Asylpolitik

03. Juli 2014 17:57; Akt: 03.07.2014 17:57 Print

St.Gallen nimmt syrische Familien auf

Der Kanton St.Gallen will 60 syrische Flüchtlinge aus einem UNHCR-Programm aufnehmen. Nach den Sommerferien sollen die ersten Familien eintreffen.

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Syrische Flüchtlinge in einem UNHCR-Lager: St.Gallen nimmt 60 von ihnen auf. (Bild: Keystone/AP)

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Die syrischen Flüchtlinge sollen zuerst in einem ehemaligen Internat in Thal betreut und danach an die Gemeinden verteilt werden, so der St.Galler Regierungsrat Fredy Fässler am Donnerstag an einer Medienorientierung in St.Gallen.

Erklärtes Ziel sei es, die Flüchtlinge aus Syrien im Kanton zu integrieren, so Fässler. Dafür brauche es nicht nur engagierte Behörden – er wünsche sich auch von der Bevölkerung, «dass sie ohne Vorurteile und mit Offenheit auf die Flüchtlinge zugeht».

Nach den Sommerferien wird eine erste Flüchtlingsgruppe im Kanton St.Gallen eintreffen. Ausgewählt wurden verletztliche Personen wie notleidende und traumatisierte Familien. Sie werden zuerst in heute leerstehenden Räumlichkeiten des ehemaligen Internats Marienburg in Thal untergebracht und dort auch betreut.

Spezielle Betreuung

Ein spezielles Expertenteam wird die Flüchtlinge vor Ort medizinisch, psychologisch, sozial und schulisch betreuen. Fässler verwies auf die Erfahrungen des Traumazentrums Gravita in St.Gallen. Geplant ist unter anderem auch Schulunterricht für die Kinder.

Später sollen die Familien auf die Gemeinden verteilt werden. Nach dieser ersten Gruppe will der Kanton St.Gallen nochmals 60 Flüchtlinge aufnehmen. Die Regierung sei dazu wie andere Kantone vom Bund angefragt worden, sagte der Vorsteher des St.Galler Sicherheits- und Justizdepartements.

Bevölkerung wird informiert

Die Regierung sowie die Vereinigung der St.Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) planen nächsten Montag um 19.30 Uhr für die Bevölkerung von Thal eine spezielle Informationsveranstaltung in der Marienburg.

Nach Auskunft des Bundesamtes für Migration ist St.Gallen nicht der ersten Kanton, der im Rahmen eines UHCR-Programms syrische Flüchtlinge aufnimmt: Uri und Solothurn haben ebenfalls Familien aufgenommen. Weitere Kantone werden folgen und ihr Angebot jeweils selber ankündigen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wilhelm Tell am 03.07.2014 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Einmal mehr unglaublich! Ich würde mich sehr freuen, wenn uns Schweizern (Eidgenossen) die gleiche Beachtung - im In- und Ausland - geschenkt würde.

  • P. Meier am 03.07.2014 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gar nicht zu spät!

    Nett das sie auf die Idee gekommen sind - nach drei Jahren Bürgerkrieg dort.

  • patrick h. am 03.07.2014 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    wind aus den segeln nehmen

    Bevor jetzt die ersten Verdreher kommen. Das St.Galler Kantonsparlament besteht zu 70% aus rechtsbürgerlichen Vertretern.

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  • patrick h. am 03.07.2014 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    wind aus den segeln nehmen

    Bevor jetzt die ersten Verdreher kommen. Das St.Galler Kantonsparlament besteht zu 70% aus rechtsbürgerlichen Vertretern.

  • Wilhelm Tell am 03.07.2014 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Einmal mehr unglaublich! Ich würde mich sehr freuen, wenn uns Schweizern (Eidgenossen) die gleiche Beachtung - im In- und Ausland - geschenkt würde.

  • P. Meier am 03.07.2014 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gar nicht zu spät!

    Nett das sie auf die Idee gekommen sind - nach drei Jahren Bürgerkrieg dort.