Mutter getötet

15. August 2019 19:31; Akt: 15.08.2019 19:31 Print

U-Haft für Messerstecher beantragt

Der Rapperswiler Messerstecher C.B.* befindet sich noch im Spital. Trotz erhöhter Suizidgefahr hat die Staatsanwaltschaft U-Haft beantragt.

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Der Vorwurf lautet vorsätzliche Tötung. Der 36-jährige Mann hat am Sonntag seine Mutter in der Rapperswiler Bahnhofsunterführung erstochen. Anschliessend ist C.B.* geflüchtet und hat sich selbst schwer verletzt. Er hat die Verletzungen überlebt und wird noch immer im Spital behandelt.

Die St.Galler Staatsanwaltschaft hat in der Zwischenzeit U-Haft beantragt, bestätigt die Medienverantwortliche Beatrice Giger einen entsprechenden Bericht von Toponline.ch. Diese U-Haft kann auch im Spital vollzogen werden. Auf Anfrage sagt Giger: «Der Beschuldigte wird derzeit seinem Gesundheitszustand entsprechend behandelt.» Wie es ihm konkret geht, möchte die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Sie versichert, dass die Sicherheit gewährleistet ist.

Besondere Beobachtung

Beim mutmasslichen Täter besteht ein erhöhtes Suizidrisiko. C.B. hat sich bereits nach der Tat tiefe Schnittwunden zugezogen. Wie lange er noch im Spital bleibt, sei derzeit unklar, so die Staatsanwaltschaft. Falls der 36-Jährige in ein Gefängnis überführt würde, wäre er dort wohl unter besonderer Beobachtung. Giger sagt: «Wenn Häftlinge in der Untersuchungshaft Suizid-Gedanken äussern, wird ein Psychiater oder ein Arzt beigezogen. Dieser gibt eine Einschätzung zum Gesundheitszustand beziehungsweise zur psychischen Verfassung des Häftlings ab.» Allenfalls werden anschliessend Massnahmen zum Selbstschutz der Häftlingen umgesetzt. Die Rede ist von Medikamenten, einer Verlegung in eine Psychiatrie oder pausenloser Beobachtung.

Auch nach einer Verurteilung bleiben Suizidgefährdete unter spezieller Beobachtung. Die Leiterin des St.Galler Amts für Justizvollzug, Barbara Looser, erklärt: «Das oberste Ziel ist es, Suizidfälle in Gefängnissen zu verhindern.» Dafür gibt es etwa spezielle Zellen für Suizidgefährdete oder Kameras in den Zellen. «Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es aber nie», so Looser weiter. Die Gefahr von einem Suizid sei aber in der U-Haft deutlich höher als im Vollzug.

Wie hoch das Suizidrisiko beim Rapperswiler Messerstecher ist, darüber will die Staatsanwaltschaft nicht spekulieren. Die Mediensprecherin meint, es sei ein konkreter Einzelfall und man könne davon ausgehen, dass der Mann jederzeit gut behandelt werde, sei es im Spital oder allenfalls im Gefängnis.

* Name der Redaktion bekannt

(mig)