Verdacht auf Sexualdelikt

16. August 2019 11:02; Akt: 16.08.2019 13:58 Print

«Der Trainer gehörte quasi zur Familie»

Gegen den Cheftrainer der Kunstturnerinnen des Regionalen Leistungszentrums (RLZ) Ostschweiz in Wil ist Untersuchungshaft angeordnet worden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Auslöser für die Festnahme des 40-Jährigen war eine Anzeige wegen Verdachts auf Sexualdelikte. Die Kantonspolizei St. Gallen hatte den Kunstturntrainer des Trainingszentrums in Wil am Dienstag festgenommen. Auslöser für die Festnahme war eine Anzeige. Der Cheftrainer der Frauen wird eines Sexualdelikts verdächtigt.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft habe das Zwangsmassnahmengericht des Kantons St. Gallen Untersuchungshaft gegen den Trainer angeordnet, bestätigte Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, am Freitag eine Meldung von tagblatt.ch.

Übergriffe gegenüber Turnerin?

Laut Tagblatt wurde die Anzeige gegen den Trainer im Namen einer jungen Kunstturnerin eingereicht. Mehrere Quellen bestätigen laut Zeitung übereinstimmend, dass es gegenüber der Turnerin mutmasslich zu Übergriffen nach dem Training gekommen sein soll. Über die Natur der Übergriffe und deren schwere sei nichts gekannt.

Gegenüber der Zeitung bestätigten zudem mehrere Quellen, dass die Anzeige im Namen einer jungen Turnerin eingegangen sein soll. Sie soll Opfer mutmasslicher Übergriffe geworden sein.

Eltern sind geschockt

Recherchen zeigen, dass der betreffende Trainer ein hohes Ansehen im Sportzentrum genoss. Der Schock bei den Eltern sitzt tief: «Wir wurden erst über die Medien informiert. Ich bin enttäuscht vom RLZO», sagt eine Mutter gegenüber 20 Minuten. In der vom Verein am Dienstagabend verschickten Mail soll lediglich von einem Vertrauensmissbrauch die Rede gewesen sein.

Die meisten Töchter wurden rund 25 Stunden pro Woche vom Beschuldigten trainiert. «Er hat quasi zur Familie gehört. Ich kann nicht glauben, was ihm da vorgeworfen wird», sagt eine weitere Mutter. E.A.*, ebenfalls Mutter, ist sich indes sicher: «Jemand will den Trainer loswerden.» Für den Frauen-Cheftrainer gilt die Unschuldsvermutung.

Schon lange Probleme

Das RLZO geriet in der Vergangenheit immer wieder in die Schlagzeilen. Per Ende Januar diesen Jahres wurde der Vorgängerin der derzeitigen Geschäftsführerin gekündigt. Laut der «NZZ» hatte sie sich mit dem Präsidenten überworfen.

Dieser wird unter anderem dafür kritisiert, dass er dafür gesorgt haben soll, dass seine turnenden Töchter eine Vorzugsbehandlung geniessen. Zu Konflikten sei es aber auch mit den Trainingszentren auf tieferer Nachwuchsstufe gekommen.

(20 Minuten/sda)