In Müllheim

31. Mai 2012 21:35; Akt: 01.06.2012 10:44 Print

Thurgauer Millionär gründet Staat im Staat

von Urs-Peter Zwingli - In einem Prunkbau ruft der Unternehmer Daniel Model seinen eigenen Staat aus. Politiker üben Kritik.

storybild

Daniel Model will einen Staat im Staat gründen. (Bild: Keystone)

Fehler gesehen?

Am Samstag weiht der Weinfelder Unternehmer Daniel Model (51) in der 2500-Seelen-Gemeinde Müllheim den «Modelhof» ein: Der Millionen-Bau mit über 20 Zimmern, einem Festsaal und einer Bibliothek ist der Regierungssitz des Privatstaats «Avalon», den Model 2006 ausgerufen hatte.

«Vom offiziellen Staat wende ich mich mit diesem Projekt enttäuscht ab», sagt er. Model, der Mehrheitsaktionär der europaweit tätigen Verpackungsfirma Model ist, lehnt staatliche Sozialwerke ab, da diese die Menschen «schwach» machten.

Rückfall ins Mittelalter oder ultraliberale Idee?

Stattdessen will der Multimillionär auf «Eigenverantwortung jedes Einzelnen» setzen. Im Klartext sollen nach seinem Weltbild anstelle des Staats Angehörige für Bedürftige aufkommen. In einer Akademie im «Modelhof» sollen «liberale Gesinnungsgenossen» nun diesen «Staat der Zukunft» entwerfen, wie Model sagt. Eigene Gold- und Silbermünzen mit seinem eigenen Kopf darauf hat er vorsorglich bereits prägen lassen.

Mit seinen ultraliberalen Ideen eckt Model unter Thurgauer Politikern an: Die FDP-Kantonsrätin Heidi Grau-Lanz spricht gegenüber dem «Regionaljournal DRS» von einem «Affront für alle, die nicht so begütert sind wie Daniel Model». Sein «Staat im Staat» propagiere eine «gefährliche Abkehr von gesellschaftlicher Solidarität». Auch SP-Kantonsrat Walter Hugentobler sagt: «Wenn sich ein Privater auf diese Weise aus unserem demokratischen Staat ausklinkt, ist das problematisch, fast schon ein Rückfall ins Mittelalter.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hamlet am 01.06.2012 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig, mehr aber nicht

    Der Mensch kann alleine auf unserem heutigen Niveau nicht leben. Schon ein Schnupfen oder ein gebrochener Fuss könnte sein Ende sein. Wir sind immer und überall von den Anderen abhängig, auch wenn sie uns oft auf die Nerven gehen. Hr Model ist nicht reich geworden weil er so gut für sich selbst sorgt, sondern vor allem weil ein reicher Staat und eine reichhaltige Gemeinschaft ihm die Basis dafür geboten hat. Das ganze kann ich aber als abstrakten Witz durchaus akzeptieren. Was macht Hr Maurer wenn er seinen Staat verlässt und thurgauisches Staatsgebiet betritt?

  • Marc r. am 01.06.2012 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Grenzen ziehen

    ich würde das ganz einfach machen und Grenzen um das Gebiet ziehen, damit er ja in seinem "Staat" bleibt, da die Schweiz ihn offiziell nicht anerkennt und deshalb keine Durchreise erlaubt wird. Dann wird ihm diese Spinnerei schon vergehen

  • Michael Meienhofer am 31.05.2012 23:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre Herr Model ein

    armer Zeitgenosse, würde niemand über ihn sprechen. Die Kritiker, die ihr ihre jalousen Sprüche von sich geben,leben vermutlich auch noch im schweizerischen Mittelalter auf Basis einer Bananenrepublik - nur nichts Neues annehmen.....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom_ am 01.06.2012 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    armer Mann

    Wenn die Reichen in der Schweiz für derartige Spielchen haufenweise Geld zur verfügung haben, zeigt sich doch wieder einmal, dass sie einfach zuwenig Steuern bezahlen müssen. Führt neue Reichensteuern ein damit der arme Mann wenigstens einen Grund für sein Unterfangen hat.

  • Ettinger Jürg am 01.06.2012 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Unternehmer

    Unterbinden - solche Machenschaften muss man mit allen legalen Mitteln verhindern. Offenbar ist der Mann grössenwansinnig geworden. Ich frage mich, wie er seine Mitarbeiter behandetl ?

  • Marc r. am 01.06.2012 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Grenzen ziehen

    ich würde das ganz einfach machen und Grenzen um das Gebiet ziehen, damit er ja in seinem "Staat" bleibt, da die Schweiz ihn offiziell nicht anerkennt und deshalb keine Durchreise erlaubt wird. Dann wird ihm diese Spinnerei schon vergehen

  • Marcel Kissling am 01.06.2012 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    chaosstaat

    ich will auch beitreten, zu einem staat der einem wieder ein geortnetes und sicheres leben bietet. die schweiz ist zu einem unregierbarem chaos verkommen.

  • Hamlet am 01.06.2012 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig, mehr aber nicht

    Der Mensch kann alleine auf unserem heutigen Niveau nicht leben. Schon ein Schnupfen oder ein gebrochener Fuss könnte sein Ende sein. Wir sind immer und überall von den Anderen abhängig, auch wenn sie uns oft auf die Nerven gehen. Hr Model ist nicht reich geworden weil er so gut für sich selbst sorgt, sondern vor allem weil ein reicher Staat und eine reichhaltige Gemeinschaft ihm die Basis dafür geboten hat. Das ganze kann ich aber als abstrakten Witz durchaus akzeptieren. Was macht Hr Maurer wenn er seinen Staat verlässt und thurgauisches Staatsgebiet betritt?