Zubringer A1.1

03. Juni 2014 09:42; Akt: 03.06.2014 11:43 Print

Todesstrecke wird sicherer gemacht

Wegen zwei tödlicher Unfälle im Mai wurde der Zubringer Arbon auf seine Sicherheit überprüft. Als Massnahme gibt es nun Sicherheitslinien und Mittelleitplanken.

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Gleich zwei tödliche Unfälle rückten den Autobahnzubringer A1.1 im Mai in den Fokus der Öffentlichkeit. Innerhalb von nur sieben Tagen starben drei Menschen. Am 3. Mai geriet das Auto eines jungen Paares beim Anschlusswerk Arbon-Süd auf die Gegenfahrbahn. Bei einer heftigen Kollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug starben der 23-jährige Lenker und seine 22-jährige Mitfahrerin.

Der zweite tödliche Unfall ereignete sich am 10. Mai. Ein 58-Jähriger war von Rorschach Richtung Arbon unterwegs, als er auf die Gegenfahrbahn geriet und dort seitlich frontal in das Auto eines 71-Jährigen prallte. Der Unfall forderte einen Toten und mehrere Verletzte.

Bis heute konnten die Unfallursachen nicht geklärt werden. Die Sicherheitsüberprüfung ergab weder Auffälligkeiten in Bezug auf Unfalltyp oder -ursache noch auf Örtlichkeiten und Verkehrs- sowie Witterungsverhältnisse, wie am Dienstag mitgeteilt wurde.

TCS forderte Leitplanken

«Dies ist eine extreme Häufung an Unfällen auf dieser Strecke», sagt Luigi Rossi, Sektionspräsident des TCS St. Gallen-Appenzell Innerrhoden, damals gegenüber 20 Minuten. Rossi schlug deshalb Leitplanken, die die beiden Spuren trennen, oder auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung als Lösung vor.

Behörden reagieren

Nun reagieren auch die Behörden. Das Tiefbauamt und die Kantonspolizei St. Gallen haben die Strassenanlage des Zubringers Arbon in Bezug auf den Sicherheitsstandard überprüft. Als Massnahmen wurden in Absprache mit dem Kanton Thurgau Sicherheitslinien und Mittelleitplanken angeordnet.

Zum Zeitpunkt der Unfälle seien die Verkehrs- und Wetterverhältnisse normal gewesen, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung der Polizei und des St. Galler Tiefbauamtes weiter. Die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h werde eingehalten, wie Verkehrskontrollen nach den Unfällen ergaben. Eine Temporeduktion sei deshalb nicht nötig.

Massnahmen auf beiden Teilstücken

Trotz der baulichen Unterschiede zwischen dem St. Galler und dem Thurgauer Teilstück (mit und ohne Pannenstreifen, enge Platzverhältnisse im Tunnel Rinderweid) sollen auf beiden Abschnitten die gleichen Massnahmen realisiert werden.

Nach Pfingsten 2014 werden auf der gesamten Strecke zwischen Widehorn und Meggenhus durchgehende, doppelte und singende Sicherheitslinien angeordnet. Diese warnen die Verkehrsteilnehmenden, wenn sie die Sicherheitslinie überfahren. Zur optischen Trennung werden in der Fahrbahnmitte zusätzlich Leitbalken gesetzt. Eine Ausnahme bildet der Rinderweidtunnel. Hier sollen zwischen den Sicherheitslinien reflektierende Elemente angebracht werden.

Die Arbeiten werden für beide Kantone unter der Leitung der Nationalstrassengebietseinheit VI, die auch für den Betrieb und Unterhalt dieser Strecke zuständig ist, ausgeführt. Die Kantonspolizei St. Gallen und das Tiefbauamt wollen das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden ausserdem verstärkt beobachten.

(taw)