Romanshorn

02. Dezember 2010 16:32; Akt: 02.12.2010 16:32 Print

Thurgauer Raucherclub droht Ärger

von Marlene Kovacs - Als erste Beiz des Thurgauer Raucherclubs wird in der Papyrus-Bar in Romanshorn wieder geraucht - obwohl die Gemeinde dem Wirt bereits gedroht hat.

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Die Stammgäste der Romanshorner Papyrus-Bar freuen sich. Denn seit Mittwoch darf in der Bar dank der Interessensgemeinschaft nicht öffentlicher Gastro-Betriebe wieder geraucht werden. (Bild: 20 Minuten/Marlene Kovacs)

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Zur Freude der Stammgäste darf seit Mittwoch in der Papyrus-Bar in Romanshorn wieder geraucht werden. Denn Wirt Raoul Hartmann hat als erstes Aktivmitglied der «Interessensgemeinschaft nicht öffentlicher Gastro-Betriebe» das Konzept des Vereins umgesetzt. Ab sofort bekommen nur noch Mitglieder, die ihren Jahresbeitrag von 10 Franken gezahlt haben, in der Papyrus-Bar etwas zu trinken. Dafür dürfen sie in der zum Vereinslokal umfunktionierten Bar wieder rauchen.

Bereits 100 Passivmitglieder

Rund 100 Personen haben sich bereits bei Hartmann als Passivmitglieder einschreiben lassen. «Ich freue mich sehr, dass schon so viele mitmachen», so Hartmann. Es zeige sich bereits, dass die Raucher länger bleiben und nicht gleich nach einem Getränk das Lokal verlassen.

Auch die meisten Gäste freuen sich über den neu gegründeten Verein. «Es ist einfach nicht schön, im Winter in der Kälte draussen stehen zu müssen. Da zahlt man doch gern 10 Franken Mitglieds-Beitrag, um wieder in der Bar rauchen zu können», so Stammgast Max Imhof. «Ich glaube zwar, dass dieses gesetzliche Schlupfloch irgendwann gestopft wird. Doch bis dahin können wir in Ruhe weiterrauchen», freut sich Jörg Bär aus Salmsach.

Obwohl die meisten Gäste die «Interessensgemeinschaft nicht öffentlicher Gastro-Betriebe» befürworten, gab es schon am ersten Abend einen Zwischenfall. Denn ein Nichtraucher, der zu einer Dart-Meisterschaft in die Papyrus-Bar gekommen war, weigerte sich Mitglied zu werden. «Mir sagt der Verein als Nichtraucher überhaupt nichts. Warum sollte ich dafür dann etwas zahlen müssen», so der Mann. Ihm blieb nichts anderes übrig, als das Lokal zu verlassen.

Gemeinde Romanshorn warnt Wirt

Hartmann wird künftig nicht nur mit manchen Gästen diskutieren müssen. Auch die Gemeinde reagierte bereits: «In der Papyrus-Bar gilt rechtlich gesehen weiterhin das Rauchverbot», sagt der Romanhorner Gemeindeschreiber Thomas Niederberger. Deshalb habe man Hartmann bereits in einem Brief gewarnt. «Die Polizei wird ihn demnächst kontrollieren. Wenn dann geraucht wird, droht dem Wirt eine Busse von bis zu 1000 Franken», so Niederberger. Und im Wiederholungsfall könnte es bis zum Patentenzug oder sogar der Schliessung der Bar kommen.

Raoul Hartmann lässt sich von der klaren Ansage der Gemeinde allerdings nicht einschüchtern. «Ich mache nichts falsch. Sie können ruhig zu mir kommen und mich kontrollieren», so Hartmann. Er wäre auch bereit wegen seinem Verein bis vor Gericht zu gehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • der Deutsche am 02.12.2010 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    warum ist es so unmöglich

    dass sich Nichtraucher die entsprechenden Lokalitäten aussuchen? Aber NEIN - alle müssen nach der Pfeife eines einzigen (Dart Spielers) tanzen ! Ich vermute es ist ziemlich deutlich angeschlagen - wie in Lokalen in unserer Gemeinde- das es ein Raucherlokal ist - also - WO BITTE IST DAS PROBLEM? Geht doch einfach woanders hin - dann ist Ruhe und wir können unserem Laster fröhnen. Hat denn wirklich keiner etwas aus der Prohibition gelernt? Hat das funktioniert?

