Protestaktion

06. Januar 2011 18:59; Akt: 06.01.2011 18:59 Print

Verärgerte Bürger stellen Protestbaum auf

von Simon Städeli - Ein Altstätter Bürgerkomitee errichtete heute Donnerstagabend im Breitequartier eine Protestlinde. Damit wird gegen das Vorgehen einer Bürgerin protestiert, die Beschwerde gegen ein geplantes Bauprojekt eingereicht hat.

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Das Bürgerkomitee hat in Altstätten am Donnerstagabend die Protest-Linde aufgestellt. (v.l.n.r.: CVP-Politiker, Werner Ritter und die Mitinitianten, Urs Dörig und Werner Schläpfer.) (Bild: 20 Minuten/sst)

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«Schon seit Jahren stellt sie sich quer und verzögert wichtige Projekte in der Stadt. Wir wollen nun endlich ein Zeichen setzen», sagt Werner Ritter vom Bürgerkomitee. Darum hat der Anwalt und CVP-Kantonsrat zusammen mit zwei anderen Altstättern eine Protest-Linde errichtet - direkt vor dem Restaurant Linde, das der betroffenen «Querstellerin» gehört. Die Aktion stiess bei den Bürgern auf Interesse, so pilgerten über Hundert Leute ins Breitequartier, um den Protestbaum einzuweihen. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Aufmarsch. Es zeigt, dass das Anliegen der Bevölkerung am Herzen liegt», so Ritter.

Beschwerde eingereicht

Das Projekt, das den Zwist ausgelöst hat, ist eine Verbesserung der Strasseninfrastruktur(Kreisel mit überdachtem Bushof, etc.), die am 11. Mai 2009 an einer Bürgerversammlung gutgeheissen wurde. Weil sich die Kosten auf 1,9 Millionen Franken beliefen, war dafür keine Urnenabstimmung (erst ab 2 Millionen) notwendig. Elsbeth Karlsson, gegen die sich der Protest richtet, reichte aber das Referendum ein. So kam es daraufhin am 28. November zur Volksabstimmung, an der das Projekt mit 76,9 Prozent Ja- Stimmen angenommen wurde.

Trotz eindeutigem Resultat war Karlsson aber nicht zufrieden mit dem Resultat und reichte Beschwerde ein. Bis jetzt ist der Entscheid noch fällig. Für Elsbeth Karlsson geht es aber nicht um die Strassenänderung an sich: «Dieses Projekt ist nur der erste Schritt zu einem neuen, viel zu teurem Rathaus, das ebenfalls in Planung ist. Dieses ist aber völlig nutzlos und wird dazu führen, dass die Steuern massiv erhöht werden müssen», so Karlsson.

«Zur Vernunft bringen»

Mit dem Aufrichten der Linde erhofft sich das Bürgerkomitee ein Umdenken bei Karlsson. «Frau Karlsson missbraucht ihr demokratisches Recht, was inaktzeptabel ist. Wir hoffen, sie mit unserer Aktion zur Vernunft zu bringen», so Ritter. Die Idee der Protestlinde stammt von einem Walliser Brauch aus dem Mittelalter, was meist der Beginn einer Volkserhebung war. In Altstätten darf die verärgerte Bevölkerung Nägel in den circa drei Tonnen schweren Baum schlagen und damit gegen das Vorgehen von Elsbeth Karlsson protestieren.

«Das ist ein sehr humorvoller Protest und kein bösartiges Spiel», sagt Werner Schläpfer, der die Idee mit der Linde hatte. Als Unternehmer stören ihn vor allem die finanziellen Verluste, die eine Verzögerung der Bauprojekte mit sich ziehen. «Für den Wirtschaftsstandort Altstätten ist dies verheerend», so Schläpfer. Er fände es schön wenn sich Karlsson geschlagen geben würde: «Natürlich darf sie die demokratischen Rechte nutzen, doch sie treibt das Spiel zu weit.»

