Herisau AR

24. September 2018 18:45; Akt: 24.09.2018 18:45 Print

Taubstummer Bettler rennt fluchend von dannen

Mit einem Zettel in der Hand bettelte ein angeblich Taubstummer um Geld für ein Heim für Behinderte. Ein Leser-Reporter fotografierte ihn, worauf dieser fluchend die Flucht ergriff.

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«Ich fuhr zum Mittagessen nach Herisau. Als ich ankam und aussteigen wollte, klopfte ein Mann von aussen an die Autoscheibe», so ein Leser-Reporter gegenüber FM1Today. Passiert ist es letzten Donnerstag beim grossen Kreisel beim Regierungsgebäude. Der Mann habe einen Zettel in der Hand gehalten, auf dem stand, dass er Geld für ein Heim für Taubstumme sammle.

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Dem Leser-Reporter kam das allerdings merkwürdig vor und er witterte Betrug hinter der Masche. «Ich habe so getan, als würde ich Geld aus der Tasche nehmen, dabei nahm ich mein Handy heraus und fotografierte den Mann», wird der Leser-Reporter weiter zitiert.

Polizei konnte Bettler nicht mehr antreffen

Da sei der «Taubstumme» fluchend davon gerannt. Der Leser-Reporter hinterher, bis der Verfolgte schliesslich in ein Auto stieg und wegfuhr. Noch vor Ort hielt der Leser-Reporter einen Polizisten an und schilderte ihm den Vorfall. Eine sofort eingeleitete Fahndung der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden blieb jedoch bisher ohne Erfolg.

Laut Kapo-Sprecher Marcel Wehrlin wird in solchen Fällen immer versucht, die Identität und den Hintergrund des Täters zu klären. Oft seien Bettler auch in Gruppen organisiert. «Wir klären auch ab, ob weitere Tatbestände gegen den Täter vorliegen oder ob offene Tatbestände ihm zugeordnet werden können», so Wehrlin.

Echte Organisationen schicken keine Betroffenen

Bettler sind auch in anderen Ostschweizer Kantonen ein Problem.
Wie es bei der Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage heisst es, gingen allein in den letzten zwei Wochen neun Meldungen ein.
Auf ihrer Website warnt auch die Kantonspolizei Thurgau vor Bettlern und dubiosen Spendensammlern, die mit abenteuerlichen Geschichten Mitleid erregen wollen, um so an Geld zu kommen. Vielfach würden sich die Sammler als taubstumm ausgeben und einen Zettel mit sich tragen.

«In solchen Fällen kann in der Regel getrost auf eine Spende verzichtet werden, die Sammler sammeln nicht für Bedürftige, sondern bereichern sich selbst. Die Sammeltour ist nicht selten straff geplant und organisiert, die Personen werden gezielt von Ort zu Ort gefahren und wieder abgeholt», resümiert die Polizei.

Weiter gibt die Polizei folgende Tipps:
- Lassen Sie sich nicht bedrängen. Schliessen Sie die Haustür oder gehen Sie weiter.
- Lassen Sie keine fremden Personen ins Haus oder in die Wohnung.
- Informieren Sie die Polizei über die Notrufnummer 117. Betteln ist gesetzlich verboten. Die Bettler können also bestraft werden, was in manchen Fällen abschreckend wirkt.

Es gibt zudem Möglichkeiten, wie Sie seriöse Spendensammler von unseriösen unterscheiden können:
- Seriöse Spendensammler fordern keine Bargeldspende vor Ort, sondern geben Ihnen einen Einzahlungsschein und Informationsmaterial mit.
- Echte Hilfsorganisationen schicken nicht Betroffene zum Sammeln. Wer sich also beispielsweise als Taubstummer ausgibt und behauptet, für Taubstumme zu sammeln, ist kaum seriös.

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vera M. am 24.09.2018 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch schon passiert

    Bei uns läutete ein Mann an der Tür. Auf einem Zettel den er mir zeigte, stand, er sei taubstumm und verkaufe Karten für ein Heim. Ich haben den Kopf geschüttelt und ihm höflich gezeigt, er solle gehen. Als er ein paar Meter von meinem Eingang entfernt war, habe ich gerufen. Und siehe da, er hats gehört, sich umgedreht und gesagt ja? Als er realisierte, was geschehen war, ist er sehr schnell davon gerannt....

  • Chevsar am 24.09.2018 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Es gibt Leute, die wirklich jeden Rappen brauchen. Und sich als taubstumm auszugeben ist niveau- und respektlos. Allerunterste Schublade!

  • Sonnenfeld am 24.09.2018 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts geben

    In der Schweiz muss niemand betteln. Darum auch nichts geben.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Norbert,25,09,18 am 25.09.2018 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt allerhand,,

    bei meiner Grossmutter vor vielen Jahren kamen 2 vorbei ,Taubstumm zu sein, einer hinkte hatte ein Verband, sie Zeigten auf Bauch und Mund und wollten gerne Messer Schleifen, mein Grosi nahm sie Bedauernd in die Küche, Wärmte die Suppe auf die sie auch Assen ,danach kam mein Grosi Gefesselt in die Besenkammer, Spätabends wurde sie vom Dädi Gefunden der Heim kam, es Fehlte etwas Geld, Silber und Schmuck, das war ein Krach, mein Dädi hatte nie Verziehen.

  • Patrick am 25.09.2018 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Warum man nichts geben sollt

    Niemand sollte Bettlern überahupt etwas gebenund zwar aus zwei Gründen. 1. Viele sind einfach Schwindler, die Banden angehören und betteln ist quasi ihr Beruf. 2. Wenn man jemandem Geld gibt der wirklich arm ist, dann gibt es für denjenigen kein Beweggrund etwas zu ändern. Sprich man ist mitverantwortlich und unterstützt den Bettler so zu bleiben. Heutzutage muss niemand mehr verhungern, dafür sorgen unsere Sozailsysteme.

  • voni50 am 25.09.2018 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schock- und Schnelltest

    Achtung, passen Sie auf! Mit diesen Worten und einem entsprechenden Blick bringen Sie solche Leute schnell dazu, ihre Maske abzulegen. Denn wenn sie plötzlich umherschauen und allenfalls noch Fragen: Wo, was? ist doch der Film schon gelaufen !

  • Andrea am 25.09.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Masche

    Mein Freund wurde auch schon von so einem Taubstummen angehalten. Als mein Freund ihm sagte, er hätte kein Bargeld dabei, schrieb der Taubstumme auf einen Zettel, dass sie ja zum nahen Bankautomaten gehen könnten. Da wurde mein Freund stutzig, da der Taubstumme ihn ja anscheinend verstanden hatte. Er lief davon und rief die Polizei. Die wollte allerdings nicht vorbei gehen und helfen.

  • Edmo am 25.09.2018 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Auch im Glattzentrum

    Mit dieser Masche bin ich auch schon im Parkhaus des Glattzentrums angegangen worden. Auf dem Spendenblatt waren Summen bis CHF 50 eingetragen. Möglicherweise Fake-Einträge. Ich habe nicht gespendet, jedoch auch nicht die Polizei verständigt, weil der Bettler bei meiner Rückkehr ins Parkhaus nach 10 Minuten nicht mehr da war.