Mars-Simulation

22. Mai 2015 05:54; Akt: 22.05.2015 05:54 Print

Teenager kommen dem Weltall einen Schritt näher

Im Tirol wird eine Mars-Landung simuliert. Ein Berner und eine Ostschweizerin sind dabei und erhalten einen Einblick in die Forschung.

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Die 17-jährige Alicja Bednarzewska aus Arbon TG hatte Freudentränen in den Augen, als sie kürzlich erfuhr, dass sie als eine von zwei Schweizern an der Mars-Simulation in Österreich teilnehmen darf. «Ich konnte es kaum glauben», sagt die Kantonsschülerin zu 20 Minuten. Sie ist eine von 16 Jugendlichen, die sich beim Swiss Space Museum für die einmalige Gelegenheit auf dem Kaunertaler Gletscher beworben hatten.

Mars-Situation auf der Erde üben

Während rund zwei Wochen im August werden dort internationale Weltraum-Experten Experimente und Untersuchungen für zukünftige Mars-Missionen durchführen. Organisiert wird das ganze vom österreichischen Weltraum-Forum (ÖWF). «Wir führen diese Simulationen alle ein bis zwei Jahre durch», sagt Gernot Grömer vom ÖWF gegenüber 20 Minuten.

Sie sollen dazu dienen, den «Ernstfall» auf dem Mars akribisch vorzubereiten. So soll die Topografie des Kaunertaler Gletscher Gebieten auf dem Mars ähnlich sein. In Astronauten-Anzüge gesteckt führen die Teilnehmer dann Experimente durch und üben Handgriffe ein. «Wir möchten so künftige Situationen auf dem Mars hier und jetzt auf der Erde üben», sagt Grömer.

Jugendliche als Weltraum-Botschafter

Mit dabei ist auch Pascal Sommer (18) aus Ittigen BE – er freut sich insbesondere auf Fachsimpeleien mit Experten. «Ich möchte später Mathematik und Informatik studieren und dann bei der ESA oder NASA arbeiten.»

Teilnahmebedingung für die Jugendlichen sind laut Gernot Grömer gute Englischkenntnisse und ein Interesse an der Raumfahrt. Die sogenannten Juniors werden von ihren Erlebnissen in Österreich berichten und sollen so auch als Botschafter dienen. «Wenn Jugendliche über den Mars schwärmen, kommt das bei jungen Menschen besser an als wenn das irgendwelche Weltraum-Wissenschaftler machen», sagt Grömer. Und Pascal Sommer sieht in der Begeisterung für den Weltraum auch einen Nutzen für die Schule: «Viele Schüler sehen den Anwendungszweck der Physik nicht – wenn im Unterricht mehr über den Weltraum gelehrt würde, wären sie motivierter.»

«Einmal ins Weltall fliegen»

«Ich bin fasziniert von Weltraumreisen», sagt Alicja Bednarzewska. So begeistert sie sich zum Beispiel für die Apollo-11-Mondmission. Auch den Stratosphärensprung von Felix Baumgartner hat sie gespannt mitverfolgt. «Es ist ein meiner Träume, einmal ins Weltall zu fliegen», sagt Bednarzewska. Die 17-Jährige will nach dem Gymnasium eine Pilotenschule besuchen. «Der Beruf Pilot ist ein Schritt in Richtung Weltraum», sagt sie.

Ihr Berner Kollege begeistert sich seit Kindheitstagen für den Weltraum und wollte Astronaut werden. Doch nun will er nicht mehr in die Fussstapfen von Claude Nicollier treten: «Statt in den Weltraum zu fliegen, finde ich es viel faszinierender neue Algorithmen zu entdecken», so Pascal Sommer.

Thurgauer will auf dem Mars leben

Alicja Bednarzewska ist nicht die einzige Ostschweizerin, die vom Weltall fasziniert ist. Auch der 30-jährige Thurgauer Steve Schild möchte hoch hinaus. Er hat es unter die letzten 100 Bewerber für die Mars-One-Mission geschafft. Mars One ist ein niederländisches Projekt, das bis zum Jahr 2025 Menschen auf den Mars schicken möchte, um dort eine Siedlung für vorerst rund 40 Astronauten zu errichten. Eine Rückkehr zur Erde ist aus Kostengründen nicht geplant. Steve Schild und seine Mitbewerber würden den Rest ihres Lebens auf dem Mars verbringen.

(jeh/smü)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc S. am 22.05.2015 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Üben?

    Sowie man in einer Sauna schwimmen üben kann? Andere Gravitation und Luftdruck, und die Teenager werden wohl kaum jemals auf den Mars kommen. Also wofür: All i bi Übung damit man Förderungsgelder einsacken kann.

  • Gabriel am 22.05.2015 06:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kommen dem Weltall näher?

    Ich glaube eher das sie dem Zirkus nahe kommen als dem Weltall. Bei den heutigen Antriebstechniken sind jegliche Expeditionen ausserhalb unserer Umlaufbahn sowieso total irsinnig. Baut zuerst mal einen anständigen Weltraum-Lift. Wenn die Transportkosten auf $100/Kg fallen reden wir weiter...

  • wengge am 22.05.2015 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    (1.) Mondlandung

    Kommt mir irgendwie bekannt vor. War die (erste) Mondlandung doch eine Simulation? Wollte die USA der UdSSR nur einfach beweisen, dass sie die (ERSTEN) sind?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc S. am 22.05.2015 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Üben?

    Sowie man in einer Sauna schwimmen üben kann? Andere Gravitation und Luftdruck, und die Teenager werden wohl kaum jemals auf den Mars kommen. Also wofür: All i bi Übung damit man Förderungsgelder einsacken kann.

  • wengge am 22.05.2015 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    (1.) Mondlandung

    Kommt mir irgendwie bekannt vor. War die (erste) Mondlandung doch eine Simulation? Wollte die USA der UdSSR nur einfach beweisen, dass sie die (ERSTEN) sind?

    • thomas am 22.05.2015 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ohh

      Der Mond ist nahe, doch auf dem Mars ist der Mensch in 20 Jahren noch nicht angelangt, aber auf dem Mond war man schon vor 45 Jahren. Die Technik war vor 45 Jahren nicht gerade die Beste.

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  • Gabriel am 22.05.2015 06:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kommen dem Weltall näher?

    Ich glaube eher das sie dem Zirkus nahe kommen als dem Weltall. Bei den heutigen Antriebstechniken sind jegliche Expeditionen ausserhalb unserer Umlaufbahn sowieso total irsinnig. Baut zuerst mal einen anständigen Weltraum-Lift. Wenn die Transportkosten auf $100/Kg fallen reden wir weiter...