Ausbildungskurs

03. Juli 2018 05:44; Akt: 03.07.2018 05:44 Print

Spürhunde durchsuchen Ikea nach Sprengstoff

Am Montag fand in St. Gallen ein Ausbildungstag der Sprengstoff-Spürhunde statt. Die Tiere mussten im Lager nach Plastiksprengstoff und Zündschnüren suchen.

Im Video sucht der Hund unter Anleitung seines Hundeführers nach Sprengstoff. (Video: juu)
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An der Übung am Montagnachmittag bei der Ikea St.Gallen nahmen acht Hundeteams des Grenzwachtkorps (GWK) sowie zwei Teams der Kantonspolizei St.Gallen teil. Die Tiere sind eine Ergänzung zu den wachsamen Augen der Grenzwachtbeamten und der Polizisten.

Denn die Hunde haben gegenüber dem Menschen einen entscheidenden Vorteil: Sie verfügen über 250 Millionen Geruchszellen, rund 50 Mal mehr als der Mensch. Dieser ausgeprägte Sinn ermöglicht es den Tieren, illegale oder unerwünschte Stoffe wie Sprengstoff oder Drogen alleine aufgrund des Geruchs zu entdecken.

Spieltrieb entscheidend

Bei der Ausbildung werden die angeborene Neugier und der Spieltrieb der Hunde genutzt. Durch Belohnung bei Erfolg erlernen sie das angestrebte Verhalten bei der Suche nach illegalen Stoffen, wie das Video oben zeigt.

In direkten Kontakt mit Betäubungsmitteln oder Sprengstoff kommen die Hunde nie. Den Tieren wird ein Geruchsfilter an die Nase gehalten, der die zu suchenden Stoffen enthält. Diese muss der Hund suchen.

Evakuierung der Ikea im äussersten Fall

Damit der Hund motiviert bleibt, wird jedesmal im zu durchsuchenden Objekt Stoff versteckt: das garantiert ein Erfolgserlebnis. So auch am Montag in St.Gallen, wo die Spürnasen im Lager der Ikea nach Sprengstoff suchten.

Ausbildung Sprengstoff-Spürhunde

Das Szenario der Übung: Ein Angestellter wurde entlassen und drohte daraufhin mit einem Sprengstoffanschlag. Der Mitarbeiter ist noch im Besitz von Zugangsbadge und Schlüssel, deshalb müssen sowohl das Lager als auch die Verkaufsfläche abgesucht werden.

Während der Übung finden die Hunde die versteckten Gefahrenstoffe und zeigen ihrem Hundeführer durch Zeichen wie Sitz oder Platz an, ob und was sie gefunden haben. «Die Hundeführer müssen daraus die richtigen Schlüsse ziehen», sagt Marc Michel, stv. Leiter des Diensthundewesens im GWK. Im geübten Szenario am Montag wurde Sprengstoff gefunden. «Daraus würde erfolgen, dass die Evakuierung der Ikea angeordnet werden müsste», so Michel.

Hunde leben beim Führer

Die Grundausbildung der Hunde beginnt im Alter von drei Monaten und dauert dauert in der Regel rund zweieinhalb Jahre. Die Hunde werden vom GWK gekauft, leben aber mit dem Hundeführer und dessen Familie zusammen. Auch nach ihrer Pensionierung bleiben die Hunde bei der Familie der Hundeführer.

«Für die Ausbildung eignen sich die deutsche und belgische Schäferhunde sowie Labradore. Dies weil diese Rassen einen ausgeprägten Spieltrieb besitzen. Auch Jagdhunderassen und Retriever sind für die Ausbilung geeignet», sagt Michel.

(juu/jeb)

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