Feldkirch(A)

07. Februar 2011 19:31; Akt: 07.02.2011 19:31 Print

Vergewaltigung oder bloss ein Racheakt?

von Simon Städeli - Der Feldkircher Bürgermeister Wilfried Berchtold muss sich am Donnerstag vor Gericht verantworten. Er soll eine Parteikollegin vergewaltigt haben.

storybild

Der Feldkircher Bürgermeister Wilfried Berchtold soll eine Parteikollegin vergewaltigt haben.

Fehler gesehen?

Laut Anklage geschah die Tat an der Klausurtagung der ÖVP Feldkirch im Spätherbst 2009. Bürgermeister Wilfried Berchtold soll eine Parteikollegin brutal vergewaltigt haben. Doch der weist die Anschuldigungen zurück: Vielmehr habe es sich um «leidenschaftlichen Sex ohne Zwang gehandelt». Der Bürgermeister gibt an, über Jahre eine Affäre mit der Klägerin geführt zu haben. Der Vater vierer Kinder betont dabei, dass seine Familie zu ihm stehe. «Sie wissen, dass der Vorwurf der Vergewaltigung unglaubwürdig ist», so Berchtold. Er und seine Verteidigung stellen die Klage denn auch als Racheakt dar. Die Parteikollegin sei enttäuscht gewesen, dass er ihr keinen sicheren Listenplatz für die Wahlen im März 2010 verschafft habe.

Demgegenüber steht die Aussage der Klägerin. Sie habe im Herbst 2009, vor Erstellung der ÖVP-Wahlliste, Freunden von der Vergewaltigung erzählt. Weiter heisst es in der Anklage, dass die Frau in der Tatnacht klar Nein zu Sex gesagt und sich gewehrt habe. Wieso die Klägerin erst drei Tage nach den Wahlen und ein halbes Jahr nach der vermeintlichen Tat Anzeige erstattete, blieb bislang ihr Geheimnis.

Berchtold ist trotz der schweren Vorwürfe im Amt. Er hatte sich im vergangenen Oktober krankheitshalber von seinen Funktionen zurück gezogen, nahm seine Geschäfte im Dezember aber wieder auf. Er begründete den Schritt mit seinem Rückhalt in der Bevölkerung.