«Gewaltverherrlichung»

12. April 2016 17:03; Akt: 12.04.2016 18:32 Print

Vegetarier zeigt Jagd-Magazin an

Ein Waidmann posiert für das Jagdmagazin «Bündner Jäger» mit den Innereien eines geschossenen Hirsches. Ein Tierschützer hat deswegen nun Strafanzeige eingereicht.

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Die Interessengemeinschaft Wild beim Wild schiesst scharf gegen das Magazin «Bündner Jäger»: In bedrückender Regelmässigkeit würden darin Darstellungen von Gewaltverherrlichung oder -verharmlosung ausgedrückt und «das Grausame sowie Unmenschliche eines Vorgangs in verletzender Weise dargestellt». Dies sind Auszüge aus der jüngsten Pressemitteilung.

Dahinter steht Carl Sonnthal, ein radikaler Tierschützer, der sich gerne mit Jägern und Fleischessern anlegt. Vor sieben Jahren machte er Schlagzeilen, als er Vegetarier und Fleischesser im Restaurant auseinander setzen wollte: Er finde es störend, überall Tierleichen sehen zu müssen. Das habe auch einen schädlichen Einfluss auf Kinder.

«Sehen der Anzeige gelassen entgegen»

Im Namen der Interessengemeinschaft hat Sonnthal deshalb wegen Verdachts auf organisierte Gewaltdarstellung und Verletzung der Würde von Tieren Strafanzeige bei der Bündner Staatsanwaltschaft eingereicht, wie die «Südostschweiz» berichtet. Er belegt seine Vorwürfe mit einem Bild aus dem «Bündner Jäger», auf dem ein Jäger die Innereien einer erlegten Hirschkuh in den Händen hält.

Robert Brunold, Präsident des Bündner kantonalen Patentjägerverbandes, erklärt der Zeitung, dass es im angeprangerten Bericht um das Thema «Respekt vor dem Tier – vom Verwerter zur Wegwerfgesellschaft» gegangen sei. Es sei deshalb nur ehrlich, wenn man zeige, wie ein Tier ausgeweidet werde. «Wir sehen dieser Anzeige mit Gelassenheit entgegen», sagt er denn auch.

«Mit den gewählten Bildern wollte ich das angesprochene Thema realitätsnah dokumentieren», sagt Walter Candreia, Redaktor des «Bündner Jägers», gegenüber dem «Bündner Tagblatt». Das Ausweiden des Tieres sei integraler Bestandteil der Jagd und für ein Fachmagazin sei es sicherlich adressatengerecht, auch diesen Aspekt zu dokumentieren. Candreia: «Wenn wir das nicht mehr zeigen dürfen, haben wir als Gesellschaft ein Problem.»

«Blutgeld für den Staat»

Erst vor kurzem hatte die selbe Interessengemeinschaft Strafanzeige gegen das Umweltamt Schwyz eingereicht – damals wegen «sinnloser Tötung» eines Goldschakals. Die Gruppierung macht sich auch sonst für ein generelles Jagdverbot stark.

Sie schreibt in ihrer Pressemitteilung: «Heute ist die Jagd mehrheitlich ein Volksfest, wo Geschäftsleute und Tierquäler Partner einladen, um Tiere zu massakrieren sowie die Staatskasse mit Blutgeld zu verunreinigen.»

(num)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jil am 12.04.2016 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser man zeigt wie es ist.

    Die zeigen nur wie das gemacht wird. Es ist gut wenn man als Mensch weiss wo das Essen herkommt dann isst man vielleicht etwas bewusster Fleisch, wenn man versteckt was Realität ist dann verlieren die menschen den Bezug zur Natur und dem Essen. Ich verstehe die Tierschützer nicht

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  • Anthon am 12.04.2016 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Aufmerksamkeit schenken.

    Hier empört sich wer, der es nicht haben kann, wenn man ein anderes Weltbild oder Realitätsbild hat. Genau wie es vereinzelt Jäger gibt, die tatsächlich eher sadistische Beweggründe haben für ihr Hobby, so gibt es auch Tierschützer, die einfach nur gerne ein totalitäres Weltbild hätten mit viel Macht, welche Ihnen fehlt.

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  • Neutral am 12.04.2016 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    ... Nur nicht übertreiben.

    Was wohl passiert wenn ich das nächste Mal einen Salat aus meinem Garten schneide, der noch etwas "süderet" und ihn dann noch roh esse.... Hoffentlich muss ich nicht in die Spinnwinde....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Baselboy12 am 12.04.2016 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komischer mensch

    Wieso liest der solche heftchen? Und was soll schlimm daran sein wenn man "tierleichen " auf dem teller sieht?! Ist ja nicht so dass das die kinder zuhause nicht auch sehen und essen

  • milkiway am 12.04.2016 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein respekt

    es hat einfach mit respekt zutun. tier abschlachten und dann die innerein zeigen . kein respekt .

    • Hell Seher am 17.04.2016 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @milkiway

      Nee. Das hat mit der Jagd und Verarbeitung des Tieres zu tun.

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  • Schweizerin am 12.04.2016 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    Schutz vor denen gesucht

    Oh je - beschützt uns bitte vor diesen Fanatikern!!!! Ich liebe Tiere - aber ich esse auch gerne Fleisch! Und ich verputze es nicht wenn man dermassen übertrieben argumentiert.

  • Mr. Eat Meat am 12.04.2016 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unmenschliches verhalten

    Unmenschlich???? Das ist der mensch seitdem es mensch gibt!! Also ganz normal. Ich bin übrigens für die jagt und fleisch esser.

  • Franz Bauer am 12.04.2016 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung die wohl daneben geht

    Wenn die Kinder kein Fleisch oder Innereien sehen können, weil die dadurch traumatisiert werden, dann wird es höchste Zeit, dass man den Besuch in einem Schlachthof ins Standard Schulprogramm aufnimmt. Mit Besuchspflicht ohne Ausnahme. Es kann ja nicht sein, dass die Kinder durch geschönte Erziehungsmethoden Gummibärchen, Waschmittel und Lederschuhe als selbstverständlich sehen, aber beim Anblick eines toten Tiers traumatisiert werden.