Kindstötung Staad SG

20. September 2015 10:25; Akt: 20.09.2015 19:41 Print

Töchterchen tot im Keller – Eltern schon wieder frei

Jessica T.* und Hanspeter H.* stehen im Verdacht, ihre kleine Tochter Jasmina getötet zu haben. Nach weniger als 50 Tagen wurden sie aus der U-Haft entlassen.

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Das Paar wurde im Sommer im St. Gallischen Staad verhaftet, weil die Polizei am 4. August im Keller ihres Hauses die Leiche ihrer zweijährigen Tochter Jasmina fand. Jessica T. und Hanspeter H. sollen für den Tod der Kleinen verantwortlich sein.

Haftentlassungsgesuch eingereicht

Die Untersuchungen zum Fall sind noch längst nicht abgeschlossen. Doch wie der «Sonntagsblick» schreibt, wurden die Eltern am Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen. Roman Dobler, Meidensprecher der St. Galler Staatsanwaltschaft, bestätigte gegenüber der Zeitung die Aufhebung der Untersuchungshaft: «Es wurde ein Haftentlassungsgesuch gestellt. Der Haftrichter entschied, dass keine besonderen Haftgründe wie etwa Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr bestehen.» Weitere Details gab er nicht bekannt. Ob die Eltern ein Geständnis ablegten ist unklar.

Nach U-Haft in die Ferien?

Nachdem das Paar am Freitag aus der Haft entlassen wurden, wollen Anwohner mitbekommen haben, dass das Paar Ferienpläne schmiedet und ins Ausland verreisen will. Dobler dazu: «Der Haftrichter kann Ersatzmassnahmen wie beispielsweise ein Ausreiseverbot verhängen.» Ob das in diesem Fall geschah, sei ihm aber nicht bekannt. Falls ja, riskieren die mutmasslichen Täter bei einer Ausreise, wieder in Haft genommen zu werden.

Es ist ein komisches Gefühl

In der Nachbarschaft und im Dorf sind die Meinungen über die Haftentlassung des Paares gemischt: «Es ist schon ein komisches Gefühl zu wissen, dass sie wieder da sind», sagte eine ältere Frau beim Spazieren. Ein anderer Anwohner vermutet hinter der Geschichte eine ganz andere Tragik: «Möglicherweise starb das Kind ohne Einfluss der Eltern und sie waren einfach dermassen vom Tod geschockt.» Eine weitere Anwohnerin fühlt sich unbehaglich: «Mir läuft es kalt den Rücken runter, wenn ich aus der Kirche komme und das Haus sehe.»

*Namen der Redaktion bekannt

(rar)