Zugvögel

20. Dezember 2018 05:53; Akt: 20.12.2018 05:53 Print

Störche bleiben aus Liebe zum Partner im Schnee

Statt in den Süden aufzubrechen sind dieses Jahr viele Störche in der Ostschweiz geblieben. Ein Grund dafür kann die Liebe sein, weiss ein Experte.

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Trotz Minustemperaturen und verschneiter Wiesen sind in der Ostschweiz diese Tage zahlreiche Störche zu sehen. Leser-Reporter D.B.* wundert sich: «Ich habe in Frauenfeld einen Storch als Nachbar und war ziemlich schockiert, als er nach dem ersten Schnee noch immer an seinem Platz war.» Facebook-Post lässt die User rätseln: «Vielleicht ist er zu alt?» oder «Vielleicht ist das ja eine andere Storchenart?» wird spekuliert.

Laut Bruno Bachmann, Präsident des Storchenvereins Uznach, ist der Frauenfelder Storch kein Einzelfall. Rund ein Drittel der Störche seien dieses Jahr in der Region geblieben, so der Fachmann. «Allein hier in Uznach haben wir derzeit mindestens 40 Störche.»

Treue zum Partner und zum Horst

«Manche fliegen altersbedingt nicht mehr in den Süden und andere sind noch nie geflogen», erklärt der Vogelexperte. Dies, weil man vor Jahren Jungstörche in der Schweiz neu ansiedeln und die ersten Winter hier behalten musste. So hätten einige ihren natürlichen Zugtrieb verloren.

Doch laut Bachmann kann auch die Liebe zum «stubenhockenden» Partner ein Grund fürs Hierbleiben sein: «Störche sind äusserst treue Tiere und so bleiben viele auch dem Partner wegen hier.» Michael Schaad, Sprecher der Vogelwarte Sempach, ergänzt, dass nicht nur die Treue zum Lebenspartner eine Rolle spielt, sondern auch die zum Horst. «Wenn ein Storch altersbedingt stirbt oder nicht zurückkehrt, wartet der Partner im Horst, bis jemand neues kommt», so Schaad.

«Eher verhungern als erfrieren»

Können Störche denn einen harten Schweizer Winter überstehen? «Ja», sagt Bachmann. Allerdings nur mit Hilfe: «Wenn die Temperaturen weiter sinken und mehr Schnee fällt, werden wir die Vögel füttern.» Dies, obwohl Störche als Wildtiere grundsätzlich nicht gefüttert werden sollten.

Dass ein Storch erfriert, sei unwahrscheinlich, sagt Michael Schaad von der Vogelwarte: «Sie haben ein äusserst dichtes und wärmendes Federkleid. Da müsste er schon sehr geschwächt sein.» Schaad sieht den Hauptgrund für das Hierbleiben in der Nahrung: «Solange die Tiere hier noch etwas zu fressen finden, sind sie auch nicht zum Wegfliegen gezwungen.» Sollte sich dies aber ändern, sei es gut vorstellbar, dass einige Störche noch Ende Dezember oder Anfang Januar Richtung Süden aufbrechen.

*Name der Redaktion bekannt

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • StorchenFan am 20.12.2018 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stubenhocker

    Das Pärchen auf unserem Schornstein in Wigoltingen ist auch immer noch da. Habe mich auch schon gewundert.

  • Sterntaler am 20.12.2018 06:28 Report Diesen Beitrag melden

    getreu bis in den Tod

    Das nenn ich Treue! Kalte Füsse bekommen aus Liebe zur Störchin/ zum Herr Storch...

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  • René am 20.12.2018 06:31 Report Diesen Beitrag melden

    War gestern Abend gestaunt, als ich am

    Lützelsee bei Hombrechtikon ein Storchenpaar rumfliegen sah. Hoffentlich werden die auch gefüttert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Babsi De am 21.12.2018 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ungewöhnlich und doch so schön

    Hab heute in der Nähe von Affoltern am Albis ca 6 Störche auf einem Feld gesehen und war mit meinem Sohn zusammen am rätseln warum soviele Störche noch da sind. drücken wir die Daumen das wir nicht zufüttern müssen und sie gut durch den Winter kommen.

  • Stone am 20.12.2018 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nein nein...

    ....es ist die Klimaerwärmung, diese ist doch zur Zeit an allem Schuld. Sollte es einmal nicht die Klimaerwärmung sein, dann ist Donald Trump schuld. Hauptsache die zwei Themen bleiben aktuell, so hat es immer ein Lückenfüller im Medienhimmel. Die Störche sind zweitrangig, dass diese in den Süden fliegen oder nicht interessiert niemanden.

  • Vogelkundlerin am 20.12.2018 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ein paar

    der coolsten Tiere überhaupt. Ich freue mich immer sehr, wenn ich Störche beobachten kann.

  • Horst Beobachter am 20.12.2018 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wissen wird weiter gegeben

    Tiere lernen und geben ihr Wissen weiter. Wenn die Störche miterleben wie ihre Genossen auf dem Weg in den Süden oder von dort zurück abgeschlachtet werden, werden sie den Weg nicht mehr machen und "sagen" es den andern weiter. Dasselbe Verhalten bei Mäusen, Maulwürfen, Rehe, Hirschen.... zudem werden die Winter und schnee-Frost-Tage immer weniger bei uns.

  • martin aus glis am 20.12.2018 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ewigi Liebi "

    Für ein besseres miteinander .. Der Mensch könnte viel sehr viel von den Tieren erlernen,

    • Doris am 20.12.2018 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @martin aus glis

      Richtig. Zum Beispiel, dass sie jede Saison einen neuen Partner haben.

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