Calanda-Wölfe

07. Januar 2016 10:58; Akt: 07.01.2016 10:58 Print

WWF reicht Beschwerde gegen Abschuss ein

Der WWF Schweiz will künftig mit präventiven Massnahmen Abschüsse von Wölfen vermeiden. Er hat bei den Kantonen St. Gallen und Graubünden Beschwerde eingereicht.

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Während der WWF diesen Weg geht, verfolgt Pro Natura eine andere Strategie: Die Organisation verzichtet auf Beschwerden, will sich aber auf dem politischen Parkett weiterhin für eine besonnene Wolfspolitik einsetzen. Die vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) bewilligte Abschussbewilligung für zwei Jungwölfe des Calanda-Rudels ist bis Ende März befristet.

Beide Umweltorganisationen kommen zum Schluss, dass die rechtlichen Grundlagen derzeit ungenügend sind, um unmittelbar drohende Abschüsse zu verhindern. Die neu in der Jagdverordnung festgehaltenen Abschussbedingungen seien so offen formuliert, dass den Behörden bei der Anwendung kaum Schranken gesetzt seien, schreibt Pro Natura. Hinzu komme, dass einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung vorsorglich entzogen wird.

Positive Aspekte hervorheben

Pro Natura will sich deshalb auf politischem Weg für ein umfassendes Wolfsmanagement einsetzen, das sich nicht überwiegend auf Abschüsse stützt, sondern auch die positiven Aspekte der Rückkehr des Wolfes hervorhebt. Mit der Abschussbewilligung für die beiden Jungwölfe des Calanda-Rudels werde bereits normales Wolfsverhalten als potenzielle Gefahr dargestellt, kritisiert der WWF.

Sender für Wölfe

Statt die Wölfe abzuschiessen, sollten sogenannt «wenig scheue» Wölfe mit einem Sender ausgestattet werden. Dieses für Wölfe unangenehme Erlebnis sei die bessere Vergrämungsmassnahme und würde auch einem verbesserten Monitoring dienen.

Insbesondere müssten aber konsequent Futterquellen beseitigt werden. Denn bis die Abschussbewilligung erteilt worden sei, sei der Umgang mit solchen im Wolfsgebiet fahrlässig gewesen. «Faktisch wurden die Wölfe regelrecht angefüttert. Das gilt es in Zukunft unbedingt zu verhindern», wird WWF-Grossraubtier-Experte Gabor von Bethlenfalvy in der entsprechenden Mitteilung zur Beschwerde zitiert.

(mlü/sda)