Ausgekifft

23. Mai 2014 06:08; Akt: 23.05.2014 16:36 Print

St.Galler Indoor-Hanf mit vielen Giftstoffen

von Jeroen Heijers - Die St.Galler Polizei hebt Indoor-Hanfanlagen aus wie noch nie. Was den Ermittlern besonders auffällt, ist das Giftarsenal, mit dem die Züchter zu Werke gehen.

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Am letzten Dienstag hob die Kantonspolizei St. Gallen diese Hanf-Indooranlage in Bernhardzell aus. (Bild: Kapo SG)

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Bereits 25 Indoor-Hanfanlagen hat die St.Galler Polizei in den ersten fünfeinhalb Monaten dieses Jahres ausgehoben. Zum Vergleich: Im ganzen vergangenen Jahr waren es rund 30 gewesen. «Das Geschäft ist nach wie vor äusserst lukrativ», sagt Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der Kapo St. Gallen. In der Tat: Eine funktionierende Anlage bringt rasch einmal 100'000 Franken und mehr ein.

Gefährliche Industrieproduktion

Damit eine Indoor-Anlage funktioniert, ist laut Rezzoli ein ganzes Arsenal von chemischen Substanzen notwendig: Fungizide, Pestizide, Wachstumsförderer. «Auf jeder Flasche prangt ein Totenkopf», so Rezzoli. Ohne diese Mittel würden heute kaum noch Indooranlagen betrieben, so der Polizeisprecher.

Genau diese Tatsache beunruhigt Cannabis-Experte Rudolf Brenneisen von der Universität Bern: «Der Cannabis- Konsument ist sich nicht bewusst, welche Substanzen er inhaliert und weiss dementsprechend auch nicht, wie hoch der THC- Gehalt ist.» Da die biologische Züchtung von Hanfpflanzen ein gewisses Know-how und auch viel Aufwand benötigt, greifen viele Hanfbauern zu Pestiziden, um die Kosten tief halten zu können.

Konsumenten interessiert es nicht

Laut Hugo Kupferschmidt vom schweizerischen toxikologischen Zentrum in Zürich kann vergiftetes Gras durchaus gesundheitliche Folgen haben – allerdings erst bei einem hohen Konsum. Die betroffenen Cannabiskonsumenten würden sich ohnehin nicht allzu sehr um ihre Gesundheit kümmern. «Pestizide interessieren da nicht mehr so sehr », so Kupferschmidt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aw am 23.05.2014 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gras

    Schützt die Bevölkerung indem Ihr Cannabis Legalisiert und kontrolliert anbaut.

  • Bürger am 23.05.2014 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Offensichtliches

    Somit sollten selbst den merkbefreitesten Ewiggestrigen zwei Dinge klar sein: 1) Prohibition funktioniert nicht und 2) es braucht sofort eine Regulierung mit Qualitätskontrolle. Es kann nicht sein, dass ein kaum schädliches Produkt (Cannabis) in den Untergrund gedrängt wird und dort mit Herbiziden und Fungiziden belastet produziert wird. Wer das nicht einsehen kann oder will, sollte sich sofort aus der Diskussion zurückziehen.

  • AndyR am 23.05.2014 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legalisieren!

    Die hohe Rendite ergibt sich aus dem "Risikozuschuss", weil illegale Geschäfte viel Geld abwerfen müssen. Zudem wäre der Anbau in einem legalen Umfeld, deutlich weniger mit Schadstoffen belastet weil nicht mehr im Hinterzimmer versteckt, gezüchtet werden würde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • René Hofmann am 23.05.2014 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Da lob` ich mir......

    .....doch meinen Bio-Hanf. Eine gesunde Mischung aus Regen, Sonne und etwas Zuwendung reichen völlig aus.

  • Dieter am 23.05.2014 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Legalisierung / Entkriminalisierung

    Wenn ich solche Aussagen schon lese:"Konsumenten interessiert es nicht" Wie wäre es mit einem geregelten Markt in dem Qualität und Quantität überwacht wird? Entkriminalisiert die Konsumenten ! JETZT!

  • Hans am 23.05.2014 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiterer Grund für die Legalisierung

    Die Folgen der Prohibition Also bleibt nur Legalisieren!!!

  • 1d1ot am 23.05.2014 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Und es interessiert doch!

    Legalisieren, weniger Giftstoffe, weniger Krankenkasse, mehr direkte Steuereinnahmen für den Staat vs. weniger Steuereinnahmen von der Pharma, weniger Gehälter für Pharma Manger. Fazit: Mir ist egal wenn Pharma Manager weniger verdienen. Aber es sollte doch möglich sein weder das Gift der einen noch der anderen konsumieren zu müssen/dürfen. (müssen = Pharma / dürfen = Kiffen) Schade halt nur dass die Pharma und die Politik unter einer Decke stecken. Die einzige Lösung die die Politik akzeptieren wird ist, wenn die Pharam Giftfreies THC zu überteuerten Preisen verkauft.

  • Roman am 23.05.2014 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Hahaha!Der Witz des Tages!

    Ihr würdet Euch besser mal sorgen darüber machen was Ihr alles für Gift in Euren Tomaten, Salaten usw. ist, welchen ihr im Migros, COOP, Aldi usw kauft!