen Raufhandels vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Es kamen dabei weitere Vorwürfe hinzu. Dabei soll das Duo in der Nacht auf den 5. April 2009 vor dem Zürcher Club „Q“ die Freundin des asiatischstämmigen Hauptbeschuldigten verprügelt haben. Diverse Schläge kassierte auch eine Kollegin der Rapperswiler Geschädigten. Grund für die Abrechnung: Die Rapperswilerin hatte zuvor mit ihrem Partner gestritten und dabei hysterisch herumgeschrien.

Polizeibeamtin als Schlampe beschimpft

Die On/Off-Beziehung zwischen dem Ex-Tibeter und seiner Partnerin führte im August 2010 zu den nächsten Delikten. Nach einem Streit betätigte sich der Täter als Stalker und deckte das Opfer mit diversen Telefonaten ein. Danach begab er sich zum Rapperswiler Wohnort seiner Freundin, wo er immer wieder klingelte und Einlass begehrte. Selbst als die Polizei im Treppenhaus auftauchte, fuhr der heute 25-jährige Mann mit seinem Treiben fort. Als sich eine Beamtin der Kantonspolizei St. Gallen vor die Türklingel stellte, wurde sie vom Angeklagten als Schlampe beschimpft. Zudem drohte er mit Schlägen, falls sie ihn anfassen würde. Kurz danach wurde der Mann aus Jona für einen Tag lang in Polizeihaft genommen.

Über Autobahn gerast

Nicht zuletzt hatte sich der Hauptangeklagte auch noch als Raser betätigt. So bolzte er am 10. Juli 2010 mit einem Personenwagen mit mindestens 163 km/h bei Wädenswil über die Autobahn.

Die zuständige Staatsanwältin verlangte für ihn eine bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Die Verteidigung forderte dagegen erhebliche Teilfreisprüche und eine wesentlich mildere Sanktion.

Gericht auf dem Mittelweg

Das Gericht schlug einen Mittelweg ein und setzte am Mittwoch eine bedingte Freiheitsstrafe von sieben Monaten sowie eine Busse von 700 Franken fest. Die Schuldpunkte lauteten auf mehrfache Körperverletzung, Missbrauch einer Fernmeldeanlage, Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie grobe Verletzung von Verkehrsregeln. Die zuständige Einzelrichterin machte dabei klar, dass keine Bagatelldelikte vorlagen und warnte den teilgeständigen Beschuldigten vor einem Rückfall. Erheblich milder kam der zweite Angeklagte aus Jona davon. Der heute 23-jährige wurde lediglich für die Tätlichkeiten im „Kaufleuten“ mit 500 Franken gebüsst. Bei den übrigen Vorwürfen wie Raufhandel, Nötigung oder Körperverletzung kam das Gericht mangels Beweisen zu Freisprüchen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claudio Brunner am 23.06.2011 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder mal ein Witz:

    7 Monate bedingt + 700.- Busse für mehrfache Körperverltzung, Gewalt und Drohung gegen Beamte und grobe Verletzung der Verkehrsregeln. Was oder wen muss man töten um wirklich bestraft zu werden?!?

  • Guschti am 23.06.2011 06:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgefliptt oder Vorbilder?

    mit den vielen 'Vorbildern' die er hat - die stets glimpflich davonkommen - hat der sein Tun auch nicht weiter überlegt... die Verrohung der Gesellschaft

  • P. O. am 23.06.2011 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Zu mild!

    Bedingte Freiheitsstrafe und 700.- Busse?! Das ist ja ein Witz - eine solch milde Strafe hält niemanden davon ab dasselbe zu tun...

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  • Claudio Brunner am 23.06.2011 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder mal ein Witz:

    7 Monate bedingt + 700.- Busse für mehrfache Körperverltzung, Gewalt und Drohung gegen Beamte und grobe Verletzung der Verkehrsregeln. Was oder wen muss man töten um wirklich bestraft zu werden?!?

  • P. O. am 23.06.2011 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Zu mild!

    Bedingte Freiheitsstrafe und 700.- Busse?! Das ist ja ein Witz - eine solch milde Strafe hält niemanden davon ab dasselbe zu tun...

  • Guschti am 23.06.2011 06:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgefliptt oder Vorbilder?

    mit den vielen 'Vorbildern' die er hat - die stets glimpflich davonkommen - hat der sein Tun auch nicht weiter überlegt... die Verrohung der Gesellschaft