Public Viewing

10. Juli 2014 06:11; Akt: 10.07.2014 06:11 Print

St. Galler WM-Fans guckten in die Röhre

Die Veranstalter des Kulturfestivals in St. Gallen sind verärgert. Sie konnten die Halbfinal-Spiele nicht unter freiem Himmel zeigen. Viele Zuschauer liefen auf.

storybild

Das WM-Wohnzimmer am Kulturfestival in St. Gallen. (Bild: Kulturfestival / Kasimir Höhener)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Fussballfans standen am Dienstag- und Mittwochabend beim Kulturfestival in St. Gallen vor verschlossenen Toren. «Bei uns geht es am Samstag mit dem kleinen Final weiter», war auf einem Zettel vor dem Innenhof des Historischen und Völkerkundemuseums zu lesen.

Mitveranstalter Lukas Hofstetter bestätigt auf Anfrage: «Wir haben für die beiden Halbfinal-Spiele leider keine Bewilligung erhalten.» Fussballfans mussten wieder nach Hause oder die Partien in einer Beiz anschauen.

Den Stecker gezogen

Ursprünglich war vorgesehen, ab dem Viertelfinal alle WM-Spiele live im Innenhof zu übertragen. «Wir bissen uns bei den Verhandlungen mit der Gewerbepolizei die Zähne aus», sagt Hofstetter. Man hätte zwar die Halbfinal-Spiele bis Mitternacht zeigen dürfen – im Falle einer Verlängerung hätten die Behörden aber die Stecker gezogen, um die Nachtruhe zu gewährleisten.

Beim Kulturfestival wollte man dieses Risiko nicht eingehen und verzichtete deshalb ganz auf eine Übertragung. Hofstetter bedauert die Angelegenheit und ist sicher: «Die beiden Halbfinal-Spiele wären bei uns ohne grossen Lärm über die Bühne gegangen.»

Anwohner vor Lärm schützen

Anders sieht man es bei der Stadtpolizei St. Gallen. In der Vergangenheit seien bereits Lärmklagen rund um das Festival eingegangen. «In Absprache mit weiteren Behörden haben wir für die WM-Spiele unter der Woche keine Bewilligung erteilt», sagt ein Polizeisprecher. Man wolle den Anwohnern während des 14-tägigen Festivals eine Verschnaufpause gönnen und ihnen keine zusätzliche Beschallung zumuten.

Weniger streng legt man die Regeln in Arbon aus. Die WM-Spiele dürfen beim Public Viewing am Hafenquai gezeigt werden, auch wenn es bis nach Mitternacht dauert. «Auch die Halbfinal-Spiele wurden bei uns bewilligt. In diesen Tagen ist bei uns höchstens das schlechte Wetter ein Problem», sagt Eventmanager Peter Klöckler.

(dst)