Toggenburg

15. Juli 2014 11:29; Akt: 15.07.2014 16:17 Print

St. Galler Polizei hebt grossen Hanf-Ring aus

von Daniel Steiner - Im Toggenburg wird fleissig Hanf angebaut. Die Polizei hat innerhalb eines Jahres fast 30 Indoor-Anlagen geräumt – so viele wie noch nie zuvor.

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Mit einer gross angelegten Aktion hat die St. Galler Kantonspolizei der Hanf-Szene im Toggenburg einen schweren Schlag versetzt. Seit Februar 2013 wurden im Grossraum Wattwil/ Ebnat-Kappel fast 30 Indoor-Anlagen ausgehoben, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. «Wir vermuten noch dutzende Anlagen im ganzen Kanton», sagt Sprecher Hanspeter Krüsi.

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Als erstes hoben die Beamten im Februar 2013 zwei Indoor-Hanfanlagen aus. Nach weiteren Ermittlungen konnte die Kantonspolizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft weitere 27 Hanf-Anlagen ermitteln und räumen. «Das Glück und die Hartnäckigkeit der Ermittler hat uns dabei geholfen», sagt Hanspeter Krüsi zum grössten Hanf-Fang in der Ostschweiz. Die Hanfanlagen waren meist in Garagen, Estrichen und Scheunen untergebracht.

31 Personen sind involviert

Die Zahlen sind eindrücklich: Bei 30 Hausdurchsuchungen wurden rund 3000 Cannabis-Pflanzen, über 12 Kilogramm Marihuana, 1,4 Kilogramm Haschisch sowie Bargeld im Wert von über 41‘000 Franken sichergestellt. Eine 30-jährige Schweizerin und drei Schweiz im Alter von 61, 29 und 23 Jahren wurden vorübergehend festgenommen. Insgesamt 31 Personen müssen sich vor der Staatsanwaltschaft verantworten.

Die Beschuldigten waren laut Polizei in mehreren Gruppierungen tätig. Innerhalb der Gruppen kannten sich die Mitglieder. Das Marihuana wurde hauptsächlich an Abnehmer im Raum Toggenburg verkauft, teilweise diente es auch dem Eigenkonsum. Der Cannabis-Anbau ist für die Betreiber offenbar äusserst lukrativ: «Die Beschuldigten haben teilweise davon gelebt oder sich einen grossen Zustupf verdient», sagt Krüsi. Der Verkaufswert der mittlerweile vernichteten Ware beträgt rund 150'000 Franken.

Punktuell aufs Toggenburg konzentriert

Doch warum wurde im Toggenburg so hartnäckig ermittelt? «Wir haben uns punktuell auf diese Region konzentriert», sagt Krüsi. Cannabis falle unter das Betäubungsmittelgesetz und sei in der Schweiz immer noch illegal. Sorgen bereitet dem Polizeisprecher, dass vielfach grosse Mengen von gesundheitsgefährdenden Düngemittel eingesetzt werden um die Produktion zu steigern. Das sei «bares Gift» für die Konsumenten, warnt Krüsi.

Mit dem Schlag im Toggenburg sei die Hanf-Razzia keinesfalls abgeschlossen, betont Krüsi. Man werde weiterhin intensiv ermitteln und vorhandene Anlagen räumen. Die Polizei bittet die Bevölkerung, verdächtige Feststellungen zu melden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizmann am 15.07.2014 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    "in der Schweiz immer noch illegal"

    mit Betonung auf "noch". Was würde die Polizei den lieben langen Tag machen, wenn diese Pflanze endlich legal wäre? Genau, steuerzahlende Bürger in ihren Autos verfolgen und schröpfen....

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  • KFJ am 15.07.2014 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hanf

    Huiii mindestens tausenden das Leben gerettet halleluja .

  • opa 62 am 15.07.2014 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Legalize

    Das sich bei diesem "Grün- Rot- Schwarzhandel" weder Männchen noch Weibchen in Bern die Gedanken über eine neue Steuerquelle gemacht hat erstaunt doch sehr. Wann realisiert die Politgesellschaft, dass nicht durch Bussen und Strafen ein System wächst. Also lasst uns ein Geschäft daraus machen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Don Juan am 17.07.2014 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Kann mir nicht genug an den Kopf langen

    Wow, ihr Helden! Wunderbar wie Steuergelder verschwendet werden, und ihr seid auch noch stolz darauf. Tag X wird kommen, wie damals in den USA mit dem Alkoholverbot.....

  • Remo am 16.07.2014 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere

    Das Bild mit dem Hund ist super. Mal kein Polizist der sich posiert sondern der, der die Arbeit auch gemacht hat. Bravo.

  • Sepp Grün am 16.07.2014 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gift Konsum wegen Verbot

    Er würde in jedem Garten wachsen ohne Gift aber ist halt Verboten und so müssen die Kiffer Gift Rauchen.

  • Den Nun Zier Dich am 16.07.2014 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denunzieren.....

    Denunzieren des Schweizer liebster Sport und auch noch von der Polizei dazu aufgefordert, da fragt man sich schon in welchem Land wir leben. Und es gibt noch genug dumme die sich daran erquicken können.

  • KFJ am 15.07.2014 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hanf

    Huiii mindestens tausenden das Leben gerettet halleluja .