A13

24. Mai 2019 04:51; Akt: 24.05.2019 04:51 Print

«Es muss wohl erst Tote geben, bis man reagiert»

Kantonsrat Mirco Rossi (SVP) vermutet, dass der Unfall eines Teslas vom Dienstag in Trübbach SG Aquaplaning geschuldet ist. Schon vor Jahren wies er auf die Gefährlichkeit hin.

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Am Dienstag verunfallte eine 23-jährige Autofahrerin auf der A13 bei Trübbach mit einem Tesla und wurde dabei leicht verletzt. Die Frau verlor kurz vor der Einfahrt Trübbach die Kontrolle über das Auto, prallte mit dem Tesla gegen die Mittelleitplanke und landete anschliessend im Wiesenbord zwischen Pannenstreifen und Autobahneinfahrt.

SVP-Kantonsrat Mirco Rossi hat eine Vermutung, weshalb es zum Unfall gekommen sein könnte: «Wenn es regnet, fliesst regelrecht ein Bach über die Strasse bei der Unfallstelle», sagt Rossi. «Wer dort mit 120 km/h durchfährt, kann wegen Aquaplaning schon einmal die Kontrolle über das Auto verlieren.» Am Dienstag regnete es in der Region mehrmals, im Toggenburg kam es sogar zu Überschwemmungen.

Problem erst nach Sanierung

Rossi fährt seit Jahren regelmässig auf der Strecke. Zwischen 2011 und 2012 wurde sie saniert. Seither sei zu beobachten, dass Regenwasser nicht ordentlich abfliesse. «Vor der Sanierung war das nicht der Fall. Da floss das Wasser problemlos ab», sagt Rossi.

Die Unfallstelle sei als Gefahrenstelle bekannt. Rossi hat 2013 deswegen bereits bei Bund und Kanton interveniert. Doch es hat sich nichts geändert. «Es muss wohl erst Tote geben, bevor hier jemand reagiert.»

Beim Astra kein Problem bekannt

Das Bundesamt für Strassen Astra bestätigt, dass der fragliche Streckenabschnitt der Autobahn bei Trübbach im Rahmen eines Unterhaltprojekts in den Jahren 2011 und 2012 saniert wurde. «Dabei wurde nebst der Fahrbahn und den Kunstbauten auch die gesamte Entwässerung der Fahrbahn saniert und normgerecht instand gesetzt», teilt das Astra auf Anfrage mit. «Uns ist in diesem Zusammenhang kein Problem bekannt. Zudem ist der fragliche Abschnitt gemäss unserer Statistik und Beurteilung kein statistischer Unfallschwerpunkt.»

Auch vor dem Unterhaltsprojekt habe es auf diesem Abschnitt keine nennenswerte Häufung von Unfällen gegeben.

Regenwasser wird von Strassen in der Regel via geneigter Fahrbahn an den Strassenrand abgeleitet, von wo es entweder in die angrenzende Böschung gelangt und versickert oder den Weg zum nächsten Schacht findet.

Vorstoss denkbar

Mit diesen Antworten gibt sich Rossi nicht zufrieden. Offenbar sei in Theorie vieles in Ordnung, was in der Praxis nicht Stand halte. Der Kantonsrat überlegt sich, einen Vorstoss im Rat einzureichen. Das sei zwar nicht sehr erfolgsversprechend, da sich die St. Galler Regierung darauf stützen könne, dass es sich bei Autobahnen um Nationalstrassen handelt und diese in die Zuständigkeit vom Bund gehören. «Aber vielleicht passiert doch etwas. Immerhin liegt die Autobahn auf Kantonsgebiet.»

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