St.Gallen

13. November 2018 20:44; Akt: 13.11.2018 20:44 Print

Sind die Rammbock-Räuber Serientäter?

Die Vorgehensweise beim Einbruchdiebstahl von Montagnacht in einer Bijouterie in St.Gallen ist identisch zu zwei weiteren Juwelier-Rauben der Region. Sind die Räuber Serientäter oder Nachahmer?

Eine Leser-Reporterin filmte die Täter während des Überfalls. (Video: Leser-Reporter)
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Das Juweliergeschäft Bucherer in der Multergasse in St. Gallen wurde am Montagmorgen gegen 3.40 Uhr von drei Männern ausgeraubt. Sie verschafften sich Zugang zum Laden, indem sie ein zuvor in Zürich gestohlenes Auto als Rammbock nutzten. Als die Polizei vor Ort eintraf, waren die Täter bereits auf der Flucht, so Bertrand Hug, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen.

Wie «TVO» berichtete, gab es aber bereits in der Vergangenheit zwei Einbrüche mit identische Vorgehensweise: Im September 2017 und im Januar 2018 wurde in Oberuzwil in ein Juwelier-Geschäft an der Gerberstrasse eingebrochen. Hierfür verwendeten die Täter jeweils das Heck eines zuvor gestohlenen Wagens, um eine Öffnung in die Tür zu bekommen. In jedem Fall wurde von mehreren Tätern gesprochen, in den letzten zwei wurde sogar explizit über drei Unbekannte berichtet.

Sind die Rammbock-Räuber Serientäter?

Keiner der Täter wurde bisher gefasst

Ob es wirklich Parallelen zwischen den Fällen gibt, kann Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, derzeit noch nicht sagen: «Wir klären es natürlich ab und es ist Gegenstand der laufenden Ermittlung», sagt er auf Anfrage von 20 Minuten. Er könne allerdings bestätigen, dass in keinem der drei Fälle die Täter bisher gefasst werden konnten.

Eine Leser-Reporterin gelang es, die Einbrecher von Montagmorgen auf Video festzuhalten. Nach dem Einbruch seien alle gemeinsam ins Auto gestiegen. «Der Mann, der Schmiere stand, war der Fahrer», so die Leser-Reporterin. Die Polizei verpasste die Täter nur knapp: «Zweieinhalb Minuten nachdem ich sie alarmiert hatte, war die Polizei da.»

Videos können bei Ermittlungen helfen

Laut Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, hat die Frau richtig gehandelt. «Das Wichtigste ist, dass man die Polizei informiert», sagt Schneider. Er rät davon ab, hinauszugehen und selbst den Helden zu spielen: «Man sollte sich selbst niemals in Gefahr bringen.» Daher sei so ein Video eine gute Möglichkeit. «Die Aufnahmen können bei den Ermittlungen und auch bei der Rekonstruktion des Tatablaufes hilfreich sein», so der Mediensprecher.

Da die Täter sich immer noch auf der Flucht befinden, werden Personen, die Hinweise zum Einbruch, der Täterschaft oder deren Flucht machen können, gebeten, sich bei der Kantonspolizei St.Gallen, 058 229 49 49, zu melden.

(juu)