Geothermie

13. Februar 2014 17:36; Akt: 13.02.2014 21:23 Print

Stadtrat: «Ich war auf Fehlschläge vorbereitet»

Das Bohrloch im Sittertobel liefert zu wenig heisses Wasser. Doch Fredy Brunner sprudelt vor Energie und will Alternativen prüfen.

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Stadtrat Brunner will trotz schlechter Testergebnisse nicht aufgeben und das Geothermieprojekt weiterführen. (Bild: tsohttp://editorial.20min.ch/scripts/content/topel)

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«Ich würde Ihnen heute gerne verkünden, dass wir ein zweites Loch bohren», eröffnete FDP-Stadtrat Fredy Brunner die gestrige Medienkonferenz. Doch die Testergebnisse machten das Geothermieprojekt zunichte: Das Bohrloch im Sittertobel liefert zu wenig Heisswasser.

Aus der Tiefe sprudeln pro Sekunde nur sechs Liter – statt der erhofften 50 Liter. «Ich war von Anfang an auf Fehlschläge vorbereitet», sagt Brunner. Das Geothermieprojekt wird nun deutlich kleiner ausfallen als ursprünglich geplant.

Gasförderung kommt in Betracht

Dem Vater der Geothermie St. Gallen kratzt dieser Misserfolg nicht am Ego: «Es geht hier nicht um mich», stellt Brunner klar, «sondern um die Erwartungen in der Bevölkerung.» Deshalb würden die Verantwortlichen jetzt alles geben, um das Projekt irgendwie weiterzuführen. In Frage kommen die Förderung von 145 Grad heissem Wasser und von Erdgas. «Die unattraktivste Lösung wäre schliesslich eine einfache Erdwärme-Sonde», so Brunner.

Dass die Verantwortlichen doch noch eine wirtschaftliche Lösung finden, davon ist auch Peter Meier von Geo Energie Suisse überzeugt: «Mit Fehlschlägen muss man rechnen», so der Hydro-Geologe. Der noch offene weitere Projektverlauf des St. Galler Geothermie-Projekts ändere jedoch nichts an der Bedeutung der Geothermie für die Energiewende. Trotz allem sei die Bohrung von St. Gallen ein Pionierprojekt: «Man hat wichtige Erkenntnisse gewonnen für zukünftige Projekte.»

(tso)