Effektiver Altruismus

11. Dezember 2017 17:45; Akt: 11.12.2017 17:58 Print

Sie spenden einen Grossteil ihres Lohnes

Selber bescheiden leben und so viel wie möglich für Arme spenden. Dieses Ziel verfolgen die Effektiven Altruisten. Auch in St. Gallen gibt es ein Gruppe.

storybild

Treffen der Gruppe «Effektiver Altruismus St. Gallen». (Bild: Facebook)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Effektive Altruismus ist eine Philosophie, deren Anhänger möglichst viel Geld verdienen möchten, dieses jedoch nur so weit nötig für sich selber brauchen. Ziel ist es, möglichst viel zu spenden, um damit anderen Menschen zu helfen.

Umfrage
Könnten Sie sich vorstellen, sich der Bewegung des Effektiven Altruismus anzuschliessen?

So spendete Jonas Müller 60 Prozent seines Jahreseinkommen einer NGO, wie der SonntagsBlick berichtete.

Hohe Wirkung im Fokus

Auch in St. Gallen gibt es einen lokalen Ableger der effektiven Altruisten. Gruppenleiterin ist Noémie Zurlinden, Doktorandin in Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen (HSG). Die 27-Jährige kam über eine Freundin zu den Altruisten. «Als Volkswirtin bin ich quasi von Haus aus darauf bedacht, mein Handeln unter dem Gesichtspunkt der Effizienz anzusehen.» So sei es ihr auch wichtig, dass ihre Spenden eine möglichst hohe Wirkung erreichen. «Zudem konnte ich schon als Kind Ungerechtigkeiten nicht ertragen», so die 27-Jährige. Das Bekämpfen des Leides von Menschen und Tieren liege ihr ebenfalls sehr am Herzen.

Bislang hat sie selber etwas über ein Prozent ihres Einkommens gespendet. «Als Studentin lag kaum mehr drin.» Jetzt ist sie in einem Teilzeitpensum an der HSG angestellt und hat sich zum Ziel gesetzt, zehn Prozent der Einkünfte zu spenden.

Zusammen philosophieren

Die NGOs, denen sie spendet, findet sie meist über die Organisation Give Well, die Nonprofit-Organisationen und deren Wirkung evaluiert. Zuletzt spendete sie via GiveDirectly. Diese Organisation lässt das Geld Menschen in Uganda und Kenia zukommen, die in extremer Armut leben. Auch die Stiftung für Effektiven Altruismus, die Dachorganisation der Anhänger des Effektiven Altruismus wurde schon von Zurlinden unterstützt.

Die Gruppe in St. Gallen besteht hauptsächlich aus Studenten der HSG, ist aber offen für alle Interessierten. Weltweit zählt die Bewegung 3000 Personen, in der Schweiz rund 200. Die Mitglieder treffen sich regelmässig in St. Gallen zu Meet-ups und diskutieren Spendemöglichkeiten, bilden sich in Workshops oder mittels Vorträgen weiter und philosophieren zusammen.

Bei den Studierenden der HSG komme das Prinzip des Altruismus gepaart mit Effektivität gut an. «Zu den Treffen kommen Studierende aller Studienrichtungen, von International Affairs über BWL bis zu Recht.»

(jeb)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trishy am 11.12.2017 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedürftige in CH

    Finde ich grossartig! Frage mich zwar, warum man nicht für schweizer Organisationen oder ganz direkt an die Betroffenen spendet.

  • Esperanza am 11.12.2017 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld richtig einsetzen vor Ort

    Irgendwo irgendjemandem zu spenden ist meines erachtens der falsche Ansatz. Ich war selber in der Entwicklungshilfe tätig und muss sagen. Es ist besser vor Ort etwas zu bewirken. Sonst ist man nie sicher ob das Geld auch wirklich bei den richtigen Leuten ankommt. Zudem hat es in der Schweiz genügend arme Menschen. Ich spende auch hin und wieder oder gebe Geld aus z.B. für Surprise auch wenn ich nicht viel besitze.

  • Gert am 11.12.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So so Spende!!!

    Ja na gut aber was ist wenn man nicht genug für sich selber und seine Fam?Konnen Schweizeriene/er Fam sich bei denne melden für Spende?Kaum!!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lora am 11.12.2017 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Soso

    "Als Volkswirtin bin ich quasi von Haus aus darauf bedacht, mein Handeln unter dem Gesichtspunkt der Effizienz anzusehen": Klar, HSG. Spenden sind doch von den Steuern abzugsfähig. So wird das eigene Konto geschont und der normale Schweizer Büezer bezahlt dafür noch mehr Steuern. Inklusive für "Fachkräfte aus Übersee in der Schweiz", aber auch direkt in die Entwicklungshilfe.

  • Esperanza am 11.12.2017 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld richtig einsetzen vor Ort

    Irgendwo irgendjemandem zu spenden ist meines erachtens der falsche Ansatz. Ich war selber in der Entwicklungshilfe tätig und muss sagen. Es ist besser vor Ort etwas zu bewirken. Sonst ist man nie sicher ob das Geld auch wirklich bei den richtigen Leuten ankommt. Zudem hat es in der Schweiz genügend arme Menschen. Ich spende auch hin und wieder oder gebe Geld aus z.B. für Surprise auch wenn ich nicht viel besitze.

  • Trishy am 11.12.2017 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedürftige in CH

    Finde ich grossartig! Frage mich zwar, warum man nicht für schweizer Organisationen oder ganz direkt an die Betroffenen spendet.

  • Gert am 11.12.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So so Spende!!!

    Ja na gut aber was ist wenn man nicht genug für sich selber und seine Fam?Konnen Schweizeriene/er Fam sich bei denne melden für Spende?Kaum!!!

    • LilaLala am 11.12.2017 18:50 Report Diesen Beitrag melden

      Immer diese Neider...

      Nachdem Sie die Möglichkeit und die Zeit haben, hier den Jammeri zu markieren, gehören Sie wohl kaum zu den Menschen, die täglich ums Überleben (Wasser, Nahrung, medizinische Versorgung) kämpfen müssen. Sie gehören eher zu der Kategorie (von denen ich hier öfters lese), die sich nur (!) 1x Ferien leisten kann, ein statt lieber zwei Autos besitzt und nur (!) das zweitneuste Smartphone. Glück ist nicht käuflich, ausser man hat das Nötigste (! oben erwähnt) zum Leben nicht. Versuchen Sie ihr Glück zu schätzen anstatt halb verhungerten Kinder in Afrika die 50.- Spende/Monat zu neiden.

    einklappen einklappen