  • Markus Hasler am 02.12.2010 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Und andere Gestank

    Wenn jemand in einem stinkenden Betrieb arbeiten muss, verbietet ihm das auch niemand. Nicht mal die Suva. Ich rede aus Erfahrung.

  • Thomas am 02.12.2010 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Und genau darum 2

    ... nämlich wegen dieser Querulanten die anderen ungefragt ihren Nikotin(sucht)willen aufdrängen, wird früher oder später Tabak komplett verboten. Höchste Zeit wird es, denn Einsicht = Fehlanzeige. Sie reden von Toleranz und Freiheit.. aber NUR für sich selber. Alle anderen haben sie darauf zu verzichten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jose Coiba am 03.12.2010 22:55 Report Diesen Beitrag melden

    fehlt nur noch...

    ...dass ein Nichtraucher ins Puff geht und sich über das nichtjugendfreie Programm aufregt...und überhaupt könnten die Augen im schummrigen Licht Schaden nehmen - also muss sofort ein neues Gesetz her - schliesslich gehört der Nichtraucher ja zu der Mehrheit in unserer Gesellschaft; der Mehrheit , welche gerne die Freiheiten aller (Hauptsache man ist nicht selbst negativ betroffen) einschränkt. Es lebe die Intolleranz und der Neid und der Egoismus !!!

  • Raucher am 03.12.2010 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schreibt doch eure Kommentare direkt beim Verein ins Gästebuch: Vielleicht bringt's dort etwas. Hier wohl kaum.

  • Simon Sieber am 03.12.2010 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Argumente

    Die obligatorischen Scheinargumente (Floskeln) der Raucher werden immer wieder breitgetreten. Rauchen ist ungesund - das ist mir egal. Passivrauchen ist auch schädlich - das hingegen betrifft mich direkt. Ohne gesetzliche Regelung hätten wir auch heute noch nahezu 100% Rauchergastronomie! Warum? Weil die Gastronomen nahezu zu 100% selbst Raucher sind - und ziemlich uneinsichtig, wie das Beispiel hier zeigt.

    • jf am 04.01.2011 00:13 Report Diesen Beitrag melden

      Scheinheilige Gesundbeter

      Die Frage ist immer noch die selbe. Wiso ein Rauchverbot, wenn man doch den Anbau und Import von Taback verbieten könnte.

    einklappen einklappen
  • Ein Ausgegrenzter am 02.12.2010 23:29 Report Diesen Beitrag melden

    Zigaretten lohnen sich wieder

    Seit ich nicht mehr in den Ausgang gehe spahre ich doch glatt 20 bis 50Fr. pro Ausgehtag. So werde ich mir auch Zigaretten leisten können wenn sie 15 Fr pro Paket kosten. Das ich mich damit aus dem sozialen Umfeld entferne, stört mich weit weniger als andere! Die kommen jetzt halt häufiger zu Besuch. Lustig ist's immer noch und ausgegrenzt sind alle anderen! Zugegeben, ich bin Koch und habe einen schönen Aufenthaltsraum mit Küche ausserhalb meiner Wohnung, wo halt die Post abgehen kann und wo ich sage was geht und was nicht! Und man staune, gab es doch schon Tage mit mehr Nichtrauchern!

  • Patrick Müller am 02.12.2010 23:14 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte, bitte

    Verbietet doch das Leben. Ihr müsst ja nicht in diese Bar gehen, gibt in Romanshorn doch auch andere Beizen. Oder wandert in ein Land aus, wo alles grundsätzlich verboten ist, Singapur fällt mir da ein.