Bizarre Installation

23. Mai 2019 04:51; Akt: 23.05.2019 04:51 Print

Tote Krähe wird als Vogelscheuche aufgehängt

In Schaan (FL) sorgt eine Vogelscheuche mit einer echten, tot aufgehängten Krähe für Aufsehen. In Urnäsch AR kam es kürzlich zu einem ähnlichen Fall. Ist das überhaupt legal?

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«Es kann nicht sein, dass in der heutigen Zeit noch mit solch altertümlichen Methoden gegen Tiere in der freien Natur vorgegangen wird», empörte sich kürzlich ein Fussgänger in Schaan (FL), wie das «Liechtensteiner Vaterland» am Mittwoch berichtet. Beim Spaziergang am Sonntagmorgen im Schaaner Riet stiess er mitten auf einem Feld auf ein Holzgerüst, an dem eine tote Krähe aufgehängt war. Dieses Gerüst sollte wohl die Funktion einer Vogelscheuche haben und Artgenossen von den Feldern fern halten.

Wie die Zeitung weiter schreibt, hat der Bauer damit allerdings nicht gegen ein Gesetz verstossen: «Wie das Amt für Umwelt (AU) auf Anfrage erklärt, werde das fallweise oder vereinzelte Aufhängen von toten Krähen an nicht sensiblen Orten – also nicht entlang von Rad-, Fuss- oder Wanderwegen – toleriert, aber nicht empfohlen.»

Strafanzeige möglich

Auch in der Schweiz werden bisweilen tote Krähen als Vogelscheuchen verwendet. Erst kürzlich berichtete das «St. Galler Tagblatt» über einen Fall in Urnäsch AR und bezeichnete die Methode als illegal. Damals wurden fünf tote Rabenvögel an einem Schweinestall befestigt und hingen dort kopfüber von Eisenstangen.

«Es ist grundsätzlich nicht verboten, die Krähen aufzuhängen. Das Problem liegt darin, dass die Tierkadaver nicht korrekt entsorgt sind», so der Ausserrhoder Kantonstierarzt Sascha Quaile gegenüber 20 Minuten. Generell besagt die Regelung, dass Tierkadaver bis 200 Kilogramm zu einer regionalen Tierkörpersammelstelle gebracht werden müssen, ansonsten könnten gefährliche Krankheitserreger verschleppt werden. Kleinkadaver können auch über die direkte Kehrichtverbrennung entsorgt werden. «Wenn bei uns ein Fall wie in Urnäsch gemeldet wird, informieren wir die Person über das inkorrekte Verhalten. Im Wiederholungsfall kann es auch zu einer Strafanzeige kommen», sagt Quaile.

Alternativen zur toten Krähe

Laut Beat Brunner, Präsident des Bauernverbands Appenzell Ausserrhoden, gibt es keine perfekte Vogelscheuche. Der Grund dafür ist simpel: «Krähen sind wahnsinnig schlau. Sie gewöhnen sich immer wieder an die angewandten Methoden.» Eine gängige moderne Variante sei es, ein Gerät anzubringen, das im Abstand einer gewissen Zeit immer wieder einen «Klapf» abgibt. «Die Praxis zeigt aber, dass auch das nur kurzfristig funktioniert», so Brunner. Das Beste sei es wohl, die Massnahmen zur Vogelvertreibung immer wieder zu wechseln. So könnten sich die Vögel erst gar nicht daran gewöhnen.

(mwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R.Freitag am 23.05.2019 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser recherchieren

    Das ist kein Holzgerüst, sondern eine Heinze. Für den verstörten Spaziergänger wohl auch zu "altertümlich"...

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  • Suzey am 23.05.2019 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War schon immer so??

    Das gabs schon vor 20 Jahren wieso macht mann jetzt ein Problem daraus??

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  • catalena am 23.05.2019 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Was solls?

    Das hat man früher auch gemacht um die Kirschbäume zu schützen. Krähen hats mehr als genug , also halb so wild die ganze Sache.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bärgbur am 25.05.2019 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gruselig....

    das war früher bei uns auch landesüblich ,aber heute ist das eigentlich verboten und es gibt bessere Methoden !

  • Pack Man am 25.05.2019 00:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bessere Lösung?!

    Mein Grossvater wusste es besser-Eine Ratte quälen und das leidvolle gequitsche oder geschrei vertreibt die anderen.Gift hat nix genützt! Krähen wiederum erschiessen und ein paar Tage aufhängen!NUR dass funtionierte gut und trotzdem musste man es immer wieder mal machen.Auch dass erscheint und ist grausam,aber beide Tierarten sind sehr schlau und waren/sind nicht Menschenfreundlich was Krankheit und Hunger angeht.Also:Das Tier oder der Mensch?!:/

  • Ironie am 23.05.2019 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    in der Schweiz

    kann und wird man sowieso für alles bestraft.

  • pika am 23.05.2019 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    natur vs chemie

    ist doch allemale besser weder mit plastik oder chemie gegen die krähen vor zu gehen. hört auf die welt in rosa sehen zu wollen! der tod gehört mit dazu und auch solche sachen. ein gesundes mittelmass zwischen fortschritt und altertum täte uns gut!

  • Romina B. am 23.05.2019 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lieber gift

    an all die schockierten skandal-sucher: das ist eine natürliche, kostengünstige, adäquate lösung. oder wollt ihr noch mehr gift und chemie im essen? oder dass die preise für lebensmittel noch mehr steigen, weil die bauern teure hightech mittel einsetzen müssen? da wärt ihr ja auch wieder die ersten die rumheulen. kritik ist immer einfach, solange man selbst keine konsequenzen tragen muss. ignorranten!