St. Gallen

07. August 2018 18:16; Akt: 07.08.2018 18:16 Print

So hoch wie jetzt war die Waldbrandgefahr noch nie

Die hohen Temperaturen lassen die Wälder im Kanton St. Gallen austrocknen. Nun haben die Behörden reagiert und das Waldbrandrisiko auf die höchste Stufe gesetzt.

Maurizio Veneziani vom kantonalen Forstamt erklärt, welche Auswirkungen die Trockenheit auf die Wälder hat. (Video: 20 Minuten)
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Untypisch für Anfang August findet man derzeit an vielen Waldwegen im Kanton St. Gallen Laub. Grund ist die andauernde Hitze, die die Wälder austrocknen lässt. Regelmässige Gewitter am Abend, die den Wäldern gut tun würden, bleiben derzeit aus. Der Kanton hat das Waldbrandrisiko deshalb auf die höchste Stufe gesetzt. Gefährdet sind vor allem flachgründige, südexponierte Lagen, wie sie zum Beispiel im Sarganserland oder im Rheintal häufig vorkommen.

Wie der kantonale Waldbrand-Beauftragte Jörg Hässig erklärt, werden drei Auslöser für Brände im Wald unterschieden. «Bei Räumungsfeuern kann es schnell passieren, dass das eigentlich kontrollierte Feuer auf den Wald übergreift.» Ein weiterer Auslöser kann eine kleine Glut einer Zigarette oder eines Grillfeuers sein. Und drittens: «Es besteht die Gefahr, dass ein Blitzeinschlag einen Brand auslösen kann.» Erst am Montagabend war es im Kanton St. Gallen zu zwei kleinen Waldbränden gekommen, die von Blitzeinschlägen entfacht wurden.

Buche ist widerstandsfähiger

«Brände sind aber nicht per se schlecht für einen Wald», sagt Hässig weiter. Feuer dünne unter anderem das Unterholz aus. Dadurch würden lichte und sonnige Standorte entstehen, die den Wald verjüngen. «Somit wird neuer Lebensraum geschaffen.»

So hoch war die Waldbrandgefahr noch nie

«Grundsätzlich gibt es während Trockenperioden im Wald immer Gewinner und Verlierer», erklärt Maurizio Veneziani vom Kantonalen Forstamt. «Die Fichte zum Beispiel leidet besonders stark. Sie wird auf lange Zeit gesehen in trockenen Zonen nicht überleben.» Deutlich widerstandsfähiger sei die Buche. «Sie wird sich den Bedingungen anpassen und einfach in höher gelegene Regionen wandern», so Veneziani.

Kanton lanciert Pilotprojekt

Der Klimawandel habe bereits vor 30 Jahren begonnen, betont Veneziani. Bis 2070 würden die Temperaturen um durchschnittlich drei Grad steigen: «Wir müssen den Wald für den Klimawandel fit machen», so Veneziani. Mit einer grösseren Artenvielfalt könne der Schweizer Wald auf die künftigen Klimabedingungen ausgerichtet werden. «Es braucht mehr Bäume, welche die Wärme und Trockenheit relativ gut vertragen.»

(Video: SDA)

Der Kanton St. Gallen lanciert deshalb ein Pilotprojekt mit 50 Testpflanzungen. Ausserdem sollen die Revierförster mit Kursen für die Erhöhung der Arten- und Strukturvielfalt geschult werden. Genetische Vielfalt habe auch positive Folgen auf die Lebewesen im Wald, sagt Veneziani.


(jeh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dorfkind am 07.08.2018 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Waldbrand

    In der Schweiz haben während der letzten zwanzig Jahre pro Jahr durchschnittlich 90 Brände knapp 374 Hektaren Wald verwüstet. Gut die Hälfte (57%) aller Brände ist auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Das Befolgen der wichtigsten Regeln hilf Brände zu verhüten.

  • socom am 07.08.2018 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und jetzt

    trotzdem gibts immernoch trolle, die behaupten, es herrsche keine dürre.

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  • Sebi am 07.08.2018 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Alle dran halten

    Es wäre schön wenn sich alle an die Regeln halten würden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alonzo am 07.08.2018 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pech

    Aber jeder braucht noch seinen grünen englischen Rasen! So kurz geschnitten wie möglich und dann jeden Abend wässern!!! Leider wird das bald nicht mehr möglich sein. Es wird bald auch in der Schweiz ein Umdenken fällig sein!!!

    • ein Berner Oberländer am 07.08.2018 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alonzo

      genau , so ist es , aber es könnte ein Problem geben , wenn gejammert wird wie in der Landwirtschaft , so gibt es sicher bald eine Entschädigung für die braunen Rasen

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  • Patriot am 07.08.2018 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz wird mediterran

    Unsere Enkel werden sich in der Schweiz an Oliven-, Zitronen- und Orangenhainen erfreuen. Vielleicht gibt es dann Pinien-, Zypressen- und Korkeichenwälder. Das wäre eine schöne Schweiz.

    • Judihui am 08.08.2018 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Patriot

      Ja, genau. Diese Pflanzen brauchen schliesslich auch kein Wasser...

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  • ein Berner Oberländer am 07.08.2018 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Natur

    hallo an alle , ist doch wunderbar wie die Natur uns Besserwisser im Griff hat ! Denkt an die Zeit wo es noch keine Gletscher hatte ! Warum kommen zwischen 3000 und 3500 müM Baumstämme zum Vorschein ???? und nicht vergessen den Rasen anzumelden für Entschädigung

  • Sebi am 07.08.2018 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Alle dran halten

    Es wäre schön wenn sich alle an die Regeln halten würden.

    • Ronnyk am 07.08.2018 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sebi

      Tja es gibt immer wieder dumme die es nicht machen

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  • james homer am 07.08.2018 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    nass

    Wo ich wohne, im Thurgau, hat es in den letzten 7 Tagen zweimal geregnet, verstehe nicht wie da noch von "Dürre" gesprochen werden kann.

    • Name am 07.08.2018 21:12 Report Diesen Beitrag melden

      @james homer

      Schon der Bodensee genau angeschaut, wie hoch das Wasser ist. Trockenes Feld schon aufgefallen.

    • Ronnyk am 07.08.2018 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @james homer

      Es hat zu wenig geregnet. Wohne selbst im TG und der wenige regen der gefallen ist kann 3 wochen trockenheit nicht weg machen

    • Jdarc am 08.08.2018 02:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @james homer

      Gibt für Sie wohl nur den Thurgau, tztztz

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