St. Galler Festspiele

11. Juli 2019 18:35; Akt: 11.07.2019 19:19 Print

Viagogo verkauft Tickets für erfundene Vorstellung

Wieder sorgt die Online-Plattform Viagogo für Schlagzeilen: Tickets für die St. Galler Festspiele werden nicht nur überteuert angeboten, sondern auch für erfundene Vorstellungen.

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Die letzte Vorführung der Tanzvorstellung «Desiderium» fand letzten Montag in der St. Galler Kathedrale statt. Trotzdem werden laut FM1Today auf Viagogo noch Tickets für eine Vorstellung am 7. August angeboten, erhältlich für 111 Franken. Auch für zwei Opernvorstellungen gibt es fiktive Tickets auf der Online-Plattform. Die letzte Aufführung findet am 12. Juli statt, jedoch stehen Tickets, datiert auf den 7. Oktober und den 7. Dezember auf der Plattform zum Verkauf.

Wie ein Vergleich zeigt, liegen die Ticketpreise auf Viagogo teils massiv über jenen der offiziellen Verkaufsstelle. So zum Beispiel für die Oper «Il trovatore»: Hierfür liegen die Originalpreise bei 170 Franken. Auf Viagogo hingegen muss man rund 275 Franken für ein Ticket hinblättern.

Das Theater St. Gallen, Organisator der Festspiele, weiss um das Problem. «Es kommt nicht nur bei den St.Galler Festspielen vor, es betrifft Stücke und Konzerte, die besonders beliebt sind», sagt Susi Kaden, Leiterin Kommunikation beim Theater St.Gallen, gegenüber dem Online-Portal. Rechtlich dagegen vorzugehen sei schwierig.

Mehrere Klagen gegen Viagogo

Probleme mit Viagogo sind schon seit längerem bekannt. Auch 20 Minuten berichtete schon darüber. Wie Dominique Roten, Mediensprecher des Schweizer Konsumentenforums, in einem früheren Artikel ausführte, nutzt Viagogo seit Jahren eine Grauzone aus. Die Seite verkauft Tickets aus zweiter Hand weiter, was oft zu Komplikationen für die Käufer führt: hohe Zusatzgebühren, Tickets die nicht ankommen oder auf den falschen Namen ausgestellt sind. Die schweizerische Gesetzgebung sei punkto Weiterverkauf von Tickets lückenhaft, kritisiert Roten: «Sie schützt eher Betrüger als Opfer.»

In Deutschland wurde Viagogo bereits verurteilt. Auch in der Schweiz sind Klagen gegen den Tickethändler hängig.

Auf Anfrage von 20 Minuten nimmt Viagogo wie folgt zum aktuellen Fall Stellung: «Als offener Marktplatz, der Verkäufer und Käufer verbindet, legt Viagogo keine Ticketpreise fest. Diese werden von den Verkäufern selbst bestimmt. So können diese über oder unter dem ursprünglichen Nennwert liegen. Bei hoher Nachfrage und begrenzten Tickets, wie bei den St.Galler Festspielen, steigen die Preise oft.» Um ­fiktive Anlässe herauszufiltern, habe die Plattform ein eigenes Team: «Jeder Event, der eigentlich nicht gelistet werden sollte, wird so schnell wie möglich entfernt.»

(maw)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger am 11.07.2019 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben es je mal ALLE kapiert ...

    ... dass man da definitiv keine Tickets bestellt?

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  • Hit And Run am 11.07.2019 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Selber schuld wer auf dieser dubiosen plattform noch tickets kauft.

  • Wodoomaster am 11.07.2019 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo werden wir noch enden?

    Betrügst den Staat geht es Ruckzuck und man ist verurteilt. Sollen die Damen und Herren Steuerbezüger mal was machen dann hat das Zeeeeiiiiit

Die neusten Leser-Kommentare

  • moods am 12.07.2019 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Stecker

    Wann endlich wird dieser Firma der Stecker gezogen un die Betreiber wegen div. Straftaten der Prozess gemacht? Es kann doch nicht sein, dass dieses Unternehmen immer wieder auf kosten von Kunden sich auf's schändlichste bereichern.

