Frümsen SG

01. November 2018 09:26; Akt: 01.11.2018 16:08 Print

Seilbahn stürzt 12 Meter zu Boden

Am Mittwoch sind acht Fahrgäste der Luftseilbahn Frümsen-Staubern evakuiert worden. Dies war notwendig, weil die andere, talwärtsfahrende, leere Kabine aus dem Tragseil gesprungen war.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Mittwochnachmittag sprang eine leere, talwärtsfahrende Kabine rund 200 Meter vor der Bergstation Staubern aus dem Tragseil und stürzte etwa 12 Meter zu Boden. Dies hatte zur Folge, dass die bergwärtsfahrende Kabine stoppte. Sie war mit acht Fahrgästen besetzt. Sie konnten alle durch die Rettungskolonne Sax abgeseilt und unverletzt in Sicherheit gebracht werden. Zum Unfallzeitpunkt blies der Föhn im Rheintal.

Im September lief die Seilbahn ohne Probleme. (Video: 20M)

«So etwas ist noch nie passiert», sagt Ralph Dietsche, Mediensprecher der Seilbahn Frümsen-Staubern. Die betreffende Bahn wurde erst im April dieses Jahres in Betrieb genommen und galt als Weltneuheit, da sie die erste Bergbahn ist, die energetisch unabhängig betrieben wird. «Wir haben alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten», versichert Dietsche. Die Seilbahn wurde am 26.03.2018 von der Kontrollstelle IKSS abgenommen. Diese führt einmal jährlich Inspektionen durch.

«Föhn galt nicht als gefährlich»

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, wisse man derzeit noch nicht. «Dies ist nun Gegenstand der laufenden Ermittlung der Staatsanwaltschaft.» Obwohl zum Unfallzeitpunkt Föhn blies, galt die Inbetriebnahme der Bahn nicht als gefährlich: «Von den Windgeschwindigkeiten her war es in Ordnung», heisst es seitens des Mediensprechers. Des Weiteren würde sich die Bahn automatisch abstellen, wenn die Windgeschwindigkeiten zu hoch wären. «Zur Sicherheit werden diese auch manuell überprüft.»

Dietsche betont, dass die Rettung verhältnismässig schnell ging und auch die Rettungskolonne Sax sich bereits im Frühjahr auf den Ernstfall vorbereitet hatte. «Die Gondel, die mit acht Passagieren komplett ausgelastet war, konnte binnen zwei Stunden evakuiert werden», so Dietsche. Die acht Personen, unter denen sich auch eine Mitarbeiterin befand, waren alle zwischen 27 und 60 Jahre alt.

Sicherheit an erster Stelle

Der Betrieb der Luftseilbahn ist bis auf Weiteres eingestellt und auch das Berggasthaus bleibt geschlossen. Wann die Bahn wieder in Betrieb genommen werden kann, ist noch offen: «Zuerst muss die Staatsanwaltschaft die Unfallursache klären. Ausserdem wäre die Saison eh fast zu Ende», so der Mediensprecher. Wichtig sei, dass die Bahn erst wieder in Betrieb genommen werde, wenn alles geklärt ist. «Sicherheit steht an erster Stelle.»

Da die abgestürzte Gondel in schwer zugänglichem Gebiet liegt, musste sie am Donnerstagmittag durch einen Helikopter geborgen werden.
Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere zehntausend Franken, wie es am Donnerstag in einer Mitteilung der Kantonspolizei St. Gallen heisst.

Waren Sie in der Kabine, die evakuiert werden musste, oder kennen Sie jemanden? Melden Sie sich unter: feedback@20minuten.ch

(juu)