Wes Anderson

03. März 2014 16:53; Akt: 04.03.2014 10:16 Print

Starregisseur setzt auf Toggenburger Naturjodel

Von Hemberg nach Hollywood: Zwei Toggenburger Jodler liefern die Titelmelodie zu Wes Andersons neuer Komödie «The Grand Budapest Hotel».

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Ruedi (r.) und Werner Roth zu Hause in Bächli-Hemberg: Ihr «Zäuerli» schaffte es nach Hollywood. (Bild: 20 Minuten/Eli)

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Wenn Regisseur Wes Anderson («The Royal Tenenbaums») ruft, stehen die Grössen Hollywoods Schlange. Bill Murray, Jude Law, Tilda Swinton, Harvey Keitel, Saoirse Ronan, Edward Norton oder Ralph Fiennes gehören zu den Stars in seiner neuen Komödie «The Grand Budapest Hotel». Mit von der Partie sind auch Ruedi und Werner Roth aus Bächli-Hemberg. Die beiden Jodler liefern die Titelmelodie zur Komödie, die diese Woche in die Schweizer Kinos kommt: «S’Rothe Zäuerli», einen Naturjodel.

Von Werner Herzog inspiriert

Etwas gestaunt habe er schon, als sich im vergangenen Herbst der Vertreter einer Gesellschaft für Musikrechte bei ihm gemeldet habe, erzählt Ruedi Roth: «Als der mir erzählte, man wolle das Stück für einen Hollywood-Film verwenden, konnte ich es kaum glauben. Doch der Mann versicherte mir, es sei kein Scherz.»

Ruedi Roth hatte das «Zäuerli» vor etwa 20 Jahren komponiert. Sein Bruder Werner brachte später noch Ergänzungen an. 2002 wurde es von der Formation Öse Schuppel aufgenommen. Auf diese Weise gelangten Regisseur Anderson und sein Filmkomponist, Oscarpreisträger Alexandre Desplat, an das Werk. «Die beiden hatten in einem Film von Werner Herzog das Talerschwingen entdeckt und wollten nun etwas Ähnliches für ihren Film haben», sagt Ruedi Roth.

«The Grand Budapest Hotel» spielt im osteuropäischen Fantasieland Zubrowka, einer bizarren Märchenwelt, und dreht sich um den Chef-Concierge Gustave, gespielt von Ralph Fiennes.

Willkommener Zustupf

Eiligst musste Ruedi Roth seinen Jodel bei der Suisa anmelden. Der Aufwand lohnte sich: 20'000 Dollar überweist die Produktionsgesellschaft allein für die Rechte am Stück auf dem amerikanischen Kino-Markt. Wird der Film ausserhalb der USA gezeigt, wird pro Vorstellung ein weiterer Betrag fällig. «Nicht, dass ich nun reich würde», sinniert Ruedi Roth, «eine innere Genugtuung ist es aber schon, wenn ein eigenes Stück auf diese Weise Anerkennung findet.»

Der Entschluss, nun mit 50 Jahren die Landwirtschaft an den Nagel zu hängen und sich ganz der Musik und der Arbeit als freier Journalist zu widmen, sei jedenfalls schon früher gefallen, sagt Roth.

(eli)