Wegen Vergewaltigung

15. Mai 2012 12:46; Akt: 15.05.2012 17:19 Print

Taxifahrer droht Gefängnis-Strafe

Ein St. Galler Taxifahrer steht wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung vor Gericht. Er soll sich an zwei Fahrgästen vergangen haben. Der 34-jährige Türke streitet alles ab.

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Statt sie nach Hause zu fahren, soll ein Taxifahrer aus St. Gallen eine Kundin vergewaltigt und eine weitere sexuell belästigt haben. Vor dem Kreisgericht Rorschach stritt der 34-jährige Türke am Dienstag alles ab.

Das Urteil wird nächste Woche veröffentlicht. Laut Anklage nutzte der Taxifahrer das Vertrauen der Kundinnen bewusst aus. Weil seine Opfer stark betrunken waren, habe er leichtes Spiel gehabt, sagte die Staatsanwältin am Dienstag vor Gericht.

Dem zweifachen Familienvater wird vorgeworfen, im Februar 2011 eine betrunkene Kundin auf einem Vorplatz in Rorschacherberg in seinem Taxi vergewaltigt zu haben. Die damals 26-jährige Kenianerin wollte nach dem Ausgang in St. Gallen mit dem Taxi nach Hause.

Stark betrunken, sei sie im Auto eingeschlafen und aufgewacht, als der Angeklagte sie an den Brüsten und im Intimbereich betatschte. Sie habe sich mit Händen und Füssen gewehrt. Doch der Taxifahrer habe sie brutal in den Beifahrersitz gedrückt und vergewaltigt. Nach der Tat habe er sie aus dem Taxi geworfen und sei weggefahren.

Die junge Frau sei seit der Tat stark traumatisiert. Ihre Ehe sei in die Brüche gegangen. Darunter litten auch die beiden Kinder, sagte die Opfervertreterin. Die Frau brauche psychologische Betreuung und verlangt deshalb eine Genugtuung von 20 000 Franken.

«Sex gegen Geld»

Der Angeklagte streitet die Vergewaltigung ab. «Die Frau wollte Sex gegen Geld», sagte er vor Gericht. Weil ihr Mann zu Hause auf sie wartete, habe sie im Taxi mit ihm geschlafen. Statt die ausgemachten 100 Franken habe die Frau nach dem Beischlaf sein gesamtes Bargeld von rund 700 Franken verlangt. Deshalb habe er sie aus dem Auto geworfen und sei weggefahren.

Einen weiteren Übergriff bestreitet der Angeklagte ebenfalls. Laut Anklage belästigte der Taxifahrer eine betrunkene Kundin. Diese wollte im Oktober 2010 zusammen mit zwei Kollegen von einem feuchtfröhlichen Abend an der Olma nach Hause fahren.

Kaum seien die drei im Taxi gesessen, seien sie eingeschlafen. Kurz vor dem Ziel habe der Angeklagte in einer Nebenstrasse angehalten, der schlafenden Frau die Bluse aufgeknöpft und ihre Brüste betatscht. Sie habe sich gewehrt. «Wahrscheinlich hat er nur aufgehört, weil meine beide Kollegen dabei waren», sagte die Frau vor Gericht.

Freiheitsstrafe

Wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung soll der Angeklagte zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt werden. Zudem soll der 34-Jährige mit einem fünfjährigen Berufsverbot belegt werden.

Der Beschuldigte bestreitet die Vergewaltigung und die Übergriffe. Seine Frau wisse nichts von den ungerechtfertigten Anschuldigungen, sagte der Türke vor Gericht. Dass er mehrmals trotz Entzugs des Führerausweises das Taxi seines Arbeitgebers und den Wagen seiner Ehefrau gefahren hatte, gibt der Angeklagte zu.

Auch dass er zu schnell gefahren sei und Vorschriften für Berufschauffeure missachtet habe, bestreitet der Angeklagte nicht. Zwei Geldstrafen wegen früherer Strassenverkehrsdelikte und eine Busse von 2500 Franken werden akzeptiert, sagte sein Verteidiger. Auch gegen ein fünfjähriges Berufsverbot wehrt sich der Angeklagte nicht. Er arbeitet nicht mehr als Taxifahrer.

Berufskollege verurteilt

Nach ähnlichem Muster soll ein weiterer Taxifahrer in St. Gallen betrunkene Kundinnen missbraucht haben. Der 42-jährige Landsmann des Angeklagten wurde Mitte März vom Kreisgericht St. Gallen wegen mehrfacher Vergewaltigung zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe und einem fünfjährigen Berufsverbot verurteilt. Der Taxifahrer bestreitet die Taten ebenfalls und hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manuela am 16.05.2012 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Welches Taxiunternehmen?

