Spurlos verschwunden

23. September 2008 13:30; Akt: 23.09.2008 17:17 Print

Vermisste Prostituierte lag tot im Wald

Die seit dem 27. August vermisste 30-jährige thailändische Prostituierte Ladarat Chitphong ist tot. War ihr letzter Kunde der Mörder? Ein wegen mehrfacher Vergewaltigung verurteilter Schweizer steht unter dringendem Tatverdacht.

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Nun werden neue Details über den mutmasslich letzten Kunden der thailändischen Prostituierten bekannt. Der 41-jährige Schweizer, der dringend verdächtigt wird, die Prostituierte ermordet zu haben, ist kein unbeschriebenes Blatt. Bereits 1992 wurde er wegen Vergewaltigung in einem Fall zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Doch damit nicht genug. 1998 schlug der Schweizer erneut zu - bestialisch. Wegen mehrfacher qualifizierter Vergewaltigung wurde er 1998 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Von einer qualifizierten Vergewaltigung sprechen die Behörden, wenn der Täter «grausam oder mit einer Waffe oder anderen gefährlichen Gegenständen» eine Vergewaltigung vornimmt. Nach abgesessener Haftstrafe wurde der 41-Jährige 2001 entlassen. Hat er nun wieder zugeschlagen? Die Polizei geht momentan davon aus. Der Täter, der seit Verschwinden der thailändischen Prostituierten in Untersuchungshaft sitzt, schweigt.

Chitphong wurde gestern in einem Waldgebiet nördlich von Märstetten TG tot aufgefunden. Ein Spaziergänger hatte am Sonntag den Fund von Kleidern und Schuhen gemeldet. In der Umgebung fand die Polizei dann die Leiche. Die Todesursache ist noch unklar, wie die Kantonspolizei Thurgau an einer Pressekonferenz bekannt gab. Die Strafverfolgungsbehörden gehen jedoch von einem Tötungsdelikt aus.

Die 30-jährige Prostituierte galt seit dem 27. August 2008 als vermisst. An jenem Mittwoch fuhr die thailändische Prostituierte mit dem Chauffeur ihrer Zürcher Begleitagentur ins thurgauische Märstetten. Dort wartete der Kunde. Seither fehlte von ihr jede Spur.

Grosse Suchaktion blieb erfolglos

Als Chitphong am nächsten Morgen nicht am vereinbarten Treffpunkt zur Rückfahrt erschien, alarmierte der Chauffeur die Kantonspolizei Thurgau. Diese handelte umgehend. Noch am selben Abend wurde der mutmassliche Kunde festgenommen. Er sitzt seither in Untersuchungshaft. Die Frau, die sich legal in der Schweiz aufhielt, wurde national und international als vermisst ausgeschrieben. Auch die Bevölkerung wurde um Mithilfe gebeten. Die Polizei verteilte Anfang September 2400 Flugblätter an alle Haushalte in 15 Ortschaften. Zahlreiche Suchaktionen mit Tauchern, Hunden und Helikoptern blieben ergebnislos.

(meg)