Weinfelden TG

16. September 2019 19:18; Akt: 16.09.2019 19:18 Print

Wanzen bringen 8 Tonnen Birnen zum Verfaulen

Ein Landwirt kämpft in Weinfelden gegen Wanzen. Fast seine komplette Birnen-Ernte ist beschädigt. Nun verschenkt er das Obst.

Der Landwirt Manuel Strupler verschenkt rund acht Tonnen beschädigte Birnen.
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«Wir können nichts dagegen machen», sagt Landwirt Manuel Strupler. Wanzen fressen sich durch seine Birnen. Nur ein Viertel aller Früchte kann er in den Handel bringen. Die anderen rund acht Tonnen sind beschädigt und auf diesen bleibt der Landwirt sitzen. «Es bleibt mir nichts anderes übrig, als die Birnen verfaulen zu lassen», so Strupler. Für das nimmt er die Früchte vom Baum, denn dran lassen kann er sie nicht, dies würde den Bäumen schaden.

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Bevölkerung soll profitieren

Eine letzte Möglichkeit, um die beschädigten Birnen doch noch vor dem Verfaulen zu retten, ergreift der Landwirt nun: «Am Samstag können alle, die wollen, zu uns auf den Breitenhof in Weinfelden kommen und so viele Birnen pflücken, wie sie mitnehmen können.» Geld verlangt Strupler dafür keines. Er erklärt: «Es ist schön, wenn ich jemandem eine Freude machen kann.»

Er selbst kann eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen. Es sei schon hart, dass sie die Birnen nicht in den Grosshandel bringen können. Sie hätten viel Arbeit reingesteckt, denn das Problem der Wanzen sei nicht neu. «Bereits im letzten Jahr hatten wir welche, aber nicht so viele wie dieses Jahr», sagt der Landwirt. Das Pech sei, dass die Birnenbäume in Weinfelden zwischen Bauernhöfen und Wohnhäusern stehen. So konnten die Wanzen im Winter überleben, da sie in den Häusern Unterschlupf fanden.

Wanzen bringen 8 Tonnen Birnen zum Verfaulen

Verlust von tausenden Franken

Alleine ist Strupler mit dem Problem nicht. Er meint: «Ich habe ein paar andere Kollegen, die auch Wanzen haben, jedoch nicht im gleichen Ausmass wie wir.» Der finanzielle Schaden beträgt für Strupler tausende Franken. Das sei aber verkraftbar. Er betreibt nebenbei einen Ackerbau und ist als Landschaftsgärtner tätig.

In den sozialen Medien kommt die Verschenk-Aktion gut an. Etliche danken dem Landwirt bereits im Vorfeld. Andere äussern Bedenken, dass der Grosshandel die Birnen nicht haben will. Dafür hat Strupler Verständnis. Er sagt aber auch: «Ich hoffe es gibt bald effektive Wirkstoffe gegen Wanzen. Ich will nicht länger zuschauen, wie meine Früchte kaputt gehen.» Dass er auf den acht Tonnen Birnen sitzen bleibt, ist unwahrscheinlich. Viele haben sich bereits mit Interesse bei ihm gemeldet.

(mig)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AL am 16.09.2019 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was steckt denn da drin?

    Ich hoffe, dass Ihr Schnäppchenjäger und Geizhälse dem Bauern etwas für seine Mühen bezahlt!

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  • Zurück Geben am 16.09.2019 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Einkochen und Marmelade draus machen

    Der nette Herr würde sich doch bestimmt über das ein oder andere selbstgemachte Gläschen freuen! Ran an die Töpfe!

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  • Max am 16.09.2019 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Birnensaft

    Könnte man daraus nicht noch Saft oder Cidre herstellen ? Falls nicht, bin ich für eine Erklärung dankbar.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefanie am 17.09.2019 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht Schnaps daraus machen?

    Warum verwendet man die Birnen nicht fürs Schnaps brennen? Obstler etc.

    • alice am 17.09.2019 21:34 Report Diesen Beitrag melden

      nicht Ohne

      ja da haben einige recht! habe Heute mal bekommen und der Duft bleibt auch wenn man Sie ausschneidet ist nicht das selbe wenns Hagelschäden hat?

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  • Ruusch am 17.09.2019 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kandidat für nationalrat

    wenn das mal keine werbung ist!!??

  • politmaster am 17.09.2019 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wollen wir ihn?

    Habe mich durchgerungen und das Video angesehen. Dieser Mann kommt mir sehr nervös und unsicher rüber. Seine Wanzenkennisse in ehren, aber reicht das für den NR-Saal? Wollen wir so jemand in Bern?

  • Klaas K. am 17.09.2019 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Unsympathie

    Bauern und SVP sind mir unsympathisch. Das können auch ein paar gratis abgegebene, verwanzte Birnen nicht wettmachen.

    • monika am 17.09.2019 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      Frage

      Können sie mir bitte einmal nur eine Mahlzeit pro Tag aufzählen,bei der Sie nicht Produkte von den unsympathischen Bauern verwenden?

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  • politmaster am 17.09.2019 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    So siehts aus...

    Genau wegen solchen Eigenewerbeaktionen, wähle ich Hr. Strupler nicht. Wäre kein Wahljahr, so wären diese Birnen nicht beim Konsumenten, sondern stillschweigend in einer Biogasanlage oder sonstwo gelandet.

    • Vereinsmensch am 17.09.2019 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      Neid?

      Ich kenne Manuel Strupler, er setzt sich seit Jahren in verschiedenen Funktionen ein und das mit seinem Namen, nicht versteckt als Politmaster... Und nein er ist nicht nur in einem Wahljahr aktiv sonder er ist einfach ein Macher! Bitte nachmachen und nicht nur anonym kritisieren!

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