Salez SG

13. August 2016 20:27; Akt: 15.08.2016 09:53 Print

So lief die Zug-Attacke ab

Ein Mann (27) hat in einem Zug bei Salez SG mehrere Menschen mit einem Messer und brennbarer Flüssigkeit schwer verletzt. Das wissen wir bisher.

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In einem Zug der Südostbahn hat ein Mann auf der Regionalstrecke zwischen Buchs und Sennwald im Kanton St. Gallen mehrere Menschen angegriffen und schwer verletzt. Ein Protokoll.

Der 27-jähriger Schweizer ist gegen 14.20 Uhr im fahrenden Zug unvermittelt auf eine Frau zugegangen und hat sie mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet.

Die Flüssigkeit entzündete sich.

Mehrere andere Passagiere waren ebenfalls vom Feuer betroffen.

Der Mann war zudem mit mindestens einem Messer bewaffnet und begann, auf weitere Passagiere einzustechen.

Unter den Verletzten ist ein sechsjähriges Kind, drei Frauen im Alter von 17, 34 und 43 Jahren, ein 17-jähriger und ein 50-jähriger Mann. Auch der Täter selbst verletzte sich bei der Attacke.

Nachdem sich die Flüssigkeit entzündet hatte, wurde der Brandalarm im Zug ausgelöst.

Der Zugführer entschied sich, in Salez einen Nothalt zu machen.

Eine Person, die sich am Bahnhof aufhielt, stieg in den Zug, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen. Dabei zog sie sich eine Rauchgasverletzung zu und gilt als leicht verletzt.

Ein Grossaufgebot von Ambulanz, Rega, Feuerwehr und Polizei traf in Salez ein. Darunter drei Rettungshelikopter, zwei Notärzte und drei Rettungswagen.

Ein Passant riss den Täter aus dem Zug. Der Täter brannte, als ihn die Polizei überwältigte.

Die Regahelikopter und Krankenwagen transportierten insgesamt sechs schwer- bis schwerstverletze Personen mit Stich- und Brandwunden in verschiedene Spitäler in der Schweiz, darunter auch Universitätsspitäler.

Mehrere Personen mussten notoperiert werden.

Der Täter beging nach der Attacke laut Zeugenaussagen einen Selbstmordversuch, wie FM1 berichtete. Dies kann die Polizei nicht bestätigen.

Der Täter und ein Opfer schweben in Lebensgefahr.

Vor dem Zug auf dem Perron in Salez war eine grosse Blutlache zu sehen. Der Zug wurde nach dem Halt gelöscht und gereinigt. Die Feuerwehr hat mittlerweile die letzten Spuren des Brandes beseitigt.

50 bis 60 Personen wurden noch vor Ort psychologisch betreut. Ein Care-Team der Bahn war ebenfalls anwesend. «Alle stehen unter grossem Schock», sagte Bruno Metzger, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen.

Der Täter hat einen typisch schweizerischen Namen und stammt laut Polizei aus einem an St. Gallen angrenzenden Kanton.

Die Polizei hat beim Täter noch am Samstagabend eine Hausdurchsuchung durchgeführt.

Zum Hintergrund der Tat ist noch nichts bekannt.

So berichtet Reuters über die Attacke:

(tab)