Silvester-Horror

05. Januar 2016 05:48; Akt: 05.01.2016 09:59 Print

Tierquäler schnitt Katze Bella den Schwanz ab

von Marc Lüchinger - Einer Katze wurde in Au SG der Schwanz abgeschnitten. Ein Teil davon lag später auf einer Treppe. Es ist kein Einzelfall: Letztes Jahr war an Silvester bereits ein Hase geköpft worden.

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«Welcher Psychopath hat unserer Bella den Schwanz abgeschnitten? Wie krank muss man sein?», fragt Cornelia B.* aus Au im Rheintal. Als die 45-Jährige am frühen Silvestermorgen nach Hause kam, machte sie eine schreckliche Entdeckung: «Als ich Bella zum Fressen in Haus liess, sah ich, dass ihr der Schwanz fehlt.» Damit nicht genug des Grauens: Auf der Treppe zum Eingang lag das Ende des abgetrennten Körperteils. «Mir stockte der Atem», sagt B.

Die dreifache Mutter brachte die Katze umgehend in eine Tierarztpraxis, in der sie notfallmässig operiert wurde. «Der Tierarzt sagte mir, dass noch ein Zwischenstück fehlt», sagt B. Bis gestern konnte sie das fehlende Stück nicht finden.

«Katzen brauchen ihren Schwanz unter anderem als Kommunikationsmittel und als Gleichgewichtsorgan», sagt Tierarzt Andreas Büchel von der Tierarztpraxis Sonderer und Büchel in Oberriet, der Bella operierte. Wenn eine Katze ihren Schwanz anhebe, könne dies ein Anzeichen sein, dass sie aggressiv ist.

Nicht der erste Fall

Wie 20 Minuten weiss, ist dies nicht das erste Mal, dass in Au ein Tier verstümmelt wurde: Genau vor einem Jahr, ebenfalls am 31. Dezember, wurde rund 300 Meter entfernt bei einer Familie einem Hasen der Kopf abgetrennt. «Jemand musste in unseren Garten eingedrungen sein und den Käfig geöffnet haben», sagt der Besitzer des Tieres, der anonym bleiben will. «Der Anblick des Hasen ohne Kopf war schrecklich.» Dies genügte dem Täter aber nicht: Im ganzen Käfig seien Eier zerschlagen worden.

Sektenexperte Georg Otto Schmid kann einen okkulten Hintergrund bei den Taten nicht ausschliessen: «Zwar ist mir kein derartiger okkultistischer Brauch bekannt, doch kann es durchaus sein, dass sich etwa Jugendliche solche Rituale ausgedacht haben und dies eventuell mit Okkultismus in Zusammenhang bringen», so Schmid.

Auf dem Weg zur Besserung

Katze Bella hat die Operation gut überstanden: «Das Laufen klappt schon ziemlich gut», sagt Cornelia B. Doch Bella muss noch einige Tage Medikamente gegen die Schmerzen und gegen die Entzündung nehmen. B. selbst liebt Katzen: «Ich nehme oft Katzen auf, die völlig verwahrlost sind». Dennoch ist sie durch den Vorfall verunsichert: «Ich habe Angst, dass meinen Katzen nochmal so etwas Schreckliches zustossen könnte», sagt sie. Dennoch will sie ihre Tiere weiter nach draussen lassen.

In der Hoffnung, solche Taten verhindern zu helfen, will B. nun Anzeige gegen den Tierhasser erstatten: «Sachbeschädigungen sind noch das eine, aber einem Tier Schmerzen zuzufügen, geht gar nicht.»

*Name der Redaktion bekannt