Todesdrohungen in Aadorf TG

14. Februar 2019 07:45; Akt: 14.02.2019 17:05 Print

«Die Schüler sollten Mitte Februar sterben»

Per Brief und Social Media erhielten mehrere Sekschüler in Aadorf TG schlimmste Drohungen. Die Polizei ermittelt.

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In der Gemeinde Aadorf haben mehrere Schüler per Brief und via Social Media Drohungen erhalten. Darüber wurden die Eltern der Kinder am Dienstag von der Schule informiert. Gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» sagte die Schulpräsidentin Astrid Keller, man habe versucht, dabei eine Gratwanderung zu bewältigen: «Wir wollen die Opfer schützen und gleichzeitig die Eltern beruhigen.»

Denn die Drohungen seien weit über pubertäres Getue hinausgegangen. Es handle sich um teilweise sehr explizit formulierte und wirklich angsteinflössende Todesdrohungen: «Sie waren massiv und lebensbedrohend», heisst es in einer Mitteilung der Schule. Ausserdem enthielten sie viele Details, die darauf schliessen liessen, dass der Absender die Adressaten gut kenne. So wisse die Täterschaft beispielsweise um deren Tagesablauf. Die Drohbriefe wurden in Jacken und Taschen von mehreren Schülerinnen und Schülern gefunden.

Problemzone Schule?

«Zwei Schülern wurde mit einem konkreten Todesdatum Mitte Februar gedroht», sagt ein Bekannter zu 20 Minuten. Ein Anwohner der Schule sagt, der Umgang der Schüler untereinander sei «sehr ruppig und gemein». Er vermutet, dass die Briefe von Mitschülern stammen. Mehrere Anwohner bezeichnen die Schule als «Problemzone», insbesondere unter 13- bis 16-Jährigen sei Konsum von Cannabis und anderen Drogen weitverbreitet. Diese Einschätzung stützt auch ein mit der Jugendarbeit in der Gemeinde Vertrauter gegenüber 20 Minuten.

Nebst den Eltern wurden am Dienstag auch alle Schüler der Sekundarschule über die Drohungen informiert. Ausserdem wurde das kantonale Schulische Kriseninterventionsteam eingeschaltet. Schulpräsidentin Keller sagt, einige Eltern hätten die Polizei informiert. «Diese hat Ermittlungen aufgenommen und koordiniert ihr Vorgehen mit der Jugendanwaltschaft», so Keller. Es sei zu vier Anzeigen gekommen. Die Polizei bestätigt den Eingang der Anzeigen. Ob noch weitere Schüler bedroht wurden, werde sich zeigen.


Schule will Opfer schützen

Tatsächlich haben sich bereits einige Schüler bei der Schulsozialarbeiterin gemeldet. Es handle sich dabei zwar nicht um die Täter, wahrscheinlich aber um Mitwisser oder Mitläufer. Es wird gehofft, dass sich auch weiterhin noch Schüler melden werden. Bei der Polizei haben sich die Täter noch nicht gemeldet.

Die Schule teilt mit, sie werde alles unternehmen, um die Opfer zu schützen. «Solche Machenschaften dürfen nicht zugelassen werden», wird die Schulleiterin zitiert. «Schüler sollen angstfrei zur Schule kommen können.»

(juu/jeb/doz)