St.Gallen

13. April 2019 19:31; Akt: 13.04.2019 19:31 Print

Taxi lässt Fahrgäste wegen «zu kurzen Wegs» stehen

Die Leser-Reporterin B.B* beobachtete am Donnerstagabend, wie zwei Touristen eine Taxifahrt verwehrt wurde. Der kuriose Grund: Die Strecke sei zu kurz.

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«Es kann doch nicht wahr sein, dass die Taxis wegen einer zu kurzen Strecke nicht fahren wollen?», sagt Leser-Reporterin B.B.* sauer. Die Frau beobachtete am Donnerstagabend, wie Touristen aus England ein Taxi vom St. Galler Bahnhof zur Frühlingsmesse Offa nehmen wollten. Der Fahrer habe den beiden Touristen aber erklärt, dass das nicht gehe, da die Fahrt zu kurz sei. «Das war um 22.30 Uhr nachts. So ein Verhalten ist eine Gelegenheit zum Fremdschämen», echauffiert sie sich weiter. Auch dem Image der Touristenstadt St.Gallen sei das kaum förderlich, meint B, denn solche Szenen habe sie schon des Öfteren beobachten können.

Die Problematik ist also nicht neu, die gesetzlichen Grundlagen aber klar geregelt: «Während des Dienstes haben sogenannte A-Taxis jedem Fahrtbegehren auf die gewünschte Zeit Folge zu leisten, sofern nicht eine zeitlich damit zusammenfallende anderweitige Bestellung auszuführen ist», heisst es im Artikel 15 der städtischen Taxiverordnung. In der Stadt St.Gallen wird zwischen A- und B-Taxis unterschieden. A-Taxis dürfen die Taxistandplätze nutzen und haben grundsätzlich eine Beförderungspflicht. B-Taxis dürfen weder die Taxistandplätze noch den öffentlichen Grund nutzen, um auf Kundschaft zu warten.

«Es gibt Gründe, die Fahrt zu verweigern»

Ein zu kurzer Weg sei kein Grund, einen Kunden abzulehnen, erläutert die Polizei. Bei wiederholten Verstössen könne einem Taxifahrer auch die Fahrbewilligung entzogen werden. Bereits im September 2015 wurden zwei Taxifahrer durch die Stadtpolizei St. Gallen angezeigt. «Wer beobachtet, dass Taxis diesbezüglich ungesetzlich handeln, kann der Stadtpolizei Meldung erstatten. Wir gehen dann auf das entsprechende Unternehmen zu», erklärt Roman Kohler, Leiter Kommunikation der Stadtpolizei.

Es gebe allerdings gewisse Ausnahmen: «Wenn zum Beispiel jemand kurz vor dem Erbrechen steht, darf die Taxifahrt verwehrt werden.» Aber auch der hygienische Aspekt spiele eine Rolle. Wenn der Geruch eines Gastes beispielsweise nach einem Openair zu stark sei, könne ebenfalls ein Einstieg ins Taxi verwehrt werden.

«Fahrer schaut auf eigenes Portemonnaie»

Bekannte St.Galler sagen gegenüber 20 Minuten, dass sie ein solches Verhalten nicht tolerieren würden: «Bei uns werden die Fahrer zweimal verwarnt, beim dritten Mal werden sie entlassen», sagt Samuel Holenstein, Geschäftsführer von Herold Taxi. Kurzfahrten seien für das Unternehmen essenziell. Er verstehe aber auch die Sicht des Fahrers: «Da ist auch manchmal die Versuchung da, längere Fahrten zu bevorzugen. Er schaut am Ende auch auf sein Portemonnaie.»

Hans Peter Feiss, Geschäftsführer von Sprenger Taxi, findet für ein solches Verhalten noch drastischere Worte: «Solches Gebaren schadet der ganzen Branche. Wer einen solchen Fall bemerkt, soll ihn sofort der Gewerbepolizei melden.»

*Name der Redaktion bekannt

(ra)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sarah B. am 13.04.2019 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    KEin Wunder

    Und dieselben Taxifahrer regen sich aus, dass die UBER-Fahrer ihnen die Kunden abwerben...

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  • Alter Hut am 13.04.2019 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uber

    Mir wurde in Zürich schon ettliche Male die Fahrt verweigert (immer nüchtern, gut angezogen und hygienisch absolut unbedenklich). Seither fahre ich aussschliesslich Uber. Karma

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  • Züricher am 13.04.2019 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Taxi abzocke

    Taxi fahren steht sowieso in keinem Verhältnis mehr absolute abzocke.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Urs am 14.04.2019 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist das kundenfreundlich.

    Da streicht die Politik am Samstag/ Sonntag Buslinien und die Taxifahrer verweigern Kurzfahrten. Wie soll das langfristig aufgehen? Wo bleibt der Service? Verlierer von solchen Spielchen sind langfristig die Direktbeteiligten und der Kunde "Uber" legt sich alternativen.

  • Andrea am 13.04.2019 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Nichts neues teilweise braucht man 3 versuche ein Taxi zu kriegen in St.Gallen!!!!!

  • Justin am 13.04.2019 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus allen Taxifahrer

    Aus allen Taxifahrer! Zum Glück gibt es Uber und da Ihr Taxifahrer gleichzeitig auch Uberfahrer seit und nach der 5G Technologien das autonome Fahren erst recht gefördert wird, gibt es euch bald nicht mehr. yuuheee

  • S. am 13.04.2019 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch Uber!

    in Zürich ist das seit Jahren Alltag. Allerdings war ich vor ein paar Monaten sehr überrascht, als auch ein Uberfahrer die Fahrt nicht annehmen wollte und dann auch noch im Aargau (die Fahrt wurde zuerst bestätigt, nach 5min warten wurde sie telefonisch abgesagt, weil der Uberfahrer nun angeblich doch nicht mehr in diese Richtung fahren möchte).

  • Tee4Two am 13.04.2019 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Basel auch gängig

    Vom hinteren BS-Bhf Ausgang zum nahe gelegenen Gundeli wurde ich auch stehen gelassen. Schon vor Jahren und nicht von Uber