Toggenburg

27. Januar 2020 20:52; Akt: 28.01.2020 00:23 Print

Geocacher schrecken Waldgämse auf

Im Toggenburg hat es eine stabile Population an Waldgämsen. Nun störten Geocacher ihre Ruhe. Wildhüter und Jäger sind verärgert.

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«Es war schlimm, als das beliebte Suchspiel Geocaching
den Tufertschwiler Felsen als Ziel bezeichnete», wird Paul Lämmler, der Obmann der Lütisburger Jagdgesellschaft, im «Toggenburger Tagblatt» zitiert. Geocaching ist ein Spiel, bei dem man mit Hilfe eines GPS-Empfängers auf die Suche nach einem versteckten Schatz, einem sogenannten Geocache, geht. Das Spiel ist besonders beliebt bei Familien und boomt seit Jahren.

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Sucher im Lebensraum der Gämse

Ein Geocache wurde nun auch auf Lütisburger Gemeindegebiet versteckt, so Lämmler, genauer beim Tufertschwiler Felsen. Für den passionierten Jäger ein Ärgernis. Denn: Im betroffenen Gebiet lebt eine Kolonie von 30 bis 40 Waldgämsen. Die Tiere würden die Ruhe im für Menschen schlecht zugänglichen Gebiet schätzen. Doch damit war es plötzlich vorbei: Mit Kletterausrüstungen seien die Cacher in den Lebensraum der Gämsen eingedrungen und hätten deren Lebensqualität massiv beeinträchtigt.

«Wenn sich ein Geocache in einem sensiblen Lebensraum befindet, kann den dort ansässigen Tieren der Rückzugsort genommen werden», so der zuständige Wildhüter Matthias Müller zu 20 Minuten. Es bestehe die Gefahr, dass die Tiere vertrieben würden. Schliesslich wurde der störende Geocache entfernt.

Geocaching im Kanton St. Gallen

Schon vor Jahren gab es im Kanton St. Gallen Fälle von störenden Geocaches. Auch diese wurden in der Folge umplatziert. Laut dem kantonalen Baudepartement gibt es keine Bewilligungspflicht für das Platzieren von Geocaches. Daher wisse der Kanton nicht, wo sich diese befinden. Der Kanton würde nur intervenieren, wenn ein Posten in einem Waldreservat oder einem Naturschutzgebiet liege.

Das St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei hat zehn goldene Regeln für umweltverträgliches Geocaching aufgestellt. Diese findet man hier.

(gab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 27.01.2020 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentümer anschreiben - so einfach

    Einfach den Owner anschreiben und gut ist. Dann wird reagiert. Zu den Medien rennen ist vermutlich einfacher.

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  • Steinbock am 27.01.2020 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Dabei bei Demos für Umwelt-/Klimaschutz?

    Wahrscheinlich sind das dann auch Leute die an Demos für Umwelt- und Klimaschutz teilnehmen. Wandern, Sport draussen etc. mag richtig sein, aber auch da gehört der nötige Respekt vor der Natur und seinen Bewohnern. Wenn man etwas für den Umweltschutz tun will, sollte man schon zuerst mal einwenig Hirn einschalten und sein eigenes Tun und Handeln überdenken resp. hinterfragen. Manchen scheint das zu anstrengend zu sein.

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  • kalauer am 27.01.2020 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Waldgämse

    Im Aargau konnten wir oft Waldgämse bei unseren Waldspaziergängen beobachten. Meist war es eine kleine Herde. Es war erfrischend zu sehen, was die Natur zu bieten hat. Wir gingen unseren Weg und sie ihren, meist waren immer gut 300 Meter abstand zwischen uns. Näher kamen sie selten wegen den Hunden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zork III am 28.01.2020 23:09 Report Diesen Beitrag melden

    Die Geschichte hat sich...

    ... vor fast drei Jahren abgespielt. Der Cache "Cliffhanger" wurde im März 2017 eröffnet und im April schon wieder geschlossen. Wieso um alles in der Welt wird die Story hier wieder aufgewärmt??

  • Margot M am 28.01.2020 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Da s ist schon sehr einfach gedacht

    Ganz so einfach ist das auch nicht. Eigentlich besteht der Reviewer heute darauf, dass eine Bewilligung vor liegt. Und wenn der Owner hier nicht in die Verantwortung genommen wird, lernt er es nie. Abgesehen davon werden Zuviels Caches in kaum zugänglichen Gelände gelegt, die es so einfach nicht braucht. Dies ist nicht die Idee vom Geocaching.

  • Lina am 28.01.2020 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötiger Aufschrei

    Geocacher erschrecken Wildtiere bestimmt mehr, wie Jäger Vorkommentar triffts: einfach Owner anschreiben. Bei Jägern ist das nicht so einfach...

  • lynx313 am 28.01.2020 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wildproblem

    Ist ja lustig, dass da von einer stabilen Wildpopulation geschrieben wurde. In Wahrheit ist die Wilddichte in der Schweiz massiv zu hoch. Dadurch leidet der Wald. Eine Naturverjüngung der Bäume ist vielerorts nicht mehr möglich. Aber die Jäger wollen eine hohe Population. So ist es einfacher für sie, die Tiere zu jagen. Zur Natur gehören nicht nur das Wild, sondern auch die Pflanzen, welche durch den Wildverbiss kaum noch eine Chance haben, aufzuwachsen... Passionierter Förster und Geocacher, der in den Bergen fernab der Stadt aufwuchs und lebt.

    • Fritz am 28.01.2020 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Wildproblem

      lynx313, gehören Sie zu den Menschen, die die Zeit früher nicht kennen? Vermutlich gibt es heute nicht mehr so viele Wildtiere wie früher. Wenn ich heute Wandern gehe, sehe ich nur mit Glück ein Wild. Von wegen Wilddichte viel zu hoch, ist von mir aus gesehen massiv übertrieben. Wollen Sie in der nächsten Generation unsern Kindern diese Tiere nur noch im Zoo zeigen?

    • real ist am 28.01.2020 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @lynx313

      Tatsächlich sterben in der Schweiz mehr Wildtiere durch Autos als durch Jäger. Trotzdem gibt es Jagdgegner, welche die Jagd verbieten wollen. Eigentlich müssten die Jäger mal für 2 Jahre nicht mehr jagen, die Unfallzahlen würden massiv ansteigen. Und die Jagdgegner hätten ein Argumentationsproblem.

    • lynx313 am 28.01.2020 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fritz

      keine ahnung, wo sie sich rumtreiben. ich sehe täglich dutzende hirsche, rehe und gämsen im wald. sie dürfen gerne mal mitkommen in den wald. im übrigen sollten sie mal die zahlen der wildzählungen begutachten. die kurven zeigen steil nach oben...

    • lynx313 am 28.01.2020 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @real ist

      wohlverstanden, ich bin absolut kein jagdgegner. im gegenteil. für den wald müsste die jagdstrecke jährlich deutlich höher sein. ist mir schon bewusst, dass dies von vielen nicht verstanden wird...

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  • Roberto Kistler am 28.01.2020 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    RobyK

    Wenn ein Cacher einen Cache platzieren will so wird dieser von einem sog. Reviewer auf diverse Punkte gemäss den obligatorischen Guidelines überprüft. Dazu gehört seit ein paar Jahren auch Prüfung ob es sich um ein Naturschutzgebiet handelt. Dort ist das Auslegen nur direkt an den bewilligten Wegen erlaubt. Falls der Cache also schon länger liegt oder der Cacher mit dem finalen Ort geflunkert hat dann kann das passieren.