Mammern TG

25. Juli 2018 05:47; Akt: 25.07.2018 09:33 Print

Schnorcheln endet mit Angelhaken im Bein

Unschöne Entdeckung im Untersee vergangene Woche: Nach dem Schnorcheln steckte ein Angelhaken im Bein der Tochter einer Leser-Reporterin.

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«Meine Töchter schnorchelten in Ufernähe, wo das Wasser etwa einen Meter tief war», sagt Leser-Reporterin Barbara Bührer am Dienstag zu 20 Minuten. Mit ihrer Familie verbrachte sie den vergangenen Mittwoch in Mammern TG am Untersee. Plötzlich sei eine ihrer Töchter ins Bein gestochen worden: «Es war ein spitzer Angelhaken.»

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Wie sich herausstellte, hing dieser Haken an einem dünnen Faden, der wiederum an eine lange, am Boden entlang gespannte Schnur gebunden war. «Die Schnur war endlos und im Abstand von etwa 1,5 Metern waren unzählige solcher Fäden», sagt Bührer. An allen sei ein Haken mit frischen Ködern befestigt gewesen.

«Das ist doch Tierquälerei»

Erst sei man nicht schlau daraus geworden, doch dann vermutete die Familie eine Angelmethode. «Wir erinnerten uns dabei auch an ein Fischerboot, das am Nachmittag an uns vorbeizog.» Für die 62-Jährige ist klar: «Wenn Kinder beim Tauchen daran anhängen und sich verheddern, dann könnte Schlimmes passieren.»

Ihrem Unmut machte sie auch in einem Leserbrief in der «Thurgauer Zeitung» Luft. Sie möge sich gar nicht vorstellen, was für einen langen und qualvollen Todeskampf die Fische unter Wasser dabei erleben: «Die gehen so elend zu Grunde, das ist doch Tierquälerei und illegal.» Sie machte deshalb auch Meldung beim zuständigen Amt.

Methode ist legal

Wie es auf Anfrage von 20 Minuten bei der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kanton Thurgaus heisst, ist das Angeln mit einer sogenannten Legschnur im Untersee durchaus legal: «Berufsfischer bedienen sich dieser Methode für den Aalfang über Nacht», erklärt Amtsleiter Roman Kistler.

Der Einsatz einer Legschnur beinhalte aber eine Aufsichtspflicht: «Der Fischer muss sie im Rhythmus von ein bis zwei Tagen kontrollieren», so Kistler. Dass ein Fisch so lange an einem Haken hänge, sei ethisch nicht verwerflich: «Anders wäre es, wenn die Schnur wochenlang unter Wasser bleibt.»

Tiefer Wasserpegel als Problem

Vom konkreten Fall habe man Kenntnis: «Eine solche Schnur in Ufernähe ist natürlich unglücklich, weil zurzeit viele dort baden», so Kistler weiter. Zudem sei dies hier problematisch geworden, weil der Wasserstand derzeit so tief sei: «Normalerweise ist das Wasser dort, wo die Schnur ausgelegt war, rund zwei Meter tief.»

Der Berufsfischer, der die Schnur ausgelegt hat, konnte durch das Amt ausfindig gemacht werden: «Er bestätigte uns, dass er dies dort in der nächsten Zeit unterlassen werde», sagt Kistler. Das Fischen generell sei jedoch derzeit im Untersee unbedenklich: Der niedrige Wasserstand sei jetzt vor allem in den Fliessgewässern problematisch. Deshalb hätten die Berufsfischer ihre Arbeit dort auch bereits eingestellt.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Miro am 25.07.2018 06:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wie alt ist die Tochter?

    Wenn die Frau 62 ist, wie alt ist dann die Tochter? Kann sich die nicht selbst wehren weil sie noch so klein ist, oder war es ihr einfach nur zu dumm selbst zur Presse zu rennen, nur weil sie in einem See eine unschöne Begegnung mit einem Angelhaken gemacht hat? Fragen über Fragen.

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  • Lukas am 25.07.2018 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklich

    Was es in der heutigen Zeit nicht alles in die "Zeitung" schaft :/

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  • Fischers Fritz am 25.07.2018 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wildfang auch..

    wenn man fisch kauft, welcher mit netzen aus dem meer gefischt wurde, ist das ja wohl auch übelste tierquälerei. tonnen von fisch liegt da in den netzen und sie werden einfach nur erdrückt. wenn die schreien könnten, wärs längst verboten..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Butch am 25.07.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bin ich der einzige?

    Bin ich der einzige, der sich fragt, was da am Angelhaken hängt? Sieht aus wie eine Karotte, was aber als Köder irgendwie unüblich wäre.

  • Roger am 25.07.2018 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Grosser Fisch

    Jetzt hatte er wenigsten den Fang seines Lebens am Hacken!

  • Giusi92 am 25.07.2018 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnorcheln?

    Schnorcheln im see?? Was will man da schon beobachten?

  • klamt marco am 25.07.2018 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnorcheln endet mit Angelhaken im Bein

    ich frage mich nur was (sogenannte Longlines ) schnur mit unzäligen hacken im Bodensee zusuchen haben ? ist meines wissens nicht erlaubt und wird üblicherweise auf Hochsee kutter zur kabeljau usw. fischens verwendet. hoffe dem mädchen geht es ganz schnell wider gut und der fischer wird zur rächenschaft gezogen .

  • Mitzi am 25.07.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    egoist

    Fische fangen ist ja gut und schoen, wenn man aber weiss dass der See nicht exklusiv fuer diesen zweck ist legt man doch keine koeder. Der See darf soviel ich weiss von allen benutzt werden. (dass alter der person ist ja egal) Wenn alles Legal ist warum nicht Schnappfallen in den Waeldern?

    • Don Draper am 25.07.2018 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      Eigenverantwortung

      Am Bodensee gibt es Gebiete, die spezifisch für die Fischerei freigegeben sind (Fischenzen), und Gebiete, die spezifisch für das Baden freigegeben sind (Badeanstalten). Der Fischer hat sich an sein Gebiet gehalten; die Mutter mit ihren Kindern nicht. In den Badis wird explizit für die Sicherheit von Badegästen gesorgt; wenn man ausserhalb einer Badi schwimmen geht, tut man das auf eigene Gefahr. Wenn hier jemand sich egoistisch und fahrlässig verhalten hat, dann war es die Mutter.

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