Amriswil TG

08. Juli 2014 05:57; Akt: 09.07.2014 11:17 Print

Schwindlerin S. kommt jetzt vor Gericht

Die Tage in Freiheit von Manuela S.* dürften gezählt sein: Ihr Fall liegt am Bezirksgericht Münsterlingen. Derweil soll die Familie bereits wieder aus Amriswil wegziehen.

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Muss bald vor Gericht erscheinen: Manuela S. (Bild: Facebook)

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Als Mietnomaden sind Manuela S. und ihr Lebenspartner schon durch die halbe Ostschweiz gekommen: Rund zehnmal haben die beiden mit den drei Kindern in den vergangenen sieben Jahren den Wohnsitz gewechselt. Zurück blieben offene Rechnungen, frustrierte Vermieter und fassungslose Nachbarn.

Seit rund einem halben Jahr lebt die Familie nun in Amriswil. Doch auch hier gibt es Probleme, wie ein Bekannter der Familie gegenüber 20 Minuten sagt. «Sie erzählten, sie würden bereits den Wegzug planen», so der Mann.

Gewerbsmässiger Betrug

Mit den Umzügen von Manuela S. könnte es allerdings bald ein Ende haben. Ihr Fall wurde dieser Tage von der Staatsanwaltschaft Frauenfeld ans Bezirksgericht Münchwilen überwiesen. In den nächsten Monaten dürfte es dort zur Anklage kommen, der genaue Gerichtstermin steht noch nicht fest.

Vorgeworfen werden Manuela S. für die Zeit zwischen 2009 und 2013 mehrfacher Betrug, allenfalls gewerbsmässig , dazu Urkundenfälschung in mehreren Fällen. Immer wieder hatte sie Waren übers Internet bezogen, ohne diese zu bezahlen oder Dinge gegen Vorauszahlung verkauft, ohne sie zu liefern. Mehrmals nahm sie dabei falsche Namen an und fälschte Dokumente und Unterschriften.

Sorge um die Kinder

Zweimal sass die 29-Jährige in den letzten drei Jahren in Untersuchungshaft. Doch die abschreckende Wirkung hielt nicht lange an. Erst vergangene Woche wurde in Grabs Anzeige gegen Manuela S. erstattet, nachdem sie Geld für ein Smartphone kassiert hatte, das sie nicht lieferte.

Eine Nachbarin macht sich Sorgen um die drei Kinder der Frau und gelangte an die zuständige Thurgauer Kinderschutzbehörde. Sie befürchet: «Wenn die Eltern nun erneut den Wohnkanton wechseln, verlieren die Behörden sie wieder aus den Augen.»

Manuela S. wollte gegenüber 20 Minuten keine Stellung nehmen.

* Name der Redaktion bekannt

(eli)