Leistungszentrum in Wil

15. August 2019 15:24; Akt: 15.08.2019 19:19 Print

Sexualdelikt? Polizei nimmt Turntrainer fest

In Wil SG wurde der Cheftrainer der Kunstturnerinnen des RLZ Ostschweiz festgenommen. Dies wegen Verdachts auf ein sexualstrafrechtliches Delikt.

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Der Cheftrainer der Kunstturnerinnen des Regionalen Leistungszentrums Ostschweiz (RLZO) in Wil wurde angezeigt und befindet sich nun wegen des Verdachts auf ein sexualstrafrechtliches Delikt in Haft. Vergangenen Dienstag wurde er festgenommen.

Wie die NZZ berichtet, bestätigt Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, lediglich, dass die Anzeige «in diese Richtung» gehe. Wie Krüsi gegenüber 20 Minuten sagt, wurde nun Haftantrag beim Zwangsmassnahmegericht gestellt. Die Festnahme soll also in U-Haft umgewandelt werden. Zudem seien entsprechenden Ermittlungen aufgenommen worden.

Für den Frauen-Cheftrainer gilt die Unschuldsvermutung.

Von Job freigestellt

Der NZZ liegt ein nicht für die Öffentlichkeit bestimmtes Informationsschreiben vor. In diesem schreibt die Geschäftsführerin des RLZO, dass der Trainer per sofort bis auf weiteres freigestellt wurden. «Es kam zu einem Vertrauensbruch gegenüber dem RLZO. Detailangaben können wir im Moment zum Schutz aller involvierten Parteien keine machen. Wir danken für das Verständnis. Wir versuchen, den Trainingsbetrieb für die jungen Nachwuchssportlerinnen aufrechtzuerhalten, und suchen mit Hochdruck nach Lösungen.»

Gegenüber 20 Minuten wollte sich die Geschäftsführerin des RLZO nicht äussern. Sie verweist an PR-Berater Sven Bradke. Er wurde mit der Kommunikation in diesem Fall beauftragt. Er sei am Mittwoch mit dem Fall betraut worden. Man habe sich zusammengesetzt und dann entschieden, den Trainer bis auf Weiteres freizustellen. Den genauen Inhalt der Anzeige kennen auch er und das RLZO nicht, wie er auf Anfrage sagt.

Fünf Jahre arbeitete der nun freigestellte Trainer im RLZO. Seine Frau soll als eine von zwei Assistenztrainerinnen im Frauenbereich fungiert haben.

Gesundheitliche Probleme?

Wie das «St. Galler Tagblatt» unter Berufung auf mehrere Quellen aus dem Umfeld des Leistungszentrums schreibt, wurde der Vorstand mehrfach auf mögliche gesundheitliche Probleme des Trainers aufmerksam gemacht. Darauf regiert habe der Vorstand nicht.

Gegenüber der Zeitung bestätigten zudem mehrere Quellen, dass die Anzeige im Namen einer jungen Turnerin eingegangen sein soll. Sie soll Opfer mutmasslicher Übergriffe geworden sein.

Schon lange Probleme

Das RLZO geriet in der Vergangenheit immer wieder in die Schlagzeilen. Per Ende Januar diesen Jahres wurde der Vorgängerin der derzeitigen Geschäftsführerin gekündigt. Laut der «NZZ» hatte sie sich mit dem Präsidenten überworfen.

Dieser wird unter anderem dafür kritisiert, dass er dafür gesorgt haben soll, dass seine turnenden Töchter eine Vorzugsbehandlung geniessen. Zu Konflikten sei es aber auch mit den Trainingszentren auf tieferer Nachwuchsstufe gekommen.

(mwa)