Ostschweizer A1-Abschnitt

12. August 2019 19:14; Akt: 12.08.2019 19:14 Print

Schon 5 Menschen liessen hier dieses Jahr ihr Leben

Auf der A1 kam es beim Bürerstich am Sonntag zu einem schweren Verkehrsunfall. Insgesamt sind dort dieses Jahr schon fünf Personen tödlich verunglückt.

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Am Sonntagabend kam es auf der A1 zwischen Oberbüren und Gossau zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein Auto prallte in ein ehemaliges Militärfahrzeug. Wie Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, gegenüber 20 Minuten sagt, waren die Einsatzkräfte noch bis Mitternacht im Einsatz. Zwei Frauen starben beim Unfall, vier weitere Personen wurden verletzt. Die beiden Todesopfer befanden sich in einem in Frankreich immatrikulierten Auto, wie die Kantonspolizei St. Gallen in einer Mitteilung schreibt. Ein Leser-Reporter, der an der Unfallstelle vorbeifuhr, sagt zu 20 Minuten: «Ich sah das alte Militärfahrzeug, das auf dem Dach lag. Daneben war ein Privatfahrzeug, das komplett zerstört war. Das Dach fehlte.» Vor Ort war ein Grossaufgebot der Kantonspolizei St.Gallen, des Rettungsdienstes sowie der örtlichen Feuerwehr im Einsatz. Ebenfalls standen zwei Rettungshelikopter im Einsatz. In diesem Jahr alleine kam es auf dem Streckenabschnitt zu fünf Toten. Im April wollte ein 24-Jähriger bei einem Reifenschaden helfen. Er und der Fahrer des defekten Kleinbuses wurden dabei von einem Auto überfahren und getötet. Wegen eines Defekts am vorderen linken Reifen stoppte der Lenker den Kleinbus auf dem Pannenstreifen und bot einen Pannenhelfer auf. Während des Reifenwechsels wurden die beiden Männer, die sich auf der Fahrbahn-zugewandten Seite befanden, vom Auto eines Mannes erfasst, der auf der Normalspur vorbeifuhr. Im Februar ereigneten sich an einem Morgen drei Verkehrsunfälle auf dem Abschnitt. Eine Beifahrerin kam dabei ums Leben. Laut Mediensprecher Florian Schneider könnte dies am Stand der Sonne gelegen haben. So wurden die Fahrer geblendet.

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Nach dem tödlichen Unfall am Sonntag auf der A1 bei Oberbüren wird auf der Facebook-Seite der Kantonspolizei St.Gallen rege diskutiert. Die beiden tödlich Verunfallten sind nicht die ersten, die an dieser Stelle ihr Leben lassen mussten. Alleine in diesem Jahr forderte der Autobahnabschnitt Bürerstich zwischen Gossau und Oberbüren fünf Todesopfer. Im April wollte ein 24-Jähriger bei einem Reifenschaden helfen. Er und der Fahrer des defekten Kleinbuses wurden dabei von einem Auto überfahren und getötet. Im Februar kam es auf dem Bürerstich an einem Vormittag zu drei Verkehrsunfällen. Während die beiden ersten Auffahrunfälle mit zwei leicht Verletzten relativ glimpflich endeten, kam beim dritten Unfall eine Frau ums Leben.

Die Facebook-User sind sich uneinig: Ist der Streckenabschnitt besonders gefährlich oder haben die Unfälle andere Ursachen? «Es passieren dort so viele Unfälle. Es wird Zeit, dass etwas dagegen unternommen wird», heisst es in einem der Kommentare. Andere sind der Meinung, dass doch genau dieser Streckenabschnitt so übersichtlich sei. Der Vorschlag eines Mannes, das Tempolimit auf 80 oder 100 km/h zu reduzieren, spaltet die Meinungen weiter: «Das liegt nicht an der Geschwindigkeit, sondern am nicht aufmerksamen Fahren», meint eine Frau.

20 Minuten hat den Streckenabschnitt abgefahren. (Video: maw/mwa)

Polizei sieht Problem nicht beim Streckenabschnitt

Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, sieht das Problem nicht beim Bürerstich. Massnahmen wie eine Temporeduktion seien vorerst nicht geplant. Der Abschnitt sei grundsätzlich nicht gefährlicher oder unübersichtlicher als andere. «Früher führte Aquaplaning zu einer erhöhten Anzahl Unfälle im Streckenabschnitt», sagt Schneider. Durch bauliche Massnahmen und einem erneuerten Belag konnte dieses Problem aber behoben werden.

Einzige Ausnahme sei der Sonnenstand. «Einmal im Herbst und einmal im Frühling steht die Sonne so, dass die Autofahrer geblendet werden und es dort an dieses Tagen gehäuft zu Unfällen kommt.» So möglicherweise auch im oben genannten Fall im Februar.

Generell gilt: «Die Fahrer müssen den Kopf bei der Sache haben und sich auf die Strasse konzentrieren.» So könnten wohl viele Verkehrsunfälle verhindert werden.

(mwa)