Nach Rücktritt

06. Juli 2014 16:26; Akt: 06.07.2014 20:32 Print

Was passiert mit dem Strandbad Rorschach?

von Jeroen Heijers - Der Rücktritt des Vorstands bedeutet für die Genossenschaft Strandbadfreunde Rorschach wohl das Ende. Anlass zum Rücktritt ist der Streit zwischen Stadt und Genossenschaft.

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Wie es mit dem Strandbad Rorschach weitergeht, ist zur Zeit nicht klar. (Bild: 20 M)

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«Seit Jahren wurde nichts mehr am Strandbad umgebaut und die Stadt macht keine Anstalten, dass sich dies ändert», klagt Norbert Wenger, Präsident der Genossenschaft Strandbadfreunde Rorschach. Man habe seit über vier Jahren versucht, die Erneuerung aufzugleisen, doch die Stadt habe sich nicht bewegen lassen, so der 51-Jährige. Aus Frust, dass die Stadt die Genossenschaft alleine lässt, sei der Vorstand nun zurückgetreten.

Investoren interessanter als Kinder

Ärger gabs etwa bezüglich der Minigolfanlage. «Als sich die Würth Group 2011 in Rorschach niederliess, musste unser Minigolfplatz weichen», sagt Wenger. Die Stadt habe dann versprochen, dass eine neue Anlage noch im selben Jahr im Osten des Strandbads gebaut wird. Doch bisher habe sich nichts getan. Wie Stadtpräsident Thomas Müller gegenüber der «Ostschweiz am Sonntag» sagt, gehöre das betroffene Land der SBB. Bevor das Grundstück nicht der Stadt gehöre, könne man nichts tun. Für Wenger ist dies unzumutbar: «Anstelle spielender Kinder hat die Stadt lieber Investoren am Ufer des Bodensees.»

Wohnzone errichten

Als Folge des Rücktritts hat die Stadt entschieden, den Vertrag mit der Genossenschaft auf den 1. Januar 2015 zu kündigen. Das bedeutet, dass die Zukunft des Strandbads nun komplett in den Händen der Stadt liegt. Diese ist sich des Sanierungsbedarfs bewusst und hat mit der Planung dafür begonnen. «Weil eine Sanierung der Technik und des Schwimmbeckens ohnehin ansteht, prüfen wir, ob sich das Strandbad gegen Osten auf das ebenfalls stadteigene Grundstück im Roschacherberg verschieben lässt», so Stadtpräsident Müller. So könne man im Stadtgebiet eine Wohnzone errichten.

Wie Müller weiter sagt, laufe eine externe Abklärung, wie teuer die Verlegung wäre und wie viel Wohnfläche landwirtschaftlich verträglich sei.

Von diesen Plänen hat Wenger erfahren: Müller prüfe zusammen mit der HRS Real Estate AG die Machbarkeit der Verlegung. Nach Wengers Berechnungen lohnt sich eine solche aber nicht:«Unter zehn Millionen Franken kann keine neue Badi gebaut werden», so der 51- Jährige.

Ob das legendäre Strandbad in Rorschach dereinst einem Wohnungs- oder Hotelkomplex weichen soll, wird sich also nach der Abklärung zeigen.