Pfarrer wird Vater

21. März 2011 18:32; Akt: 21.03.2011 18:35 Print

Viel Unterstützung für Gossauer Pfarrer

von Marlene Kovacs - Die Nachricht von der Vaterschaft des Gossauer Pfarrers Niklaus Popp sorgt für Aufsehen. Die Reaktionen sind fast alle wohlwollend.

Fehler gesehen?

Dass der katholische Pfarrer Niklaus Popp Vater wird, hat sich in der Region wie ein Lauffeuer verbreitet. Bereits gestern erhielt das Bistum St. Gallen viel Feedback. «Die meisten Reaktionen sind positiv. So wird er auch von Mitarbeitern mit Worten wie ‹du brauchst dich nicht schämen› unterstützt», sagt Sabine Rüthemann, Sprecherin des Bistums St. Gallen.

Selbst Popps Kirchgänger zeigen Verständnis für den werdenden Vater. «Man kann ihn deshalb nicht verurteilen. Genau das ist das Resultat des Zölibats», so ein 75-Jähriger. Ein User schreibt auf 20 Minuten Online sogar: «Seid fruchtbar und mehret Euch. Der Pfarrer hat sich an Gottes Richtlinien orientiert».

Wie es mit Pfarrer Popp in Zukunft weitergeht, ist weiterhin unklar. «Ich muss mir das noch genau überlegen», so der 44-Jährige. Denn trotz der Demission im September aus dem Pfarreramt, bleibt Popp vorerst Priester. «Und auch als Priester ist man dem Zölibat unterworfen», so Kirchenrechtler Claudius Luterbacher-Maineri vom Bistum St. Gallen. Eine Beziehung mit seiner Freundin dürfe er also auch dann nicht ausleben. «Hingegen ist es theoretisch möglich, als Priester ein Kind zu haben», so Luterbacher-Maineri.