St. Gallen

19. Februar 2019 14:19; Akt: 19.02.2019 14:19 Print

Regierung soll an der HSG für Ordnung sorgen

Nach einem Bericht der Finanzkontrolle hat der St. Galler Kantonsrat zwei Vorstösse im Zusammenhang mit den Spesenaffären der Universität St. Gallen für dringlich erklärt.

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Der St. Galler Kantonsrat hat am Dienstagmorgen über die Dringlichkeit von drei Vorstössen entschieden. Darin geht es zweimal um Spesenskandale an der Universität St. Gallen (HSG). Die drei Fraktionen von FDP, CVP-GLP und SP-Grüne stellten in ihrem Vorstoss ein «kollektives Führungsversagen im Bildungsdepartement» fest.

Finanzkontrolle zeigte das Ausmass

Anlass ist unter anderem ein am 16. Februar im «St. Galler Tagblatt» auszugsweise veröffentlichter Bericht der Finanzkontrolle. Darin würden zahlreiche fragwürdige Bezüge von Spesen und weiteren Ausgaben in verschiedenen Instituten aufgelistet, heisst es im Vorstoss.

Dem Rektorat sei es nicht gelungen, gegenüber den HSG-Instituten griffige Regelungen zu etablieren und durchzusetzen. Auch der Vorsteher des Bildungsdepartements habe es versäumt, «proaktiv und transparent» über die dokumentierten Missstände und die ergriffenen Massnahmen zu informieren. Dabei sei das Vertrauen in die Universität aufs Spiel gesetzt worden.

Aufsichtsproblem bei den HSG-Instituten

Die drei Fraktionen wollen nun wissen, wann die Regierung von der Finanzkontrolle über die Missstände informiert worden ist und welche disziplinarischen und personalrechtlichen Massnahmen in Aussicht gestellt wurden. Der Rat stimmte der Dringlichkeit ohne Gegenstimme zu.

Der zweite Vorstoss zur Universität St. Gallen stammt von der Partei des Bildungschefs, nämlich von der SVP-Fraktion. Diese will wissen, wer für die Aufsicht über die HSG-Institute verantwortlich ist. Weiter soll die Regierung erklären, wer im Finanzausschuss des Universitätsrats sitzt und welche Aufgaben dieser Ausschuss hat. Auch bei diesem Vorstoss war die Dringlichkeit unbestritten.

Die Kritik im Vorfeld

Zu diesen Vorstössen kam es, weil Tätigkeiten von Professoren an der HSG seit dem letzten Jahr mehrmals in der Kritik standen. Zunächst stand Rektor Thomas Bieger wegen Nebentätigkeiten im Fokus der Medien. Danach geriet HSG-Professor Johannes Rüegg-Stürm in die Schlagzeilen, der als VR-Präsident von Raiffeisen Schweiz in die Kritik geraten war und das Mandat niederlegen musste. Und schliesslich wurde die Spesenaffäre um Rechtsprofessor Peter Sester aufgedeckt: Dieser hatte rund 120'000 Franken zu viel Spesen bezogen, was weitere Untersuchungen zur Folge hatte.

Nachdem die Dringlichkeit der Vorstösse nun vom Kantonsrat bestätigt wurde, wird der Finanzhaushalt der Universität St. Gallen – der zumindest zur Hälfte aus öffentlichen Geldern bestritten wird – definitiv zur Sache der Regierung.

(sda / sav)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Benno am 19.02.2019 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Es menschelt.

    Als wäre dies in irgendeiner anderen öffentlichen Institution oder den grossen Privaten Firmen anders.

  • Katja am 19.02.2019 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    HSG-Absolventen wurden zum Abzocken

    ausgebildet. Jeder HSG-Absolvent lernt, wie man aus möglichst nichts alles herausholt oder mit der Formerl der ersten Lernstunde... mit dem kleinstmöglichen Einsatz das höchstmögliche Ergebnis erzielen. Na... das heisst niemals, dass ein Ökonom eine soziale Einstellung mitbringen kann.

  • Gero F am 19.02.2019 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Abgezockt und Ausgebeutet

    Ist es nicht so, dass an der HSG gelernt wird wie andere Abgezockt und Ausgebeutet werden können, sollen um den eigenen Reichtum zu erlangen? Somit hat / haben sich der / die beschuldigte/n doch bloss an das Gelernte resp. an ihre eigene Regel gehalten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Piggeldy & Frederick am 23.02.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftskriminalität

    Eines ist sicher, ich werde in meiner Pension klauen wie ein Rabe. Genau diese Leute machen's uns hier vor wie es geht, und alles ganz legal. Später in ihrer virtuellen Managerwelt treiben sie das Spiel munter weiter. Leben auf den Schultern des arbeitenden Volkes. Natürlich auch dessen Sozial-Gelder an der Börse verzocken, nur mit einem Ziel, dass ihre eigene persönlichen Finanzen stimmen. ICH WERDE MIR EBENSO IN DER PENSION ALLES LEBENSNOTWENDIGE ZUSAMMENKLAUEN!!

  • Tscheky am 20.02.2019 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Händers tschekt?

    Spannend! HSG erklärt allen und jedem wie ein Betrieb zu funktionieren hat. In ihrem eigenen Laden bringen sie es nicht auf die Reihe. Als wischt mal vor der eigenen Türe.

  • Grosspapi am 20.02.2019 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Dimensionen im Auge behalten!

    Ich verstehe die Aufregung nur zum Teil. Bei einigen Ausgaben weiss man schlicht nicht so genau, wofür sie getätigt wurden. Dass die Belege fehlen, ist nicht gut. Wären sie vorhanden, würde sich vielleicht einiges in einem anderen Licht darstellen. Trotzdem wird nun alles skandalisiert und dabei vergessen, dass es sich um Forschungsinstitute handelt, die ihre Mittel in der Privatwirtschaft generieren müssen und dafür vielleicht manchmal etwas mehr "Spesen" investieren müssen. Wenn der Staat hier zu pingelig ist und die Professoren vergrämt, könnte er den Forschungsstandort St.Gallen gefährden.

  • René Schmid am 19.02.2019 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zurückzahlen

    HSG ist die Vorstufe zur Politik, die Fehlbaren sollten die Spesen zurück zahlen, nein sie müssen jeden Rappen zurückzahlen. Ich als einfacher Büezer bekomme 12 Franken für ein Mittagessen, und das sollten auch die HSG Abzocker bekommen . Sollte für mich keine Akzeptierte Strafe für die Spesensünder geben, weiss ich bei der nächster Abstimmung , was ich zu tun habe, e basta

    • E. Lite am 19.02.2019 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @René Schmid

      Dank deinen Sprachkünsten ist auch klar, warum du nur 12.- CHF hast.

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  • benno am 19.02.2019 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    praxiserfahrung

    Na was gelert wird muss schliesslich auch in der praxis getestet werden!