Prozess

30. März 2011 16:35; Akt: 30.03.2011 17:07 Print

Schläger von Rehetobel verurteilt

Ein neidischer Nachbar hatte im vergangenen Juni einen Bauern von drei Auftrags-Schlägern verprügeln lassen. Die drei Täter sind wegen einfacher Körperverletzung verurteilt worden.

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Der Schläger Z.J. wird abgeführt. (Bild: Marlene Kovacs)

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Drei Auftrags-Schläger, die im vergangenen Juni in Rehetobel AR einen wehrlosen Bauern brutal verprügelten, sind vom Ausserrhoder Kantonsgericht der einfachen Körperverletzung für schuldig befunden worden. Dies gab das Gericht am Mittwoch bekannt.

Die Anklage hatte auf schwere Körperverletzung gelautet. Die Verletzungen des 34-jährigen Bauern hätten die vom Strafgesetzbuch verlangte Schwere nicht erreicht, heisst es in einer Mitteilung des Gerichts. Das Gesetz verlangt Lebensgefahr oder die Verstümmelung eines wichtigen Organs.

Keine Tötungsabsicht

Die Strafuntersuchung habe keinen Beweis einer Tötungsabsicht geliefert. Die Schläger hätten mit Fäusten und einem rund zwei Zentimeter dicken Holzstecken mit Metallteil zugeschlagen. Dieser sei nach dem ersten Schlag zerbrochen. Es sei nicht bewiesen, dass mit dem Metallteil geprügelt worden sei.

Die Zivilklage des Opfers von über 200 000 Franken Schadenersatz und 23 000 Franken Genugtuung wurde grösstenteils auf den Zivilweg verwiesen. Die Klage sei nicht hinreichend begründet, so das Gericht. Eine detaillierte Begründung steht noch aus.

Teilbedingt für den Haupttäter

Der 42-jährige Haupttäter wurde unter anderem der einfachen Körperverletzung, der versuchten Erpressung, des Diebstahls, des mehrfachen Hausfriedensbruchs und - wegen illegaler Einreise - der Wiederhandlung gegen das Ausländergesetz verurteilt.

Er wurde zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten - davon 12 Monate bedingt - und einer Busse von 500 Franken verurteilt. Für rund 2000 Franken Schadenersatz haften die drei solidarisch.

Der Mittäter, ein fast zwei Meter grosser 31-jähriger Maschinen- Ingenieur und Kickboxer, wird zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt.

Der 43-Jährige, der Schmiere stand, wird zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten und 700 Franken Busse verurteilt. Der zuständige Staatsanwalt liess auf Anfrage offen, ob er das Urteil ans Obergericht weiterziehen will.

«Denkzettel»

Die drei Serben waren über einen Vermittler gedungen worden: Sie sollten im Auftrag eines neidischen Nachbarn dem jungen Bauern einen Denkzettel verpassen.

Laut Auftrag sollten sie - so der Haupttäter vor Gericht - die ganze Familie zusammenschlagen, «so dass sie 20 Jahre lang nicht mehr arbeiten können».

Der Bauer erlitt eine Hirnverletzung, einen Nasenbeinbruch, eine Trümmerfraktur der Hand sowie Prellungen am ganzen Körper. Er war tagelang auf der Intensivstation und musste mehrmals operiert werden.

Der Anstifter und seine Gehilfen müssen sich in einem weiteren Verfahren im Herbst vor Gericht verantworten.

(sda)