Laax GR

30. Mai 2019 16:26; Akt: 30.05.2019 16:26 Print

Verliert der Chauffeur nun auch noch den Ausweis?

Das Video eines fluchenden Lastwagenchauffeurs, das viral ging, hat wohl nicht nur berufliche Konsequenzen für den Mann. Auch die Kapo GR ermittelt wegen Verletzung von Verkehrsregeln.

Hier sieht man das Video, wegen dem der Chauffeur seinen Job verlor. (Video: YouTube)
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Auf Social Media kursiert derzeit die Handy-Aufnahme eines fluchenden Lastwagenchauffeurs, der sich lautstark über die vor ihm fahrenden Velofahrer ärgert. Auf der Bergstrasse zwischen Ilanz und Laax GR filmte der Lenker des Lastwagens seine Fahrt. Durch die Recherche einer Privatperson wurde der Arbeitgeber ausfindig gemacht. Nachdem dieser informiert wurde, feuerte er den Speditionsmitarbeiter.

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Doch der Mann dürfte sich derzeit um mehr als nur seinen Job Sorgen machen. Wie es auf Anfrage bei der Kantonspolizei Graubünden heisst, wurden Ermittlungen aufgenommen. Relevant könnten laut Mediensprecherin Sandra Scianguetta primär folgende Verkehrsregeln/-verletzungen sein: Das Beherrschen des Fahrzeuges und das Überqueren der Sicherheitslinie.

Bis zu drei Jahre Haft für Handy am Steuer

Zum konkreten Fall und den Konsequenzen kann sich Scianguetta nicht weiter äussern. Allgemein sagt sie aber: «Das Schreiben einer SMS am Steuer wurde durch das Bundesgericht im Jahr 2009 als grobe Verkehrsregelverletzung eingestuft, welche gemäss dem Strassenverkehrsgesetz mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft werden kann.» Laut Bundesgericht ist das dauernde Beherrschen des Fahrzeuges nicht einmal dann gewährleistet, wenn der Lenker mit Handy zwischen Kopf und Schulter während der Fahrt telefoniert.

Auch betreffend der Sicherheitslinie gibt es klare Regelungen: «Diese dürfen von Fahrzeugen weder überfahren noch überquert werden. Somit ist ein Spurwechsel grundsätzlich auch dann unzulässig, wenn niemand gefährdet wird», erklärt die Mediensprecherin. Ausnahme sei einzig, wenn zwingende Gründe vorliegen würden und es nicht zugemutet werden kann zu warten, bis die Fahrbahn frei ist, «etwa bei einem verlassenen Fahrzeug.»

Polizei entscheidet nicht über Ausweisentzug

Ein Fahrausweis kann laut Scianguetta im Falle einer mittelschweren bis schweren Widerhandlung gegen die Strassenvorkehrsvorschriften entzogen werden. Dies zu entscheiden liege aber nicht im Ermessen der Polizei: «Über einen Ausweisentzug entscheidet das Strassenverkehrsamt.»

Wie hätte sich der Fahrer in dieser Situation korrekt verhalten sollen? Anders als der Chauffeur im Video behauptet, gibt es direkt neben der Fahrbahn keinen Veloweg. «Die Velofahrer sind berechtig,t auf dieser Strasse zu fahren», sagt Scianguetta. «In der vorliegenden Situation sollte man als Lenker hinter den Velos nachfahren und erst überholen, wenn die Situation geeignet ist.» Konkret also erst dann, wenn keine Gefahr mehr besteht und man auch keine Sicherheitslinie überfährt.

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Goofycupra am 30.05.2019 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke an unsere Chauffeure 

    genau wegen solchen Sachen habe ich den Beruf als Chauffeur hingeschmissen. Mit einem LKW ist man immer der Bösewicht. egal wann, egal wo und wofür. Dass unsere Welt ohne diese Männer und Frauen auf der Strasse nicht funktionieren würde versteht immer noch niemand. Aber Hauptsache der Chauffeur verliert sein Job, weil ein anderer sich gestört gefühlt hat, dass dieser seine Meinung geäussert hat. P.S. im Gegensatz zu dem Chauffeur waren die Velofahrer bestimmt aus Spass auf dieser Strecke unterwegs!!

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  • Tran S. Porter am 30.05.2019 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Steine im Glashaus werfen

    Ohne den Fahrer in Schutz zu nehmen: Warum ist der denn wohl so gestresst? Ich möchte jedenfalls nicht mit einem Chauffeur tauschen..

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  • In Dubio Pro Reo am 30.05.2019 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig am Rand mit den Nerven-bitte um Verständnis

    Nein! Der Mann hat offensichtlich noch andere Probleme, Stress usw..! Soll er den Job verlieren, mit allen Konsequenzen?? Das wäre unverhältnismässig. Hier braucht es bei einem Urteil Augenmass!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • StayCool am 31.05.2019 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Grenze überschritten?

    Wer dermassen ausrastet, egal ob LKW-, PKW-, Motorrad- oder Velofahrer, hat schlicht und einfach auf der Strasse nichts verloren.

  • Macintosh am 31.05.2019 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Wer während der Fahrt Handy benutzt, soll nun das Fahrausweis abgeben! Ich habe daraus gelernt. Weil ich vor 3 halb Jahre während der Velo fahren Handy benutzt. Dann bin ich ins Entgegenkommenden Traktor gefahren, seit dem bin ich Teraplegie.

  • E.Zöllig am 30.05.2019 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht es Euch nicht ähnlich?

    Vielleicht wird nun ein Radweg gebaut, da auch Andere nun auf das Problem aufmerksam geworden sind. Der Brumifahrer tut mir leid und sein Arbeitgeber verstehe ich auch nicht. Denke er fährt wohl selber nicht mehr... Aber Ware muss sicher pünktlich angekommen und alles sicher ohne Überzeit. Hoffe er ist nicht zu Stolz , sollte es soweit sein beim Sozialamt anzuklopfen. Ach ja, bitte mehr Videos ins Netz stellen, so können unsere Beamten von zu Hause aus arbeiten.

  • Kater Mikesch am 30.05.2019 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die Beweise

    1. Er hat geflucht und dabei eine unpersönliche Gruppe (Velofahrer) beleidigt. Auf den Aufnahmen ist aber kein Person zu erkennen. Also hat er weder Persönlichkeitsrechte verletzt, noch gegen das Rassismusgesetz verstossen. 2. Sicherheitslinie: Wer genau schaut sieht, dass er noch die Striche-Linie überfahren hat, und nachher war es eine einseitig überfahrbare Linie, als er wieder von links nach rechts eingeschwenkt ist, das ist erlaubt. Zudem darf man Fahrzeuge bis 30Km/h mit nötiger Vorsicht überholen. 3. Handy in der Hand: Wo ist der Beweis? Wo ist eine Hand? Handy ev. in der Brusttasche?

    • steve68 am 31.05.2019 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kater Mikesch

      schön geschrieben

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  • Hpw am 30.05.2019 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Chef ist nicht besser

    Ich frage mich schon lange was ist verhältismässig. Wenn jemand mal die Nerven durchgehen, und es wir mit Gfängnis gedroht. Oder wenn jemand einen Bewaffneten Raubüberfall macht und die Gerichte sagen das er nur Bedingt schuldfähig ist. Bekommt dann einen Freispruch. Das sind unsere Gesetze. Die Velofahrdr haben ja alle Rechte bei uns anscheinwnd, velofahrverbot und sie fahren auch da? Wo Polizei? Und dem Chef noch das warum hat wohl der Fahrer die Nerven verloren? Der Fisch stinkt immer vom Kopf weg.