  • luggela am 12.07.2019 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Die Penner von Behörden

    Sind etwas noch einige Politiker in diesem dubiosem Geschäft verwickelt? Ich denke schon, weil keine Sau irgend etwas unternimmt, diesem Treiben eine Ende zu setzen. Passt schon zu unseren Pennern von Behörden , da gibts halt nichts raus zuholen. Das sind Verbrecher , solche Firmen.

  • Emma Fässler am 12.07.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Spendet das Geld lieber

    Wir müssen Konzerte und Festivals verbieten. Der CO2 Fussabdruck ist nicht akzeptabel. Spendet das Geld lieber gemeinnützigen Organisationen. Ich befehle euch solche Veranstaltungen nicht mehr zu besuchen um das Klima zu schonen

    • bestrafmich am 12.07.2019 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Emma Fässler

      ja herrin ich werde gehorchen, sonst werde ich ganz ganz schlimm bestraft

    • Herr Ripotta am 12.07.2019 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Emma Fässler

      dafür lieber an eine klimademo etwas heucheln gehen und den ganzen müll liegen lassen? es gibt praktisch an jedem festival eine foundation um geld für tierschutz, umweltschutz etc. zu sammeln.

    • NeXiZ am 12.07.2019 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Emma Fässler

      Ich geh diesen Sommer auf Deutschland mit dem Auto an ein Festival für 4 Tage. Warten Sie dort auf mich? ;)

    • Tilly am 12.07.2019 09:48 Report Diesen Beitrag melden

      Da hinschauen wo es wirklich nötig ist

      Gehen Sie nach Tunesien demonstrieren. Da gibt es eine schlimme Fabrik, die Tag für Tag Millionen Liter vergiftetes Abwasser ins Meer leitet. Da ist schlimm; die CH macht schon genug und vorallem geht es bei uns nur ums Portemonnaie.

    • Fridolin vom grünen Stern am 12.07.2019 15:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Emma Fässler

      Emma Fässler jegliche Versammlung von mehr als 10 Personen produziert zuviel C02, nicht nur Konzerte und Festivals müssen verboten werden, sondern auch Fussballspiele, Schwing- und Turnfeste, Autorennen sowieso (auch Bergrennen), Oldtimertreffen, Dampflokvereine, Kinovorstellungen, Theateraufführungen, Parteiversammlungen, Albis Güetli Tagungen, Kinder- und Jugenfeste, der Nationalfeiertag, Weihnachten und Ostern, sowie Pfingsten, und ganz wichtig ganz besonders das gemeinsame Arbeiten am Arbeitsplatz.....dann haben wir endlich eine ausgewogene C02 Bilanz.....

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  • Rosmarie Wüthrich am 12.07.2019 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wem es wert ist, bezahlt es

    Nachfrage oder 3-2-1-meins bestimmt den Preis. Auch auf Ricardo gibt es überteuerte Tickets. Büetzerbuebe anstatt 600.- im normalverkauf für 1100.- und bei dieser Plattform sagt niemand etwas resp. es ist keinen Beitrag in einer Zeitung wert.

    • schweizer Q am 12.07.2019 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rosmarie Wüthrich

      Ricardo gehört auch Tamedia ;)

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  • Blues Sister am 12.07.2019 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Manchmal ist es offensichtlich

    Elvis Presley, the King. Live in concert, in Las Vegas, am 16. August 2019 Dann ist alles klar. Das kann nur Viagogo sein.

    • Zwootakter am 12.07.2019 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Blues Sister

      Schön wär's. Für das Konzert würde ich ein Vermögen ausgeben. Genau an seinem 42. Todestag. So frech wäre wohl nicht einmal Viagogo.

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