«Tief ins Mittelalter zurückgefallen»

Die betroffene Gastronomin zeigt sich aber kämpferisch: «Solche Aktionen können bei mir überhaupt nichts bezwecken», so Elsbeth Karlsson. Sie kann es kaum glauben, dass das Bürgerkomitee die Aktion gestartet hat. Doch was damit bezweckt werden soll, sieht sie nicht ein. «Die Initianten sind tief ins Mittelalter zurückgefallen. Das hat kaum noch was mit Demokratie zu tun», so Karlsson. Sie lebt aber schon lange in der Rheintaler Kleinstadt und sei das Missfallen der Bevölkerung langsam gewohnt.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • h. müller am 07.01.2011 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    kein Titel

    ich will nicht entscheiden ob Frau Karlsson den Bogen des Demokratieverständnisses überspannt hat. Ihre Argumente dienen genauso der Allgemeinheit wie diese ewigen Wirtschaftswachstumsversprechen. Als Wirtin würde ich jetzt Menükarten an den Baum nageln - mal sehen wer sich dann wirklich ärgert.

  • Martin von Auswärts. am 07.01.2011 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Der unaufhaltsame Abstieg einer vermeintlichen Sta

    Abstieg von der Metropole zur tiefsten Provinz, und niemand merkt es! Liebe Altstätter baut endlich, egal was aber macht vorwärts mit euren alten Ruinen und eurem Brachland mitten in der Stadt. Streitet nicht immer und zieht endlich am gleichen Strick.

    einklappen einklappen
  • Margot am 07.01.2011 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Hetzkampagne

    Hetzkampagne.... unter aktiver Mitwirkung der Medien. Sehr unschön. Schon die Reaktion alleine zeigt, dass es richtig ist, gegen vermeintlich "gestandene" CVP Politiker vorzugehen, zumal unsser Rechtssystem dies zulässt. Dies sollte eigentlich der Jurist und Anwalt Werner Ritter auch wissen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mäx Hasler am 08.01.2011 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Hat teilweise recht

    Ich werde auch eine Nagel in den Baum schlagen. Aber nur ein Reisnagel, denn teilweise hat die Frau recht. Diese Überbauung gibt nichts gescheites.Schon aus dem Grund,weil ein altes Haus das abgebochen werden sollte stehen gelassen werden muss. Wie die alte Stadtmauer, dieser Schandfleck.

  • Dä Ander am 07.01.2011 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    Gahts no?

    Bedenklich gibt es so was in der heutigen Zeit noch. Noch bedenklicher ist, dass der Stadtrat diese Aktion auch noch bewilligt hat. Da muss man sich als Altstätter ja schämen. Wir sind mal wieder tiefste Provinz

  • Martin von Auswärts. am 07.01.2011 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Der unaufhaltsame Abstieg einer vermeintlichen Sta

    Abstieg von der Metropole zur tiefsten Provinz, und niemand merkt es! Liebe Altstätter baut endlich, egal was aber macht vorwärts mit euren alten Ruinen und eurem Brachland mitten in der Stadt. Streitet nicht immer und zieht endlich am gleichen Strick.

    • Dä Ander am 07.01.2011 22:01 Report Diesen Beitrag melden

      ??

      Salü Martin Also ich sehe kein Brachland mitten in der Stadt. Wann warst Du das letzte Mal hier?

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  • h. müller am 07.01.2011 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    kein Titel

    ich will nicht entscheiden ob Frau Karlsson den Bogen des Demokratieverständnisses überspannt hat. Ihre Argumente dienen genauso der Allgemeinheit wie diese ewigen Wirtschaftswachstumsversprechen. Als Wirtin würde ich jetzt Menükarten an den Baum nageln - mal sehen wer sich dann wirklich ärgert.

  • Margot am 07.01.2011 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Hetzkampagne

    Hetzkampagne.... unter aktiver Mitwirkung der Medien. Sehr unschön. Schon die Reaktion alleine zeigt, dass es richtig ist, gegen vermeintlich "gestandene" CVP Politiker vorzugehen, zumal unsser Rechtssystem dies zulässt. Dies sollte eigentlich der Jurist und Anwalt Werner Ritter auch wissen...