Autobahn A1

15. Oktober 2018 18:26; Akt: 15.10.2018 20:08 Print

So wurde der Irrfahrer auf der Autobahn ausgebremst

Auf der blanken Felge war in der Nacht auf Sonntag ein Rentner auf der A1 unterwegs. Ausgebremst wurde er schliesslich von zwei jungen Männern. Die Polizei warnt vor Nachahmern.

Sehen Sie im Video, wie der Rentner auf der Autobahn gestoppt wurde. (Video: Leser-Reporter)
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«Mein Kollege und ich waren auf dem Weg von der Olma nach Hause», erzählt ein Leser-Reporter, der im Auto auf dem Beifahrersitz sass. Dann hätten sie plötzlich bemerkt, wie die Autos vor ihnen abbremsten. «Grund dafür war ein Auto, das zickzack fuhr. Und es sah so aus, als hätte es einen Platten», berichtet der Leser-Reporter weiter.

Sie hätten aufgrund der seltsamen Fahrweise vermutet, der Lenker sei alkoholisiert unterwegs. Trotzdem sei er noch mit über 100 km/h unterwegs gewesen. «Von anderen Lenkern wurde er teilweise sogar noch überholt, es gab mehrere brenzlige Situationen.» Für den 21-Jährigen und seinen Kollegen (22) sei deshalb klar gewesen: «Wir müssen ihn verlangsamen und stoppen.»

Mit Polizei in Kontakt

Um 1.03 Uhr hätten sie dann den Notruf gewählt. «Nachdem wir den Lenker ausgebremst hatten, sind wir wieder hinter ihm hergefahren, um der Polizei zu sagen, wo er hinfährt.» Als eine Patrouille der Polizei vor Ort war, seien sie erst hinter dem Wagen geblieben. «Danach haben wir uns wieder vor das Auto gesetzt und ihn nochmals mit Hilfe der Polizei komplett ausgebremst», so der 21-Jährige. Dieses zweite Ausbremsmanöver zeigt das Video. Bei Hagenbuch ZH hatte die Fahrt dann ein Ende.

So wurde der Rentner auf der Autobahn ausgebremst

Atemlufttests ergaben beim 77-jährigen Schweizer einen Wert von 0,78 mg/l, also über 1,5 Promille. Er wurde aufgrund der örtlichen Zuständigkeit für weitere Amtshandlungen einer Patrouille der Kantonspolizei Zürich übergeben.

Bitte nicht nachmachen

In der Nacht zum Sonntag waren kurz nach 1 Uhr gleich mehrere Meldungen bei der Kantonalen Notrufzentrale eingegangen, dass auf der Autobahn A1 bei Sirnach ein Autofahrer mit einer stark beschädigten Felge ohne Reifen in Richtung Zürich unterwegs sei.

Die nachfolgende Ausbremsaktion auf Eigeninitiative sieht die Polizei indes kritisch. «Das lässt man lieber die Profis machen anstatt sich selbst noch in Gefahr zu bringen», so Mario Christen, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau. Die Patrouillen der Polizei seien via Funk verbunden und man könne deshalb genau absprechen, was gemacht wird. Als Laie sei es besser, zu beobachten und die Polizei zu verständigen. Allenfalls könne man versuchen, künstlich einen Stau zu produzieren und dann den Pannenblinker zu setzen und hintere Fahrzeuge zu warnen. Auch wenn die Polizei entschieden vom Nachahmen abrät, Konsequenzen hat die Aktion für die beiden nicht.

Für den Leser-Reporter ist klar: «Es war riskant und er wäre uns auch fast aufgefahren, aber wir haben in dem Moment gar nicht gross nachgedacht, sondern nur gehandelt. Und wir würden es wieder genau gleich machen. Wer weiss, was alles noch hätte passieren können, hätten wir ihn nicht gestoppt.»

(taw)