Eichberg SG

10. Dezember 2019 17:41; Akt: 11.12.2019 08:49 Print

Skandal-Emus haben neues Zuhause bekommen

Happy End nach ewiger Suche: Zwei Emus, die im Zentrum des ERZ-Skandal standen, haben ein neues Zuhause auf dem Zoo Gnadenhof Eichberg gefunden.

Auf dem Zoo Gnadenhof Eichberg dürfen die beiden Emus ihren Lebensabend verbringen.
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Es waren massive Verfehlungen, die ein externer Untersuchungsbericht zu der Dienstabteilung Entsorgung Recycling Zürich (ERZ) im April dieses Jahres aufdeckte: Schwarze Kassen, teure Weihnachtsessen und eigene Wildvögel.

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Aufgedeckt wurde es durch den Rechtsprofessor Tomas Poledna, der im Juni 2017 die Aufgabe hatte, die Vorgänge der Dienstabteilung ERZ der letzten zwanzig Jahre zu untersuchen.

Dienstabteilung spielte nach eigenen Regeln

Poledna konnte schrittweise Abweichungen von der strikten Verwaltungstätigkeit feststellen. Diese seien vom Stadtrat sowie vom Gemeinderat geduldet worden, obwohl die beiden Räte teils von den Machenschaften wussten. Angefangen mit einem Dienstauto für 130'000 Franken erlaubten sich die Verantwortlichen bei ERZ immer mehr. Es folgten Dienstautos für die gesamte Geschäftsleitung, eine Badelandschaft in der Kläranlage, ein Fitnesscenter für die Mitarbeiter und schliesslich eine Anlage mit Wildvögeln und fünf Emus.

Die Autos wurden verkauft, sobald sie ausgedient hatten – das eingenommene Geld floss in drei schwarze Kassen und wurde veruntreut. Des Weiteren wurde in einem Safe 215'000 Franken in bar entdeckt.

Gegen acht Personen wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Dazu gehörte auch Urs Pauli, der entlassene ERZ-Direktor. Es wurden Ermittlungen zu ungetreuer Amtsführung und Urkundenfälschung eingeleitet.

Emus sind jetzt im Zoo Eichberg

Zwei der Emus, die bei ERZ gehalten wurden, fanden beim Gnadenhof Zoo in Eichberg ein neues Zuhause, berichtet der «Rheintaler». Für zwei andere Emus wurde ebenfalls ein Platz gefunden, nur ein Hahn sucht weiterhin ein neues Zuhause.

Anfänglich habe sie die Tiere aus Platzgründen nicht aufnehmen wollen, sagt die Gnadenhofbesitzerin Jasmin Hutter. Die Tiere benötigen mindestens 500 Quadratmeter Auslauffläche. Schliesslich hat sie ihre Meinung doch noch geändert: «Mir taten die Emus einfach leid. Die ganze Sache mit ERZ ist ein Fehler der Politik. Die Tiere sollten das nicht ausbaden müssen», so Hutter.

Skandal-Emus sind neu im Eichberger Zoo

Spezialbewilligung oder spezielle Ausbildung

Für die Haltung von Emus braucht man eine Spezialbewilligung oder eine Ausbildung zur Tierpflegerin von Wildtieren. «Ich habe eine Spezialbewilligung, lasse mich aber trotzdem zur Tierpflegerin von Wildtieren ausbilden», erklärt Hutter weiter. «Es gibt sehr viel zu lernen bezüglich Fütterung, Haltung und Verhalten.»

Speziell am Gnadenhof ist, dass kein Zaun die Tiere von den Besuchern trennt und alle Tiere zusammen in einem Käfig leben. Der Gnadenhof kümmert sich um über 100 Tiere und 25 verschiedene Tierarten. «Die Emus sind erfreulicherweise sehr friedlich und verstehen sich super mit den anderen Tieren», so Hutter.

(del)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • chzer am 10.12.2019 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwarze Kassen

    Es gibt noch viele Schwarze Kassen. Das war sicher eine der kleinsten. Ich vermute die einten gehen in die Milliarden. Auch andere Länder andere System-Sìtten. Wir werden noch staunen. Das gosse Ding kommt noch .

  • Robert am 10.12.2019 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gute alte Schweiz

    Sowas hätte mich in einem Land wie Bulgarien nicht überrascht. Aber scheinbar scheint Korruption auch in der Schweiz kein neues Thema zu sein... Keinen Deut besser

  • Dino Schön am 10.12.2019 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Skandal-Emus!

    Ich hoffe, die Emus, welche für diesen Skandal verantwortlich sind, werden vor Gericht auch entsprechend bestraft!

Die neusten Leser-Kommentare

  • chzer am 10.12.2019 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwarze Kassen

    Es gibt noch viele Schwarze Kassen. Das war sicher eine der kleinsten. Ich vermute die einten gehen in die Milliarden. Auch andere Länder andere System-Sìtten. Wir werden noch staunen. Das gosse Ding kommt noch .

  • Dino Schön am 10.12.2019 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Skandal-Emus!

    Ich hoffe, die Emus, welche für diesen Skandal verantwortlich sind, werden vor Gericht auch entsprechend bestraft!

  • Robert am 10.12.2019 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gute alte Schweiz

    Sowas hätte mich in einem Land wie Bulgarien nicht überrascht. Aber scheinbar scheint Korruption auch in der Schweiz kein neues Thema zu sein... Keinen Deut besser