    Welches Taxiunternehmen beschäftigt denn solche Leute? Wenn ich als Frau in St. Gallen in ein Taxi steige und dabei für eine relative kurze Strecke locker 30 Fr. bezahle, erwarte ich schon, dass die Taxifahrer einen bestimmten Standard erfüllen.

  • Hans Imglück am 15.05.2012 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Taxifahren ist gefährlich..

    ..aber zum Glück auch teuer.. Wie wär's mit Taxis mit abgetrenntem Fahrgastraum zum Schutze der Kunden?

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  • patrick h. am 15.05.2012 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    komisch

    Wie hoch sind die Chancen, dass drei Personen gleichzeitig einschlafen? Und wie hoch sind die Chancen das ein Vergewaltiger in einem Taxi seinem Trieb nachgibt während noch 2 weitere Personen im gleichen Taxi sitzen? Ich will nicht sagen das er unschuldig ist, über seine Tat urteilt das Gericht, aber nicht nur seine Aussagen (Scheiben verloren) sondern auch die der Damen sind mehr als fragwürdig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Manuela am 16.05.2012 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Welches Taxiunternehmen?

    Welches Taxiunternehmen beschäftigt denn solche Leute? Wenn ich als Frau in St. Gallen in ein Taxi steige und dabei für eine relative kurze Strecke locker 30 Fr. bezahle, erwarte ich schon, dass die Taxifahrer einen bestimmten Standard erfüllen.

  • Sandro am 15.05.2012 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ich könnte kotzen

    Der grösste Witz ist einfach unser Rechtssystem, ein Vergewalter kommt nach ein Paar Jahren wieder aus dem Gefängnis, das Opfer wird das Lebenlang unter diesem Vorfall leiden müssen. Die Bestrafung ist einfach vielzu gering, nimmt mich nur Wunder nach welchen Kriterien dies entschieden wird. Diese Schweine sollen Kastriert werden!

    • Ich nd Du am 15.05.2012 16:39 Report Diesen Beitrag melden

      genau

      meine Rede...

    • max max max max am 16.05.2012 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      Ich kenne Ihn..

      hey ,kennst du den mann??nein,Ich schon. so wie hier alles geplaudert wird kann gut möglich sein, aber so wie wir es erfahren haben und zu hören über diese situation ist der angeklagte nicht direkt schuldig. wer alkohol trinkt kann sich so wieso eine gechichte ausdenken wie er/sie möchte..

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  • patrick h. am 15.05.2012 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    komisch

    Wie hoch sind die Chancen, dass drei Personen gleichzeitig einschlafen? Und wie hoch sind die Chancen das ein Vergewaltiger in einem Taxi seinem Trieb nachgibt während noch 2 weitere Personen im gleichen Taxi sitzen? Ich will nicht sagen das er unschuldig ist, über seine Tat urteilt das Gericht, aber nicht nur seine Aussagen (Scheiben verloren) sondern auch die der Damen sind mehr als fragwürdig.

    • Lola 23 am 15.05.2012 15:14 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso nicht?

      Hast du schonmal mit deinen Freunden einen draufgemacht und bist dann betrunken mit ihnen nach Hause gehfahren? Wir haben schon zu 4 im Auto geschlafen und hätten bei diesem Alkoholpegel kaum etwas gemerkt. Dass die Scheiben verschwunden sind dünkt mich jedoch auch komisch.

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  • Hans Imglück am 15.05.2012 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Taxifahren ist gefährlich..

    ..aber zum Glück auch teuer.. Wie wär's mit Taxis mit abgetrenntem Fahrgastraum zum Schutze der Kunden?

    • Friedrich von Feuchtenstein am 15.05.2012 13:58 Report Diesen Beitrag melden

      Run Forest!

      Gefährlich??? Ja, dann sollen die Frauen doch mal zu Fuss nach Hause. Mal schauen wieviel Gräueltaten auf der Strasse stattfinden! Nur weil ein Taxifahrer sich nicht unter Kontrolle hat, muss man nicht alle in den gleichen Topf werfen. Ein Familienmitglied von mir übt den Beruf auch aus. Was er erlebt hat, ist alles andere nette Fahrgäste. Es gab Kunden die waren pleite, zu betrunken und gewalttätig. Und dennoch versuchte unser Familienmitglied den Gästen irgendwie zu helfen und sicher nach Hause zu bringen. Die Medien können alles wieder mal so hoch dramatisch präsentieren..

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