Rheintal

27. Januar 2020 11:57; Akt: 27.01.2020 11:57 Print

Undisziplinierte Lehrlinge müssen hier Bussen zahlen

Die Rheintaler SFS Group führt neue Verhaltensregeln für Lernende ein. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss in die Teamkasse einzahlen.

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In der Lehrwerkstatt der Rheintaler SFS Group wurde die Schraube angezogen. Wer zweimal zu spät zur Arbeit erscheint oder die Arbeitszeiten nicht einhält, muss eine Busse von fünf Franken bezahlen. Wird der Ämtliplan nicht eingehalten, bezahlen die Lehrlinge zehn Franken. Das Ablegen des Handys an falschen Orten kostet sogar 20 Franken, berichtet «Der Rheintaler».

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«Für alle Lernenden gelten verbindlich die Interventionsmassnahmen aus dem ‹A–Z für Lernende›, welches das Element der Beiträge in die Teamkasse nicht enthält», so Claude Stadler, Mitglied der Geschäftsleitung in der Zeitung. Das Team der Lehrwerkstatt habe sich darüber hinaus entschieden, weiterführende Regeln bezüglich der Teamkasse aufzustellen. Das Ziel sei nicht die Kasse zu füllen, vielmehr sollen die Regeln der Erziehung und Vorbeugung der Interventionsmassnahmen dienen. Das Geld der Bussen soll ausschliesslich für Aktivitäten genutzt werden, die die Teamentwicklung unterstützen.

Lehrlinge haben freiwillig zugestimmt

«Wir vertreten die Meinung, dass Ordnungsbussen nur dann zulässig sind, wenn sie in der Betriebsordnung vorgesehen sind», sagt Philipp Thomas, Leiter Rechtsabteilung bei der Gewerkschaft Unia. Die Betriebsordnung der SFS Group sei bereits 2014 bewilligt worden.

Die Abmachungen seien kein Bestandteil des Lehrvertrags, doch die Lehrlinge sollen freiwillig zugestimmt haben. Die Vereinbarungen seien in einem Gespräch mit allen Beteiligten entstanden. Wenn man die Vereinbarung nicht unterschreibe, müsse man dementsprechend auch nicht mit Bussen rechnen, erklärt Stadler.

Fragliche Freiwilligkeit

Die Bussen seien höchst problematisch und kaum zulässig, meint hingegen Thomas Geiser, Professor für Privat- und Handelsrecht an der HSG. In einem Arbeitsvertrag seien Disziplinarstrafen in Massen zulässig und benötigen einer freiwilligen Zustimmung. Doch das Problem liege bei einem starken Abhängigkeitsverhältnis der Lernenden zum Arbeitgeber. Somit erscheine die Freiwilligkeit fragwürdig.

(gab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marley am 27.01.2020 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nötig

    offenbar ist es bei unserer antiautoritär verzogener Jugend notwendig geworden

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  • PP am 27.01.2020 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Finde ich gut, denn so lernen diese jungen Mensch Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Das ist dann im Arbeitsmarkt ein klarer Vorteil.

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  • Chester am 27.01.2020 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gehorche

    Sei ein guter Söldner und folge den Regeln, sonst wird dein Sold geschmälert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anni am 28.01.2020 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schockierend

    Es ist extrem schockierend zu lesen, dass die Mehrheit der Kommentatoren hier dafür ist, die Jungend schier zu züchtigen und übertrieben gesagt, ins Loch zu sperren! Woher euer Hass? Erwartet ihr mit eurem Verhalten ernsthaft noch Anstand und Respekt von der Gegenseite? Ihr wisst ja gar nicht, was ihr anrichtet. Wieviele Menschen müssen noch krank werden, damit ihr kapiert, dass zu viel Leistungsdruck falsch ist?! Haben wir Jungen eigentlich gar keine Menschenrechte???

    • Beat am 28.01.2020 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anni

      Es geht um Respekt und Anstand sich bei der Arbeitsstelle normal zu benehmen.. Pünktlichkeit, Ämtli, und nicht am Handy sein, sind ganz normale Forderungen. Ist auch für ausgelernte und war übrigens auch schon früher normal..(ausser das Handy, das gab es noch nicht).

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  • Mann Oh Mann us Zürich am 28.01.2020 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kasse soll klingeln

    Gut so, die Kasse soll klingeln. Wer nicht spurt dem muss es über die Moneten beigebracht werden. Null Bock Generation, wo die Eltern bei der Erziehung total versagt haben.

  • Roger1 am 27.01.2020 23:42 Report Diesen Beitrag melden

    Bussen als Erziehungsmassnahme

    Lehrjahre sind keine Herrenjahre! Die Erziehung beginnt zu Hause und nicht am Arbeitsplatz. Das Benutzen der Handys, während der Arbeitszeit, sollte generell verboten werden! Mann und Frau müssen nicht während 24 Stunden erreichbar sein.

  • Besseresser am 27.01.2020 23:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch in Berufsschulen möglich

    Bei mir in der Berufsschule im Thurgau war es auch so. Wer zu spät kam, oder seine Aufgaben nicht ordentlich gemacht hat, der musste 5.- zahlen gehen, am Schluss bestand der Lehrer, dass der z.B verspätete Schüler einen Kuchen nächstes mal mitbringt. Ich musste zum Glück nicht zahlen, habe mir viel Mühe gegeben.

  • Ja klar am 27.01.2020 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    freiwillig

    Lehrlinge werden nur ausgenützt als billige Arbeitnehmer. Man bekommt nichts ordentlich beigebracht. Nach dem Motto: Hilf dir selbst. Alle anderen die wertschätzend mit den Lehrlingen umgehen, bekommen auch die Anerkennung der Lehrlinge, das widerspiegelt sich in der Arbeit. Jenach Branche halt.